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Griechenland: Papandreou sagt Referendum ab

03.11.11
Giorgios PapandreouWas kommt als nächstes? Giorgios Papandreou überrascht Europa mit seinem Zickzack-Kurs.
Foto: dpa bildfunk

Druck auf den Premier war wohl zu groß

Der griechische Ministerpräsident Giorgos Papandreou hat seine umstrittenen Pläne für ein Referendum zur Rettung vor dem Staatsbankrott abgesagt. Das gab er in Athen bekannt.

Die Absage sei die Voraussetzung dafür gewesen, dass Gespräche mit der oppositionellen Nea Dimokratia (ND) zur Bildung einer Übergangsregierung zustande kommen. "Ich werde mit dem Chef der Nea Dimokratia sprechen", sagte Papandreou. Der einzige Weg damit Griechenland im Euroland bleibt, sei die Einhaltung der Vereinbarungen mit den Partnern in der EU. "Jetzt geht es darum das Geleistete nicht zu verlieren", sagte Papandreou. Er würdigte die Geduld der Menschen in Griechenland, die bislang "große Opfer" gebracht hätten .

Einzelheiten zur Übergangsregierung sind noch umstritten: Nach Informationen des Staatsfernsehens NET soll Papandreou eine politische Regierung aus seiner sozialistischen PASOK und der ND anstreben, die für etwa ein halbes Jahr die Geschicke des Landes in die Hand nimmt. Die ND dagegen wolle eine Übergangsregierung nur für einige Wochen und dann eine Neuwahl des Parlaments.

Merkel zeigt sich wenig beeindruckt

Bundeskanzlerin Angela Merkel macht in der Griechenland-Krise weiter Druck. "Für uns zählen Taten, nichts anderes", sagte Merkel mit Blick auf den Machtwechsel in Athen. Das Land müsse die Reform- und Spar-Beschlüsse des EU-Gipfels vom 27. Oktober umsetzen. Es sei derzeit nicht ersichtlich, wie das passieren könne.

"Ich kann die Taten noch nicht erkennen", sagte Merkel nach den ersten Arbeitssitzungen beim G20-Gipfel im französischen Cannes. Auch die sechste Hilfszahlung in Höhe von acht Milliarden Euro könne erst fließen, wenn Griechenland zu seinen Verpflichtungen stehe, so die Kanzlerin.

Das abgesagte Referendum in Griechenland hat dem Dax nach einer Berg- und Talfahrt kräftigen Auftrieb gegeben. Der überraschend von der Europäischen Zentralbank gesenkte Leitzins stützte ebenfalls und ließ den deutschen Leitindex zeitweise knapp unter die Marke von 6.200 Punkte steigen. Mit plus 2,81 Prozent bei 6.133,18 Punkten beendete das Börsenbarometer den Handelstag.

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