TV HIGHLIGHT
Das Supertalent
SA | 20:15
Das Supertalent

"Die Zeit ist gekommen": Nordkorea droht mit Raketen

29.03.13 13:54
"Die Zeit ist gekommen": Nordkorea droht mit RaketenDieses Bild der staatlichen Nachrichtenagentur soll Kim Jong Un mit Spitzen der Armee zeigen.
Foto: dpa bildfunk

Neue Stufe der Kriegsrhetorik

Nordkoreas Kriegsrhetorik eskaliert: Machthaber Kim Jong Un will mit den USA eine "Rechnung begleichen". Als Mittel sollen ihm strategische Raketen dienen, die er jetzt in Bereitschaft versetzen ließ und angeblich Ziele auf dem US-Festland treffen können.

Als Reaktion auf neue Übungsflüge kernwaffentauglicher US-Bomber in Südkorea verschärfte das kommunistische Land damit seine Atomkriegsdrohungen erneut. Kim Jong Un habe in einer nächtlichen Dringlichkeitssitzung mit Spitzen der Armee den Befehl erteilt, die strategischen Raketeneinheiten in Angriffsbereitschaft zu versetzen, berichteten die Staatsmedien des Landes. Die Raketen sollten "jederzeit" abgefeuert werden können, um das Festland der USA, deren Militärstützpunkte auf Hawaii, Guam und andere Gebiete im Pazifik sowie Ziele in Südkorea zu treffen.

Erneut unterstellte Pjöngjang den USA, einen Nuklearkrieg vorzubereiten. Mit den Flügen von B-2-Langstreckenbombern über Südkorea wollten die USA ein entsprechendes Ultimatum setzen. Das sei keine militärische Machtdemonstration mehr. Nach dem Urteil Kim Jong Uns sei deshalb die "Zeit gekommen, mit den US-Imperialisten eine Rechnung zu begleichen", berichtete die nordkoreanische Nachrichtenagentur KCNA.

Experten zweifeln an Nordkoreas Möglichkeiten

"Wir müssen klar machen, dass wir diese Provokationen aus dem Norden sehr ernst nehmen und dass wir darauf antworten werden", sagte US-Verteidigungsminister Chuck Hagel. Die Flüge der B-2-Langstreckenbomber seien allerdings reguläre Übungen gewesen und nicht als Affront gegen den Norden gedacht gewesen.

Russland warnte vor "militärischen Muskelspielen" auf der Halbinsel. Die Lage könne außer Kontrolle geraten, sagte Außenminister Sergej Lawrow. Mit Sorge sehe Russland die militärischen Handlungen in der Region. "Das führt zu einem Teufelkreis", sagte Lawrow. Die Spannungen dürften nicht dazu genutzt werden, geopolitische Fragen in der Region mit Kriegsmitteln zu lösen.

Begleitetet von neuen Angriffsdrohungen gegen die USA und Südkorea hatte das oberste Truppenkommando des Landes bereits am Dienstag erklärt, alle Feldartillerie- und strategischen Raketeneinheiten seien in "höchste Alarmbereitschaft" versetzt worden. Nordkorea verfügt nach Meinung von Experten nicht über die Kapazitäten für einen direkten Atomangriff auf die USA. Doch befürchten Südkorea und die USA, Nordkorea könne andere militärische Provokationen unternehmen. Vor einer Woche hatten beide Verbündete einen Einsatzplan für den Fall jeder Art von Provokationen durch Nordkorea unterzeichnet.

Die Spannungen auf der koreanischen Halbinsel hatten sich seit dem dritten nordkoreanischen Atomtest im Februar deutlich verschärft. Angesichts der Ausweitung von UN-Sanktionen wegen des Tests und der jährlichen amerikanisch-südkoreanischen Militärübungen hatte Nordkorea einen Nichtangriffspakt mit Südkorea für ungültig erklärt.

Am Donnerstag hatten zwei Tarnkappenbomber des Typs B-2 Spirit der US-Luftwaffe Angriffsflüge in Südkorea geübt. Die Bomber hätten auf dem Weg von Missouri nach Südkorea und zurück über 10.000 Kilometer zurückgelegt, hatte die US-Armee erklärt. Zuvor hatten amerikanische B-52-Langstreckenbomber an den Übungen in Südkorea teilgenommen. Nordkorea fühlt sich durch diese Flüge provoziert.

Die gemeinsame Militärübung mit Südkorea diene der Verteidigung, hatte das Weiße Haus bekräftigt. Die USA stünden "Schulter an Schulter mit unseren Verbündeten in Südkorea". Zu Gesprächen über den Konflikt mit Nordkorea reist US-Außenminister John Kerry nach Angaben seiner Behörde übernächste Woche nach Seoul, Tokio und Peking.