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Hat Schavan bei ihrer Doktorarbeit geschummelt?

14.10.12
Schavan Doktorarbeit TäuschungBildungsministerin Annette Schavan muss um ihren Doktortitel und ihre politische Zukunft bangen.
Foto: dpa bildfunk

Gutachter wirft ihr bewusste Täuschung vor

Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) muss um ihren Doktortitel bangen - und um ihre politische Zukunft. Ein Gutachter wirft ihr nach Medienberichten bewusste Täuschung bei ihrer Promotionsarbeit vor. Es ergebe sich das "charakteristische Bild einer plagiierenden Vorgehensweise", stellte der Prüfer der Universität Düsseldorf fest, wie das Nachrichtenmagazin 'Spiegel' und die 'Süddeutsche Zeitung' (SZ) aus der Analyse zitierten.

Schavan reagierte empört auf die Veröffentlichung von Details des Gutachtens zu ihrer Doktorarbeit. In der 'Südwest Presse' sprach die CDU-Politikerin von einem "unmöglichen Verhalten" und kündigte an: "Jetzt bleibt mir nichts anderes übrig, als mich zu wehren. Das heißt, ich werde zu den Vorwürfen Stellung beziehen. Ich lasse mir das nicht bieten."

Die Düsseldorfer Heinrich-Heine-Universität überprüft seit mehreren Monaten Schavans Doktorarbeit mit dem Titel "Person und Gewissen - Studien zu Voraussetzungen, Notwendigkeit und Erfordernissen heutiger Gewissensbildung" aus dem Jahr 1980 auf Plagiatsvorwürfe. Wie 'Spiegel' und 'SZ' berichten, hat der Gutachter Stefan Rohrbacher auf 60 von 351 Seiten Mängel gefunden. "Eine leitende Täuschungsabsicht ist nicht nur angesichts der allgemeinen Muster des Gesamtbildes, sondern auch aufgrund der spezifischen Merkmale einer signifikanten Mehrzahl von Befundstellen zu konstatieren", heißt es demnach in der vertraulichen Analyse.

Schavan unter Täuschungsverdacht

"Wenn die Vorwürfe wahr sind, muss Schavan zurücktreten"

Allerdings sei noch nicht sicher, ob Schavan ihren Doktortitel verliere. Die Entscheidung treffe nach Auskunft der Universität Düsseldorf in den kommenden Tagen der Fakultätsrat auf Grundlage des Berichts. Das Gremium gibt eine Empfehlung an den Fakultätsrat, der schließlich zu entscheiden hat.

Anders als bei früheren Plagiatsvorwürfen gegen Politiker - etwa im Fall des zurückgetretenen Verteidigungsministers Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) - ging es bei Schavan nicht um die Übernahme kompletter Textstellen aus anderen Veröffentlichungen. In einem Internet-Blog wurde Schavan vor allem vorgeworfen, Quellen nicht vollständig aufgelistet und zum Teil auch "verschleiert" zu haben.

Der Parlamentarische Geschäftsführer der SPD-Bundestagsfraktion, Thomas Oppermann, sprach von einem schwerwiegenden Vorwurf. "Frau Schavan hat an Herrn zu Guttenberg strenge Maßstäbe angelegt. Sie muss klären, ob diese Maßstäbe auch für Sie selber gelten." Die Vorsitzende des Bundestags-Bildungsausschusses, Ulla Burchardt (SPD), forderte für Schavan eine faire Chance, sich zu den Vorwürfen zu äußern. "Wenn sich die Vorwürfe allerdings bewahrheiten, dann muss sie zurücktreten", sagte Burchardt.

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