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Gabriel macht es offiziell: "Steinbrück ist der beste Kandidat"

29.09.12
Kanzlerkandidat, Steinbrück, SPDUnter Brandts schützender Hand? Steinbrück soll es machen.
Foto: dpa bildfunk

Gabriel: Neues soziales Gleichgewicht in Deutschland

"Am Ende behält Helmut Schmidt immer recht", sagte SPD-Chef Sigmar Gabriel, nachdem er Peer Steinbrück als Kanzlerkandidaten für die Bundestagswahl 2013 vorgeschlagen hatte. Damit spielte er darauf an, dass der Altkanzler seinen Schachpartner Steinbrück schon vor langer Zeit zum geeignetsten Kandidaten erklärt hatte.

Der ehemalige Finanzminister Steinbrück soll in einer Sondersitzung des Parteivorstands am Montag nominiert werden. Gabriel betonte, die Macht der Märkte müsse gebändigt werden und ein neues soziales Gleichgewicht in Deutschland erlangt werden. Darum gehe es bei der Wahl im kommenden September. "Für dieses Ziel und diese Aufgabe ist Peer Steinbrück der beste Kandidat."

Er habe die Unterstützung der ganzen Partei. Zuvor hatte Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier seinen Verzicht erklärt. Gabriel betonte, er habe dies vor vier Wochen von Steinmeier erfahren. Nachdem dieser Verzicht Steinmeiers bekannt geworden war, hatte Gabriel kurzerhand einen Termin in München abgesagt und war nach Berlin gereist. Gabriel selbst habe für sich schon seit Mai 2011 eine Kandidatur ausgeschlossen, so der SPD-Chef.

SPD: Steinbrück wird Kanzlerkandidat

Vorbild Schröder und Kür in Hannover

Der designierte SPD-Kanzlerkandidat ist optimistisch, Regierungschefin Angela Merkel im kommenden Jahr ablösen zu können. "Ich nehme diese Herausforderung an", sagte Steinbrück. "Wir wollen diese Bundesregierung ablösen. Wir wollen, dass sie durch eine rot-grüne Regierung ersetzt wird." Ein Vorbild als Wahlkämpfer sei für ihn Gerhard Schröder. Mit 200 Prozent wolle er versuchen, die SPD in eine strategische Lage zu bringen, um die nächste Bundesregierung führen zu können. "Diese Troika wird über diesen Tag hinaus zusammenwirken und zusammenhalten für die SPD", sagte er mit Blick auf Gabriel und Steinmeier.

Wahrscheinlich im September 2013 tritt der 65-jährige Steinbrück gegen Kanzlerin Angela Merkel (CDU) an. Bislang war die Nominierung für frühestens Ende des Jahres geplant gewesen.

In den vergangenen Tagen hatte jedoch vor allem in den SPD-Landesverbänden der Druck spürbar zugenommen, die Entscheidung vorzuziehen. Wenn die K-Frage noch wochenlang im Fokus stehe, könne die Partei nicht mit ihren Inhalten durchdringen, hieß es.

Da in Niedersachsen am 20. Januar ein neuer Landtag gewählt wird, soll die offizielle Kür Steinbrücks im Dezember in Hannover erfolgen. Der 65-Jährige ist seit 1969 Mitglied der Partei und gilt als Mann der klaren Worte - auch gegenüber der eigenen Partei.

Von 2002 bis 2005 war er in einer rot-grünen Koalition Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, von 2005 bis 2009 Bundesfinanzminister, seitdem ist er nur noch einfacher Bundestagsabgeordneter - zuletzt legte er ein neues, viel beachtetes SPD-Konzept zur "Bändigung der Finanzmärkte" vor.

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