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Mohammed-Karikaturen lassen für Freitagsgebete Schlimmes befürchten

20.09.12 20:11
Schmähvie, Mohammed-Film, KarikaturenIn Pakistan sind für Freitag Großdemonstrationen gegen das Schmähvideo angekündigt worden.
Foto: dpa bildfunk

Angst vor blutigen Protesten

In höchster Anspannung harrt der Westen der Freitagsgebete in der islamischen Welt: Was mit Schmäh-Videos über den Propheten Mohammed begann, setzt sich nun mit Karikaturen und satirischen Fotostrecken in Zeitschriften und Magazinen fort.

Für manche Gläubige seien die Zeichnungen "zutiefst beleidigend", sagte der US-Regierungssprecher Jay Carney in Washington. In den USA, Deutschland und Frankreich ist die Sorge groß, dass die Proteste nach den Freitagsgebeten neu entfacht werden könnten.

Deshalb hat Washington angekündigt, vorsichtshalber ihre diplomatischen Vertretungen in der indonesischen Hauptstadt Jakarta, auf Bali, in Medan und Surabaya am Freitag zu schließen. "Wir raten wie immer, größere Menschenmengen, die möglicherweise gewalttätig werden können, zu meiden", hieß es auf der Webseite. Auch Deutschland schließt aus Sorge vor neuen Protesten am Freitag zahlreiche Botschaften in der islamischen Welt. Darüber hinaus wird nach Angaben von Außenminister Guido Westerwelle (FDP) zusätzlicher Schutz für andere deutsche Einrichtungen geprüft. Paris verordnete ebenfalls die Schließung von Botschaften, Konsulaten, Schulen und Kulturzentren in 20 Ländern.

US-Präsident Barack Obama und der afghanische Präsident Hamid Karsai haben angesichts der anhaltenden Proteste zu besonnenen Reaktionen aufgerufen. Das US-Präsidialamt teilte nach einer Videokonferenz der beiden Politiker mit, es sei in der gegenwärtigen Situation notwendig, "Zurückhaltung und Gewaltlosigkeit" zu ermutigen.

Unterdessen könnte das Aufreger-Video schon bald weltweit im Internet nicht mehr zu finden sein. Denn eine Darstellerin aus dem Film hat gegen den mutmaßlichen Produzenten Klage eingereicht. Cindy Lee Garcia behauptet, sie sei hereingelegt worden und habe wegen des Filmes Todesdrohungen erhalten, wie die 'Los Angeles Times' berichtete. Ihr Anwalt wolle auch erreichen, dass das Video auf der Internetplattform YouTube gelöscht werde. Ein US-Richter hat dies in einer ersten Entscheidung allerdings abgelehnt.

In der Klage beschuldigt Garcia den mutmaßlichen Macher des Schmähvideos 'Unschuld der Muslime', den radikalen koptischen Christen Nakoula Basseley Nakoula, des Betrugs. Die Schauspielerin klagt weiterhin wegen Verleumdung und Zufügung von seelischen Schmerzen. Nakoula habe ihr gegenüber behauptet, er arbeite an einem Abenteuerfilm, der im alten Ägypten spielen solle. Sie habe weder von einem religiösen Kontext noch von Sexszenen gewusst, so Garcia.

'Titanic' plant in Oktoberausgabe Islamtitel

Mitten in dieser schwierige Gemengelage plant nun auch das deutsche Satiremagazin 'Titanic' in seiner Oktoberausgabe die Veröffentlichung eines Islam-Titels. Laut 'Financial Times Deutschland' soll die Schlagzeile "Der Westen in Aufruhr: Bettina Wulff dreht Mohammed-Film" lauten. Das bestätigte 'Titanic'-Chefredakteur Leo Fischer gegenüber dem Blatt.

Die Idee dahinter sei "vor weiteren schlecht gemachten Schmähfilmen zu warnen, insbesondere davor, dass sich abgehalfterte Prominente nun auch noch über billige Islamkritik profilieren", sagte Fischer der 'FTD'. Auf dem Titelfoto soll Bettina Wulff in den Armen eines arabischen Kriegers mit Turban und Säbel zu sehen sein. Die Ausgabe soll Freitag in einer Woche erscheinen.

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