Syrien: Regierungstruppen starten Luftangriffe auf Aleppo
28.07.12
Syrische Rebellen und Regimetruppen liefern sich heftige Kämpfe nahe Aleppo.Foto: dpa bildfunk
Angeblich schwerste Gefechte seit Beginn der Unruhen
Aleppo unter Feuer: Die seit Tagen erwartete Großoffensive der syrischen Regierungstruppen gegen die Aufständischen in der Millionenmetropole hat begonnen. Unterstützt von Militärjets, Hubschraubern und schwerer Artillerie rückten Panzer und Soldaten gegen die Stellungen der aufständischen Freien Syrischen Armee (FSA) vor.
Die Syrischen Menschenrechtsbeobachter in London berichteten von schweren Kämpfen im südwestlichen Außenbezirk Salaheddin, einer FSA-Hochburg. In den von den Regimetruppen verlassenen Kurdengebieten im Nordosten und Osten Syriens setzt sich indes die in der Türkei aktive Kurden-Guerilla PKK fest.
"Sie setzen alle Arten von Waffen ein, aber unseren Rebellen gelang es, Vorstöße der Regimetruppen gegen Salaheddin und Al-Hamdanija abzuwehren", sagte der FSA-Kommandeur Abu Omar al-Halebi. Am Nachmittag hätten dann Helikopter Luftlandetruppen in Salaheddin abgesetzt. Die Informationen lassen sich von unabhängiger Seite nicht überprüfen, weil die Medien in Syrien nur sehr eingeschränkt arbeiten können.
Aktivisten sprechen von den schwersten Kämpfen seit Beginn der Revolte in Syrien im März 2011. Die Regimetruppen griffen die FSA-Stellungen in mehreren Bezirken Aleppos an. Das staatliche syrische Fernsehen sprach von einer großangelegten "Operation zur Säuberung Aleppos von bewaffneten terroristischen Gruppen".
Mindestens 91 Menschen starben am Samstag bei Kämpfen in ganz Syrien, viele von ihnen in Aleppo, teilte die Syrische Menschenrechtsbeobachtungsstelle in London mit. Gefechte gab es auch in den Provinzen Homs, Hama, Daraa und Damaskus-Land.
Der Kampf um das wirtschaftliche Zentrum Aleppo könnte zu einer der entscheidenden Schlachten in dem seit 16 Monaten andauernden Konflikt werden. Der Schwerpunkt des Aufstandes gegen Präsident Baschar al-Assad lag lange Zeit in den Provinzen. In der vergangenen Woche riefen die Rebellen eine Schlacht um die Hauptstadt Damaskus aus, wo seitdem die Gewalt sprunghaft zugenommen hat.
Die Syrischen Menschenrechtsbeobachter in London berichteten von schweren Kämpfen im südwestlichen Außenbezirk Salaheddin, einer FSA-Hochburg. In den von den Regimetruppen verlassenen Kurdengebieten im Nordosten und Osten Syriens setzt sich indes die in der Türkei aktive Kurden-Guerilla PKK fest.
"Sie setzen alle Arten von Waffen ein, aber unseren Rebellen gelang es, Vorstöße der Regimetruppen gegen Salaheddin und Al-Hamdanija abzuwehren", sagte der FSA-Kommandeur Abu Omar al-Halebi. Am Nachmittag hätten dann Helikopter Luftlandetruppen in Salaheddin abgesetzt. Die Informationen lassen sich von unabhängiger Seite nicht überprüfen, weil die Medien in Syrien nur sehr eingeschränkt arbeiten können.
Aktivisten sprechen von den schwersten Kämpfen seit Beginn der Revolte in Syrien im März 2011. Die Regimetruppen griffen die FSA-Stellungen in mehreren Bezirken Aleppos an. Das staatliche syrische Fernsehen sprach von einer großangelegten "Operation zur Säuberung Aleppos von bewaffneten terroristischen Gruppen".
Mindestens 91 Menschen starben am Samstag bei Kämpfen in ganz Syrien, viele von ihnen in Aleppo, teilte die Syrische Menschenrechtsbeobachtungsstelle in London mit. Gefechte gab es auch in den Provinzen Homs, Hama, Daraa und Damaskus-Land.
Der Kampf um das wirtschaftliche Zentrum Aleppo könnte zu einer der entscheidenden Schlachten in dem seit 16 Monaten andauernden Konflikt werden. Der Schwerpunkt des Aufstandes gegen Präsident Baschar al-Assad lag lange Zeit in den Provinzen. In der vergangenen Woche riefen die Rebellen eine Schlacht um die Hauptstadt Damaskus aus, wo seitdem die Gewalt sprunghaft zugenommen hat.
Cameron und Erdogan fürchten "wirklich entsetzliche Handlungen"
Die USA befürchten, dass Assads Truppen in Aleppo ein Massaker anrichten könnten. Der türkische Ministerpräsident Tayyip Erdogan forderte arabische Länder und den UN-Sicherheitsrat als Reaktion auf die Kämpfe um Aleppo zur Zusammenarbeit auf. Er zeigte sich auch wegen des Chemiewaffenarsenals der syrischen Führung besorgt. Der britische Premierminister David Cameron sagte bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Erdogan am Freitag in London, beide Länder fürchteten "wirklich entsetzliche Handlungen" der Regierungstruppen in und um die Metropole.Der russische Außenminister Sergej Lawrow hat die Offensive der Regierungstruppen verteidigt. "Wie kann man erwarten, dass in einer solchen Lage die Regierung einfach aufgibt und sagt: Das war's, ich hatte unrecht, los stürzt mich, Regimewechsel! Da ist doch unrealistisch", sagte Lawrow. Dem Westen warf Lawrow vor dem Westen vor, den bewaffneten Widerstand gegen Assad anzuheizen.
Wann Assad fallen wird, ist für den Syrien-Kenner Stephen Starr die "Eine-Million-Dollar-Frage". Der irische Journalist, der fünf Jahre lang in der syrischen Hauptstadt Damaskus gelebt hat und als einer von ganz wenigen westlichen Journalisten im ersten Jahr der Aufstände im Land blieb, sieht Assad aber im Todeskampf.
Eine militärische Intervention des Auslands hält Starr dennoch für den falschen Weg. Ein Angriff könne das Ende des Assad-Regimes zwar beschleunigen, drohe aber die unpolitischen Syrer zu radikalisieren, die eigentlich einfach nur ein ruhiges Leben führen wollen.
"Es mag hart klingen, aber auch in vielen anderen Ländern war der Weg in die Demokratie einer mit brutalen Abschnitten - in Irland, in den Vereinigten Staaten, in Frankreich, auf dem Balkan", sagte Starr. "Aber je grausamer es wird, desto mehr Menschen werden erkennen, dass das Regime nichts anderes ist als eine Mafia, die alles tun wird, um an der Macht zu bleiben."





