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Syrien: Heftige Kämpfe nahe Aleppo

28.07.12
Syrien, Krieg, Aleppo, MassakerSyrische Rebellen und Regimetruppen liefern sich heftige Kämpfe nahe Aleppo.
Foto: dpa bildfunk

Regierungstruppen starten Offensive

Syrische Regierungstruppen haben eine Offensive gegen Teile der nördlichen Handelsmetropole Aleppo gestartet, die von Rebellen beherrscht werden. Die Kämpfe konzentrierten sich auf den südwestlichen Außenbezirk Salaheddin, berichteten Aktivisten. Mindestens drei Aufständische wurden getötet, teilten die Syrischen Menschenrechtsbeobachter in London mit.

Die Aufständischen schlugen nach eigenen Angaben einen Vorstoß der Regierungstruppen zurück. "Unsere mutigen Rebellen haben mindestens fünf Panzer zerstört, was die angreifenden Streitkräfte zum Rückzug zwang", sagte der Aufständischen-Kommandeur Abu Omar al-Halebi.

Wann das Regime von Präsident Baschar al-Assad fallen wird, ist für den Syrien-Kenner Stephen Starr die "Eine-Million-Dollar-Frage". Der irische Journalist, der fünf Jahre lang in der syrischen Hauptstadt Damaskus gelebt hat und als einer von ganz wenigen westlichen Journalisten im ersten Jahr der Aufstände im Land blieb, sieht Assad aber im Todeskampf.

Assad-Truppen rücken massiv vor

PKK soll Kontrolle in Teilen Nordsyriens übernommen haben

Eine militärische Intervention des Auslands hält Starr dennoch für den falschen Weg. Ein Angriff könne das Ende des Assad-Regimes zwar beschleunigen, drohe aber die unpolitischen Syrer zu radikalisieren, die eigentlich einfach nur ein ruhiges Leben führen wollen.

„Es mag hart klingen, aber auch in vielen anderen Ländern war der Weg in die Demokratie einer mit brutalen Abschnitten - in Irland, in den Vereinigten Staaten, in Frankreich, auf dem Balkan“, sagte Starr. „Aber je grausamer es wird, desto mehr Menschen werden erkennen, dass das Regime nichts anderes ist als eine Mafia, die alles tun wird, um an der Macht zu bleiben.“

Derweil droht sich im Norden Syriens eine weitere Gefahr: Die terroristische Kurdenorganisation PKK hat nach Angaben der syrischen Kurdischen Zukunftsbewegung in Teilen Nordsyriens die Kontrolle übernommen. Er befürchte daher Spannungen im syrisch-türkischen Grenzgebiet, sagte der Europasprecher der kurdischen Partei, Siamend Hajo. Die PKK kämpft in der Türkei für ein autonomes Kurdengebiet.

Die syrischen Sicherheitsorgane hätten sich aus einigen Städten im Norden des Landes zurückgezogen, an ihre Stelle seien die Kurden getreten, sagte der in Deutschland lebende Politologe. "Das Problem ist, dass tatsächlich in vielen dieser Städte die PKK beziehungsweise PYD - das ist die syrische Zweigstelle der PKK - die Kontrolle übernommen hat." Die Türkei befürchte nun, dass die PKK in Nordsyrien Ausbildungslager schaffen und Leute für den Kampf in der Türkei rekrutieren könnte.

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