Loveparade-Jahrestag: "Gegen das Vergessen"
24.07.12
1.000 Kerzen sollen an die Opfer der Loveparade-Katastrophe vom 24. Juli 2010 erinnern.Foto: dpa bildfunk
"Keine Worte für die Katastrophe"
Duisburg trägt Trauer: Heute jährt sich zum zweiten Mal der Tag der Loveparade-Katastrophe. Hunderte Angehörige und Betroffene sind zum gemeinsamen trauern zusammen gekommen. Die Gedenkfeiern zum zweiten Jahrestag begannen mit der Sperrung des ansonsten viel befahrenen Karl-Lehr-Tunnels, wo das Unglück geschah.
Nach der Trauer am Unglücksort und einem Mahnmarsch ist für den Abend eine Gedenkveranstaltung in der Innenstadt geplant. Auch die nordrhein-westfälische Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) wird erwartet. Sie hatte vor zwei Jahren auch um ihren eigenen Sohn gebangt, der die Party besuchte, aber unverletzt blieb. Zudem wird für die Hinterbliebenen ein Gottesdienst und eine gemeinsame 'Zeit des Erinnerns' in der Duisburger Salvatorkirche vorbereitet, zu der auch Ersthelfer und Einsatzkräfte eingeladen sind.
Erstmals wird dort auch Duisburgs neuer Oberbürgermeister Sören Link (SPD) sprechen. Am ersten Jahrestag war der mittlerweile abgewählte Oberbürgermeister Adolf Sauerland (CDU) unerwünscht gewesen. Er war heftig dafür kritisiert worden, dass er die politische Verantwortung für das Unglück nicht übernehmen wollte. Sein Nachfolger Link ist dagegen willkommen.
In Gedenken an die Opfer waren etwa 100 Duisburger bereits gestern Abend noch einmal an den Ort des Unglücks gekommen, um 1.000 Lichter zu entzünden.
Um die gesamte Rampe, auf der es damals zu dem tödlichen Gedränge kam, haben sie Kerzen aufgestellt. Einige formen ein Herz, andere die Zahl 21. Auch die Treppe, auf der sich viele Opfer noch zu retten versuchten, ist voller Kerzen. "Gegen das Vergessen" hat jemand an die graue Wand der Rampe geschrieben.
Auch ein Kondolenzbuch wurde aufgestellt. "Auch nach zwei Jahren findet man immer noch keine Worte für die Katastrophe", hat jemand hineingeschrieben und spricht damit vermutlich vielen Betroffenen aus der Seele.
In der 'Frankfurter Allgemeinen Zeitung' erschien heute eine Traueranzeige vom 'Team der Loveparade', in der es heißt: "Wir bedauern aus tiefstem Herzen das Leid, das den Menschen widerfahren ist. Hätte es die Loveparade nicht gegeben, würden die Menschen noch leben." Der Veranstalter Lopavent hat die früher jährliche Massenparty nach der Duisburger Katastrophe eingestellt. Ermittlungen der Justiz richten sich auch gegen Mitarbeiter von Lopavent.
Bei der Riesenparty am 24. Juli 2010 waren 21 Menschen im Verlauf einer Massenpanik ums Leben gekommen, Hunderte wurden verletzt. Die Loveparade wurde zum Totentanz.
Nach der Trauer am Unglücksort und einem Mahnmarsch ist für den Abend eine Gedenkveranstaltung in der Innenstadt geplant. Auch die nordrhein-westfälische Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) wird erwartet. Sie hatte vor zwei Jahren auch um ihren eigenen Sohn gebangt, der die Party besuchte, aber unverletzt blieb. Zudem wird für die Hinterbliebenen ein Gottesdienst und eine gemeinsame 'Zeit des Erinnerns' in der Duisburger Salvatorkirche vorbereitet, zu der auch Ersthelfer und Einsatzkräfte eingeladen sind.
Erstmals wird dort auch Duisburgs neuer Oberbürgermeister Sören Link (SPD) sprechen. Am ersten Jahrestag war der mittlerweile abgewählte Oberbürgermeister Adolf Sauerland (CDU) unerwünscht gewesen. Er war heftig dafür kritisiert worden, dass er die politische Verantwortung für das Unglück nicht übernehmen wollte. Sein Nachfolger Link ist dagegen willkommen.
In Gedenken an die Opfer waren etwa 100 Duisburger bereits gestern Abend noch einmal an den Ort des Unglücks gekommen, um 1.000 Lichter zu entzünden.
Um die gesamte Rampe, auf der es damals zu dem tödlichen Gedränge kam, haben sie Kerzen aufgestellt. Einige formen ein Herz, andere die Zahl 21. Auch die Treppe, auf der sich viele Opfer noch zu retten versuchten, ist voller Kerzen. "Gegen das Vergessen" hat jemand an die graue Wand der Rampe geschrieben.
Auch ein Kondolenzbuch wurde aufgestellt. "Auch nach zwei Jahren findet man immer noch keine Worte für die Katastrophe", hat jemand hineingeschrieben und spricht damit vermutlich vielen Betroffenen aus der Seele.
In der 'Frankfurter Allgemeinen Zeitung' erschien heute eine Traueranzeige vom 'Team der Loveparade', in der es heißt: "Wir bedauern aus tiefstem Herzen das Leid, das den Menschen widerfahren ist. Hätte es die Loveparade nicht gegeben, würden die Menschen noch leben." Der Veranstalter Lopavent hat die früher jährliche Massenparty nach der Duisburger Katastrophe eingestellt. Ermittlungen der Justiz richten sich auch gegen Mitarbeiter von Lopavent.
Bei der Riesenparty am 24. Juli 2010 waren 21 Menschen im Verlauf einer Massenpanik ums Leben gekommen, Hunderte wurden verletzt. Die Loveparade wurde zum Totentanz.
Ermittlungen fast abgeschlossen
In die Begleitung zum Jahrestag sind 35 Mitarbeitende der Notfallseelsorge eingebunden, darunter sechs Dolmetscher, die Angehörige aus dem Ausland betreuen. Es war der ausdrückliche Wunsch der Verletzten und Hinterbliebenen, in die Innenstadt zu gehen."Die Betroffenen dieses Unglücks sind weiterhin ständig mit den Folgen konfrontiert", sagt Uwe Rieske, Landespfarrer für Notfallseelsorge der Rheinischen Kirche: Die Angebote sollen helfen, mit Verlusten und Traumafolgen besser leben zu lernen und hilfreiche Kontakte untereinander aufzubauen.
Kurz vor dem zweiten Jahrestag Katastrophe hatte die Sonderkommission der Polizei ihre Ermittlungen weitestgehend abgeschlossen. Bislang seien mehr als 3.000 Zeugen vernommen worden. Ein Team von Staatsanwälten sei aber weiter mit der Aufarbeitung des Geschehens befasst, teilte die Anklagebehörde mit. Ein Zeitpunkt für den Abschluss der staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen sei deshalb nicht abzusehen. Das Verfahren richtet sich gegen 17 Beschuldigte, darunter elf städtische Bedienstete, fünf Mitarbeiter des Veranstalters Lopavent und der verantwortliche Polizeiführer.




