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Nach Blutbad in US-Kino: Sprengfallen in Wohnung des Todesschützen

20.07.12
USA: Blutbad nach Amoklauf in KinosaalSicherheitskräfte betreten mit höchster Vorsicht die Wohnung des Todesschützen.
Foto: dpa bildfunk

Obama zeigt sich von der Tat geschockt

Blutbad bei 'Batman'-Premiere im US-Staat Colorado: Ein Amokläufer hat bei einer Mitternachts-Preview zwölf Kinobesucher erschossen und 38 verletzt. Unter den Toten sollen auch Kinder sein - das jüngste laut 'Denver Post' gerade einmal drei Monate alt. Der Todesschütze wurde verhaftet und von der Polizei als James Holmes identifiziert - er galt als "unbeschriebenes Blatt". In seiner Wohnung wurden angeblich Sprengfallen gefunden.

Schon bei seiner Verhaftung habe Holmes gewarnt, es befänden sich weitere Sprengsätze in seiner Wohnung. Nach Angaben eines Polizeisprechers stieß ein Entschärfunsgkommando dort tatsächlich auf eine Sprengfalle. Die Installation wirke ausgeklügelt, weshalb die Beamten möglicherweise noch Stunden oder gar Tage für das Räumen der Wohnung brauchen könnten, erklärte die Polizei. Insgesamt seien fünf Gebäude des Komplexes evakuiert worden. In Holmes Wagen, das vor dem Kino geparkt war, hatte die Polizei zudem zwei Handfeuerwaffen und ein Gewehr sichergestellt.

Der schwer bewaffnete 24-Jährige war kurz nach Filmbeginn in den Saal in Aurora bei Denver eingedrungen und hatte sofort das Feuer eröffnet - just während einer Filmszene, in der Schüsse fielen. Augenzeugen berichten, dass er gezielt auf Menschen zielte. Dabei soll er dunkle Kleidung, Gasmaske und Kampfhelm wie der Bösewicht Bane in 'The Dark Knight Rises' getragen und Tränengas in den Saal gesprüht haben.

Die Kernfrage ist nun zunächst: War James Holmes ein "einsamer Wolf", geistig gestört, oder Mitglied einer radikalen Gruppe? "Klar ist, dass die Tat gut vorbereitet war", sagte ein Sicherheitsexperte im CNN-Interview. Zunächst war befürchtet worden, es habe einen zweiten Schützen gegeben. Doch das bestätigte sich nach Angaben der Polizei nicht. Während der Morgen dämmerte, befragte sie in einer High School nahe dem Kino Dutzende Augenzeugen und begann mit der Untersuchung von Handys, die in im Filmsaal zurückgelassen worden waren. Auch Psychologen trafen ein, um die geschockten Menschen zu betreuen.

US-Präsident Barack Obama zeigte sich schockiert. Seine Regierung werde alles tun, um den Opfern und den Betroffenen zu helfen, kündigte er in einer schriftlichen Erklärung an.

Blutbad bei Filmpremiere in US-Kino

Menschen übereinander hinweggetrampelt

Die Szenen, die Augenzeugen schilderten, waren chaotisch. Auch Stunden nach der Schießerei herrschte noch Verwirrung. Während Top-Terrorabwehr-Berater John Brennan Obama aus dem Bett holte und über das Blutbad informierte, füllten sich die Krankenhäuser in dem Städtchen nahe Denver mit Verletzten. Die Polizei selbst half beim Transport mit: Sie habe blutüberströmte Menschen in Streifenwagen geladen, berichtete der Sender CNN.

Augenzeugen glaubten, dass der mutmaßliche Schütze seinen Amoklauf vorne im Kinosaal begann, hinter einer Leinwand oder einem Vorhang hervortrat und dann zuerst einen Kanister in die Menge warf - möglicherweise eine Tränengasbombe. Dann sei der Mann die Treppe hochgegangen, wie es hieß: mit tödlicher Ruhe um sich schießend. Panik sei ausgebrochen, Menschen hätten sich auf den Boden geworfen, kriechend zwischen den Sesselreihen Schutz gesucht. Andere seien schreiend in Richtung Ausgang gestürzt, seien übereinander hinweggetrampelt. Kinobesucher hätten blutend am Boden gelegen.

Ein junger Kinobesucher wusste noch Stunden nach dem Blutbad nicht, was mit seinem Freund passierte. "Er ist plötzlich ohnmächtig geworden", schilderte er in einem CNN-Interview. "Dann wurde er weggebracht. Ich habe Angst um ihn."

Der erste Alarmruf soll rund eine halbe Stunde nach Mitternacht bei der Polizei eingetroffen sein, schon kurz danach waren nach Medienberichten fast 250 Uniformierte vor Ort - zusammengetrommelt aus allen Teilen der Region. Nur wenig später trafen auch Experten der Bundespolizei FBI ein, um bei den Ermittlungen zu helfen.

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