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Wende im Mordfall Peggy: Zeuge widerruft Aussage

20.07.12
Wende im Mordfall PeggyDer Anwalt von Ulvi K. will eine Wiederaufnahme des Verfahrens erreichen.
Foto: dpa bildfunk

Anwalt von Ulvi K. will Wiederaufnahme des Verfahrens

Der mysteriöse Mordfall Peggy kommt elf Jahre nach dem Verschwinden des Mädchens erneut auf den Prüfstand. Das kündigte die Staatsanwaltschaft Bayreuth an, nachdem ein Zeuge laut 'BR' seine Aussage widerrufen hat.

Der Zeuge hatte den Angeklagten Ulvi K., der dann wegen Mordes verurteilt wurde, schwer belastet. Dies werde geprüft, teilte der Leitende Oberstaatsanwalt Thomas Janovsky mit.

Janovsky betonte zugleich, dass sich das Gericht bei der Verurteilung nicht entscheidend auf diese Zeugenaussage gestützt habe. Unterdessen kündigte der Anwalt des Verurteilten einen Antrag auf Wiederaufnahme des Verfahrens an. Er habe die Vorbereitungen dafür fast abgeschlossen, sagte der Frankfurter Jurist Michael Euler.

Peggy-Mord: Hat der Hauptzeuge gelogen?

Keine rasche Entlassung von Ulvi K.

Peggy war im oberfränkischen Lichtenberg 2001 spurlos verschwunden. Bei der Suche nach dem damals neunjährigen Mädchen kamen sogar Flugzeuge der Bundeswehr zum Einsatz - vergeblich. Ihr Leichnam wurde bis heute nicht gefunden. Schließlich präsentierte die Polizei Ulvi K. als Täter.

Von Anfang an gab es jedoch Zweifel an seiner Verurteilung. In Lichtenberg gründete sich sogar eine Bürgerinitiative, die von der Unschuld des Verurteilten überzeugt ist. Anwalt Euler hatte bereits vor Monaten auf viele offene Fragen und angebliche Fehler bei den Ermittlungen hingewiesen.

Die Staatsanwaltschaft betonte, dass unabhängig von der Prüfung keine rasche Entlassung von Ulvi K. bevorstehe: Er sei in einem psychiatrischen Krankenhaus untergebracht - "wegen mehrfachen sexuellen Missbrauchs von Kindern, der völlig unbestritten ist", wie Janovsky betonte. Der Belastungszeuge hatte nach BR-Angaben im Verlauf des Verfahrens ausgesagt, Ulvi K. habe ihm den Mord an Peggy gestanden und auch Details genannt. In Wahrheit sei er von der Polizei zu dieser Aussage gedrängt worden.

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