"Versuchter Völkermord" in Syrien: Weltgemeinschaft in der Sackgasse
16.07.12
UN-Beobachter werden in Tremseh von Einwohnern umringt - was geschah wirklich in der Stadt?Foto: Reuters
UN-Beobachter berichten aus Tremseh
Das Massaker im syrischen Ort Tremseh, bei dem bis zu 250 Menschen getötet wurden, bewegt die Weltgemeinschaft. Bundesaußenminister Guido Westerwelle macht das Assad-Regime dafür verantwortlich. Dies sei eine klare Erkenntnis aus allen vorliegenden Berichten. Auch die UN-Beobachter haben nach eigenen Angaben klare Beweise für das Massaker gefunden. Das Regime selbst streitet alle Vorwürfe ab. Ein Ausweg aus dem Konflikt ist nicht in Sicht - stattdessen gibt es beinahe täglich neue Horrormeldungen.
Die Erkenntnisse der UN-Beobachter, die ihre Untersuchungen in Tremseh, dem Ort des Massakers, auch am Sonntag weiterführten, deuten auf einen grausamen Kampf hin. "Die Angriffe galten gezielt den Häusern von Aufständischen und Deserteuren der Armee. Unsere Beobachter haben in den Häusern Blutlachen, Blutspritzer und Patronenhülsen gefunden", berichtete die UN-Sprecherin Susan Ghosheh. Wie viele Menschen bei den Kämpfen getötet wurden, sei noch unklar.
Alles gelogen, sagt die Syrische Regierung: "Das war kein Massaker, das war eine militärische Operation", teilte Jihad Makdissi, Sprecher des syrischen Außenministeriums, mit. "Es waren Kämpfe zwischen Sicherheitskräften deren Ziel es ist Zivilisten zu schützen und Bewaffneten die nicht an eine politische Lösung glauben." Eine Meinung die außer der syrischen Regierung derzeit niemand teilt. Am wenigsten wohl die eigene Bevölkerung.
Der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan bezeichnete das Blutbad von Tremseh als "versuchten Völkermord", wie türkische Medien berichteten. Die Taten seien Beleg dafür, dass das Regime dem Untergang geweiht sei. Das syrische Volk werde sich für diese Verbrechen rächen wollen, warnte er. Auch Außenminister Westerwelle warf dem Assad-Regime vor, einen Krieg gegen die eigene Bevölkerung zu führen. Jetzt müsse der UN-Sicherheitsrat dem Regime endlich seine Grenzen aufzeigen, sagte er der 'Bild am Sonntag'.
Die Erkenntnisse der UN-Beobachter, die ihre Untersuchungen in Tremseh, dem Ort des Massakers, auch am Sonntag weiterführten, deuten auf einen grausamen Kampf hin. "Die Angriffe galten gezielt den Häusern von Aufständischen und Deserteuren der Armee. Unsere Beobachter haben in den Häusern Blutlachen, Blutspritzer und Patronenhülsen gefunden", berichtete die UN-Sprecherin Susan Ghosheh. Wie viele Menschen bei den Kämpfen getötet wurden, sei noch unklar.
Alles gelogen, sagt die Syrische Regierung: "Das war kein Massaker, das war eine militärische Operation", teilte Jihad Makdissi, Sprecher des syrischen Außenministeriums, mit. "Es waren Kämpfe zwischen Sicherheitskräften deren Ziel es ist Zivilisten zu schützen und Bewaffneten die nicht an eine politische Lösung glauben." Eine Meinung die außer der syrischen Regierung derzeit niemand teilt. Am wenigsten wohl die eigene Bevölkerung.
Der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan bezeichnete das Blutbad von Tremseh als "versuchten Völkermord", wie türkische Medien berichteten. Die Taten seien Beleg dafür, dass das Regime dem Untergang geweiht sei. Das syrische Volk werde sich für diese Verbrechen rächen wollen, warnte er. Auch Außenminister Westerwelle warf dem Assad-Regime vor, einen Krieg gegen die eigene Bevölkerung zu führen. Jetzt müsse der UN-Sicherheitsrat dem Regime endlich seine Grenzen aufzeigen, sagte er der 'Bild am Sonntag'.
Iran will vermitteln - wenn Assad bleibt
Der Iran hat sich als Vermittler und Gastgeber für Friedensgespräche im Syrienkonflikt angeboten. "Der Iran ist bereit, die syrische Opposition für Gespräche nach Teheran einzuladen und auch dafür, Gespräche zwischen ihr (der Opposition) und der syrischen Regierung vorzubereiten", sagte Außenminister Ali Akbar Salehi laut der Nachrichtenagentur Isna. Der Iran unterstütze den Friedensplan von Sondervermittler Kofi Annan, allerdings nur, wenn Präsident Baschar al-Assad an der Macht bleibe. Dies gilt jedoch als größtes Hemmnis für eine Einigung mit der Opposition. Die Krise müsse im "syrisch-syrischen Rahmen" gelöst werden, ohne von außen auferlegte Entscheidungen.Ungeachtet der Diskussion um das Massaker von Tremseh gingen die Kämpfe in Syrien unvermindert weiter. "Schaut euch diese Zerstörung an. Ein zehnstöckiges Gebäude, zusammengeschossen von Panzern. Hört die Artillerie, Raketen und Helikopter", rief ein Aufständischer in Homs in eine TV-Kamera. Auch andere Videos sollen erneut Angriffe der syrischen Armee von heute auf die eigene Bevölkerung zeigen.
Auch in der syrischen Hauptstadt Damaskus lieferten sich Regierungstruppen und Rebellen nach Angaben von Aktivisten heftige Kämpfe. Die Gefechte gehörten zu den schwersten bei Tag innerhalb der Stadtgrenzen. Sie konzentrierten sich auf das Armenviertel Al-Tadamon im Süden von Damaskus. Die Bewohner versuchten zu fliehen, es gebe bereits Verletzte. Es seien Schüsse schwerer Waffen zu hören und gepanzerte Fahrzeuge zu sehen. Über der Gegend steige Rauch auf. Vorausgegangen seien andauernde nächtliche Kämpfe in einem benachbarten Viertel.





