Syrien: Massaker in Tremseh schockiert die Welt
13.07.12
In der syrischen Rebellenhochburg Homs steht kein Stein mehr auf dem anderen.Foto: Reuters
Bundesregierung fordert UN-Beobachter am Ort des Verbrechens
Das weltweite Entsetzen über das Massaker in dem syrischen Dorf Tremseh in der Provinz Hama mit bis zu 250 Toten ist groß. Der Syrien-Vermittler der UN, Kofi Annan sagte, er sei schockiert und entsetzt über die hohe Zahl von Toten. "Dies ist eine Verletzung der von der Regierung versprochenen Beendigung des Einsatzes schwerer Waffen in Wohngebieten und ihres Bekenntnisses zum Sechs-Punkte-Friedensplan."
Oppositionsangaben zufolge sollen unter den getöteten Menschen viele Frauen und Kinder sein. Die Rebellen erklärten, die Armee habe das Dorf belagert und unter Beschuss genommen. Dann seien Milizionäre des Regimes aus umliegenden Dörfern in den Ort gekommen, um die Menschen in ihren Häusern zu töten. Die Suche nach den Opfern habe bis in die Nacht gedauert. 150 Leichen seien in die Moschee des Dorfes gebracht worden.
Ein aus dem Dorf geflohener Bewohner berichtete, dass es sich bei den Milizionären um Alawiten gehandelt habe, die dem Clan von Präsident Baschar al-Assad nahe stehen. Sie seien über das Dorf hergefallen, nachdem sich die Rebellen aus der Gegend zurückgezogen hätten. Sämtliche Gebäude seien in Brand gesteckt worden.
Die syrische Regierung bestreitet die Vorwürfe. Die staatliche Nachrichtenagentur SANA berichtete, Terroristen hätten das Dorf überfallen und Zivilisten getötet. Ziel sei es, die öffentliche Meinung gegen die Regierung aufzuheizen und militärische Aktionen vorzubereiten. Weder die Angaben der Aufständischen, noch die der Regierung lassen sich derzeit überprüfen.
General Robert Mood, Kommandeur der UN-Beobachter in Syrien sagte, seine Teams stünden bereit um die Bluttaten in Tremseh zu untersuchen, falls es eine glaubwürdige Feuerpause gebe. Auch die Bundesregierung forderte Syrien "sehr nachdrücklich" auf, den UN-Beobachtern unverzüglich Zugang zum "Ort des Verbrechens" zu gewähren, wie Regierungssprecher Steffen Seibert sagte. Die notwendigen Untersuchungen müssten ungehindert durchgeführt werden. Doch laut Informationen aus UN-Kreisen ignoriert das Regime die Forderung nach Zugang zum Schauplatz.
Oppositionsangaben zufolge sollen unter den getöteten Menschen viele Frauen und Kinder sein. Die Rebellen erklärten, die Armee habe das Dorf belagert und unter Beschuss genommen. Dann seien Milizionäre des Regimes aus umliegenden Dörfern in den Ort gekommen, um die Menschen in ihren Häusern zu töten. Die Suche nach den Opfern habe bis in die Nacht gedauert. 150 Leichen seien in die Moschee des Dorfes gebracht worden.
Ein aus dem Dorf geflohener Bewohner berichtete, dass es sich bei den Milizionären um Alawiten gehandelt habe, die dem Clan von Präsident Baschar al-Assad nahe stehen. Sie seien über das Dorf hergefallen, nachdem sich die Rebellen aus der Gegend zurückgezogen hätten. Sämtliche Gebäude seien in Brand gesteckt worden.
Die syrische Regierung bestreitet die Vorwürfe. Die staatliche Nachrichtenagentur SANA berichtete, Terroristen hätten das Dorf überfallen und Zivilisten getötet. Ziel sei es, die öffentliche Meinung gegen die Regierung aufzuheizen und militärische Aktionen vorzubereiten. Weder die Angaben der Aufständischen, noch die der Regierung lassen sich derzeit überprüfen.
General Robert Mood, Kommandeur der UN-Beobachter in Syrien sagte, seine Teams stünden bereit um die Bluttaten in Tremseh zu untersuchen, falls es eine glaubwürdige Feuerpause gebe. Auch die Bundesregierung forderte Syrien "sehr nachdrücklich" auf, den UN-Beobachtern unverzüglich Zugang zum "Ort des Verbrechens" zu gewähren, wie Regierungssprecher Steffen Seibert sagte. Die notwendigen Untersuchungen müssten ungehindert durchgeführt werden. Doch laut Informationen aus UN-Kreisen ignoriert das Regime die Forderung nach Zugang zum Schauplatz.
Mit Chemiewaffen und Streubomben gegen die eigene Bevölkerung?
Derweil forderte der Chef des oppositionellen Syrischen Nationalrats (SNC), Abdel Basset Sajda, die internationale Gemeinschaft zum Handeln auf. "Das ist eine Schande für den UN-Sicherheitsrat und die Arabische Liga." Sajda forderte eine Resolution die "alle Optionen auf den Tisch bringt", darunter auch den Einsatz von Gewalt. "Dieses syrische Regime versteht nur die Sprache der Gewalt", sagte er dem Fernsehsender Al Jazeera.Ungeachtet des Blutvergießens gibt es im UN-Sicherheitsrat weiter keine Einigung zu einer gemeinsamen Syrien-Resolution. Den vom Westen eingebrachten Entwurf mit Sanktionen gegen das Assad Regime bezeichnete der russische Vize-Außenminister Gennadi Gatilow als "inakzeptabel". Er sei zu einseitig, da allein der syrischen Regierung Pflichten auferlegt würden. Deutschlands UN-Botschafter Peter Wittig sagte, es gebe da immer noch eine Kluft, aber man werde im konstruktiven Geiste weitermachen.
Zuvor sorgte ein Bericht des 'Wall Street Journal' für große Unruhe. Das syrische Regime hätte offenbar damit begonnen, Chemiewaffen aus den Lagern zu holen. Unklar sei noch, ob die Waffen vor Aufständischen in Sicherheit gebracht oder einsatzbereit gemacht werden, schrieb das Blatt. Syrien besitzt größere Mengen der Nervenkampfstoffe Sarin und Senfgas. Die US-Regierung zeigte sich sehr besorgt. Bei einem Zusammenbruch des Regimes plane Washington, dass Spezialeinheiten aus dem Nachbarland Jordanien die syrischen Chemiewaffenlager sichern.
Unterdessen hat die Menschenrechtsorganisation "Human Rights Watch" der syrischen Regierung vorgeworfen, im Kampf gegen die Rebellen auch Streubomben einzusetzen. Die Bomben seien eindeutig auf einem Amateurvideo im Internet zu erkennen.





