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Drama in den Alpen: Haben Bergsteiger die Lawine selbst ausgelöst?

13.07.12
Montblanc, LawinenunglückNach dem schweren Bergsteigerdrama am Montblanc versuchen Frankreichs Behörden zu klären, warum mitten im Sommer eine Lawine neun Menschen in den Tod riss.
Foto: dpa bildfunk

Unglück in 4.000 Metern Höhe

Nach dem schweren Bergsteigerdrama am Montblanc versuchen Frankreichs Behörden zu klären, warum mitten im Sommer eine Lawine neun Menschen in den Tod riss. Als mögliche Ursache für die tödliche Lawine gilt eine 40 Zentimeter dicke Eisplatte. Diese könnte gebrochen sein und damit die Lawine ausgelöst haben, sagte der Präfekt des Departement Haute-Savoie, Philippe de Rumigny. Unklar blieb, ob sie von einem Alpinisten losgetreten wurde oder sich anderweitig gelöst hat.

Die getöteten Bergsteiger, drei Deutsche, ein Schweizer, drei Briten und zwei Spanier, waren bei gutem Wetter von Schneemassen mitgerissen worden. Nach Angaben der Rettungskräfte geschah das Unglück in mehr als 4.000 Metern Höhe am Mont Maudit. Er liegt für Bergsteiger auf dem Weg zum Montblanc, der mit 4.810 Metern der höchste Berg der Alpen ist. Insgesamt 15 Personen wurden mit leichten Verletzungen ins Krankenhaus gebracht.

Die drei aus Deutschland stammenden Lawinenopfer vom Montbanc kommen aus Baden-Württemberg, Hamburg und Sachsen. Das bestätigte das Auswärtige Amt. Nach Angaben der Polizei in Heidelberg ist das Opfer aus Baden-Württemberg ein 40-jähriger Mann.

Deutsche Unglücksbergsteiger identifiziert

Überlebender Rossetto berichtet von dem Unglück

"Es war, als würde ich in einer Waschmaschinentrommel stecken", berichtete der gerettete Gebirgsführer Daniel Rossetto der Zeitung 'Le Parisien'. Der 63-Jährige war am Donnerstag mit zwei dänischen Alpinisten unterwegs und kam, wie seine Kunden auch, mit nur leichten Verletzungen davon. Die Lawine sei um 5.15 Uhr plötzlich und "ohne Geräusch, nur mit einem Hauch" über die Gruppe hereingebrochen, sagte Rossetto. "Wir haben versucht zu widerstehen, aber das hat uns den Hang hinab gedrückt - 250 Meter unterhalb des Platzes, an dem wir uns befanden." Die anderen Seilschaften, die in den Tod gerissen wurden, habe er nicht gesehen.

Die Tragödie zum Auftakt der diesjährigen Tourismus-Saison gilt als eines der schlimmsten Lawinen-Unglücke seit Jahren am Montblanc-Massiv. Vergangene Woche waren in den Schweizer Alpen bereits fünf deutsche Bergsteiger ums Leben gekommen.

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