EU: Notfallplan für Schicksalswahl in Griechenland
15.06.12
Favorit Tsipras: Wohin will er Griechenland führen?Foto: dpa bildfunk
Kein Platz für Fußballfieber
Die Nervosität steigt. Zunächst spielt die griechische Mannschaft bei der Fußball-Europameisterschaft in Polen und der Ukraine am Samstagabend ihr wahrscheinlich letztes Spiel. Der Einzug ins Viertelfinale ist eigentlich nur noch theoretisch möglich.
Bei den ganzen Sorgen hat König Fußball nicht einmal die Chance, auch nur für kurze Zeit die Regentschaft zu übernehmen: "Ich glaube nicht, dass die EM so wichtig ist! Auch wenn wir annehmen würden, die griechische Mannschaft könnte es weit schaffen: Die allgemeine Stimmung ist im Moment so schlecht und unsere Perspektiven so schlecht, dass wir uns einfach nicht freuen können", wurde ein griechischer Bürger im Deutschlandfunk schon vor Beginn der EM zitiert.
Eine Frau sagte vor dem ersten Spiel der Griechen: "Dabei sein ist alles!" Der Olympische Geist, vor ein paar Tausend Jahren in Griechenland geboren. Aber gilt der auch für den Euro?
Im Grunde schon, laut Umfragen wollen die meisten Griechen in der Euro-Zone bleiben, aber keiner weiß derzeit, ob sie es wirklich werden.
Am Sonntag wählt das griechische Volk zum zweiten Mal in diesem Jahr eine Regierung. Beim ersten Mal im Mai hat es nicht geklappt, die Parteien konnten sich nicht einigen. Symbolisch für die Ungewissheit und Verzweiflung im Land.
Die Griechen schauen an diesem Wochenende eher auf die Geschehnisse innerhalb ihrer Grenzen – und deren Folgen außerhalb. Dort – vor allem in den Ländern der EU und der Euro-Zone – wappnet man sich für den 'Notfall', von dem man nicht so genau weiß, wie er aussehen wird, es kursieren lediglich verschiedene düstere Szenarien.
Wenn sich die Gegner der Reform- und Sparmaßnahmen, allen voran das Linksbündnis Syriza um Alexis Tsipras durchsetzen, könnte das den Euro-Austritt besiegeln. Auch wenn Tsipras sagt, er wolle in der Euro-Zone bleiben: Wenn er die von Europa auferlegten Maßnahmen nicht erfüllt, ist es möglich, dass man ihn dort nicht mehr will.
Bei den ganzen Sorgen hat König Fußball nicht einmal die Chance, auch nur für kurze Zeit die Regentschaft zu übernehmen: "Ich glaube nicht, dass die EM so wichtig ist! Auch wenn wir annehmen würden, die griechische Mannschaft könnte es weit schaffen: Die allgemeine Stimmung ist im Moment so schlecht und unsere Perspektiven so schlecht, dass wir uns einfach nicht freuen können", wurde ein griechischer Bürger im Deutschlandfunk schon vor Beginn der EM zitiert.
Eine Frau sagte vor dem ersten Spiel der Griechen: "Dabei sein ist alles!" Der Olympische Geist, vor ein paar Tausend Jahren in Griechenland geboren. Aber gilt der auch für den Euro?
Im Grunde schon, laut Umfragen wollen die meisten Griechen in der Euro-Zone bleiben, aber keiner weiß derzeit, ob sie es wirklich werden.
Am Sonntag wählt das griechische Volk zum zweiten Mal in diesem Jahr eine Regierung. Beim ersten Mal im Mai hat es nicht geklappt, die Parteien konnten sich nicht einigen. Symbolisch für die Ungewissheit und Verzweiflung im Land.
Die Griechen schauen an diesem Wochenende eher auf die Geschehnisse innerhalb ihrer Grenzen – und deren Folgen außerhalb. Dort – vor allem in den Ländern der EU und der Euro-Zone – wappnet man sich für den 'Notfall', von dem man nicht so genau weiß, wie er aussehen wird, es kursieren lediglich verschiedene düstere Szenarien.
Wenn sich die Gegner der Reform- und Sparmaßnahmen, allen voran das Linksbündnis Syriza um Alexis Tsipras durchsetzen, könnte das den Euro-Austritt besiegeln. Auch wenn Tsipras sagt, er wolle in der Euro-Zone bleiben: Wenn er die von Europa auferlegten Maßnahmen nicht erfüllt, ist es möglich, dass man ihn dort nicht mehr will.
Griechenland braucht eine stabile Regierung
Das hätte nicht nur Folgen für Griechenland, sondern für die gesamte Weltwirtschaft, die wohl in unkalkulierbare Turbulenzen geraten würde. Aus Kreisen der G20, die sich am Tag nach der Wahl in Mexiko treffen will, verlautete, dass die wichtigsten Notenbanken der Welt angesichts für eine koordinierte Aktion zur Stabilisierung der globalen Finanzmärkte bereitstehen. Man bereite sich auf Versorgung der Finanzmärkte mit frischem Geld vor, hieß es.Sollte sich Syriza durchsetzen und sich dann nicht an die Abmachungen mit Europa halten, werden wohl die Hilfszahlungen eingestellt. Griechenland würde in den Bankrott abdriften, müsste den Euro verlassen und zur Drachme zurückkehren. Allerdings wäre das Land mit einer neuen Währung 'blutleer'.
Vor dem endgültigen Ende des Euros in Hellas würden die Griechen ihr gesamtes 'Euro-Geld' ins Ausland in Sicherheit bringen. Glaubt man den Experten, wären die Folgen unabsehbar. Die Krisenstimmung eines griechischen Austritts ('Grexit') würde überschwappen auf ganz Europa. Investoren könnten das Vertrauen in andere Krisenländer wie Spanien, Italien oder Portugal verlieren.
Welches Szenario auch immer der Wahl in Griechenland folgt: Als allererstes braucht das Land stabile Regierungsverhältnisse. Die Ungewissheit lastet schwer auf dem gebeutelten Land. "Eine dritte Wahlrunde wäre selbstmörderisch", sagte Antonis Samaris, Chef der konservativen ND. Zusammen mit dem Chef der sozialistischen Pasok, Evangelos Venizelos, schlug er die Bildung einer Regierung der nationalen Einheit vor. Die linksgerichtete Syriza lehnte den Vorschlag umgehend ab.





