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Syrien: Kinder als Schutzschilde benutzt

12.06.12
Syrien: Kider als SchutzschildeDie Vereinten Nationen haben einen erschreckenden Bericht über den Einsdatz vion Kindern im Syrien-Konflikt vorgelegt.
Foto: Reuters

Schrecklicher Bericht über gefolterte und massakrierte Kinder

Es gibt fast täglich neue Schreckensmeldungen aus Syrien, doch diese ist besonders bitter: Syrische Truppen sollen Kinder als menschliche Schutzschilde missbraucht haben.

Das berichtete die britische BBC unter Berufung auf einen Bericht der Vereinten Nationen. Ihr Team sei mit "schrecklichen" Schilderungen über gefolterte und massakrierten Kinder aus Syrien zurückgekehrt, sagte die UN-Sondergesandte für Kinder in bewaffneten Konflikten, Radhika Coomaraswamy, dem Sender. So hätten Kinder erzählt, dass sie sich auf Panzer hätten setzen müssen, damit diese nicht von Aufständischen angegriffen würden.

Die Vereinten Nationen haben Syrien mittlerweile auf die 'Liste der Schande' gesetzt. Dort werden die Länder festgehalten, in denen Kinder in bewaffneten Konflikten getötet, sexuell angegriffen und rekrutiert werden. Auch der Jemen und der Sudan sind auf der Liste vermerkt.

UN: Kinder als Schutzschilde benutzt

Russland liefert weiter Hubschrauber an das syrische Regime

Sie habe es noch nie zuvor erlebt, dass Kinder nicht verschont würden, sondern in einem Konflikten sogar noch als Ziel dienten. "Wir haben Kinder gesehen, die gefoltert wurden und die noch die Spuren der Folter tragen", sagte Coomaraswamy. "Wir sind wirklich geschockt(...) Diese Folterungen von Kindern in Gefangenschaft, Kinder von gerade einmal zehn Jahren, das ist sehr außergewöhnlich, das haben wir woanders wirklich noch nicht gesehen."

Viele ehemalige Soldaten hätten von Schüssen auf Wohngebiete berichtet. Sie hätten Kinder und Kleinkinder gesehen, die getötet und verstümmelt worden sein.

Zugleich erhob sie Vorwürfe gegen die oppositionelle Freie Syrische Armee, die ebenfalls Kinder in Gefahr bringe. "Zum ersten Mal hörten wir auch, dass Kinder von der Freien Syrischen Armee rekrutiert werden, vor allem für medizinische und Hilfsarbeiten, aber immer noch an der Front", sagte Coomaraswamy.

Die Gewalt eskaliert. Das Regime setzt schwere Waffen ein gegen Aufständische, die offenbar zunehmend besser ausgerüstet sind. Nach jüngsten Informationen des US-Außenministeriums sollen erneut Angriffshubschrauber aus Russland nach Syrien geliefert worden sein. "Das wird den Konflikt ziemlich dramatisch eskalieren", sagte US-Außenministerin Clinton.

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon hat sich "tief besorgt über die gefährliche Zunahme der Gewalt in ganz Syrien" und die Gefahr für die Zivilbevölkerung in den umkämpften Gebieten geäußert. "Das Blutvergießen und die Kämpfe müssen sofort aufhören", forderte Ban nach Angaben seines Sprechers.

Doch die Angriffe werden fortgesetzt: Am Dienstag wurden bei neuen Angriffen nach Angaben der Opposition binnen weniger Stunden mindestens 30 Menschen getötet, darunter auch Kinder. Gebiete in der Provinz Deir as-Saur seien im Morgengrauen mit Granaten beschossen worden. Bewaffnete stoppten in der Provinz Homs nach Angaben der Regierungsbehörden zudem zwei Busse und entführten alle Passagiere. Für die Berichte gab es zunächst keine unabhängige Bestätigung.

Verzweifelte Menschen flohen vor der Gewalt ins Nachbarland Türkei - allein am Dienstag rund 370, zumeist Frauen und Kinder. Nach Angaben des türkischen Außenministeriums halten sich derzeit mehr als 27.000 syrische Flüchtlinge in der Türkei auf.

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