Behörden-Pannen in Emden: Ermittlungen gegen Polizisten
12.07.12
Emder entschuldigen sich bei Unschuldigem
Nach der Pannenserie im Mordfall Lena werden nun strafrechtliche Ermittlungen gegen mehrere Polizisten eingeleitet. Die Staatsanwaltschaft Aurich ermittelt gegen zwei Beamte der Polizeiinspektion Aurich. Es bestehe der Anfangsverdacht der Strafvereitelung im Amt, teilte die Ermittlungsbehörde mit. Es geht den Angaben zufolge um die Bearbeitung eines Verfahrens wegen Kinderpornografie gegen den 18 Jahre alten Tatverdächtigen. Nun müssten die Art der Aktenbearbeitung und die exakten Zeitabläufe geklärt werden.
Außerdem gibt es Disziplinarverfahren gegen diese beiden und weitere Beamte. Niedersachsens Innenminister Uwe Schünemann spricht von individuellen Fehlern.
Es besteht dringender Klärungsbedarf: Der tatverdächtige 18-Jährige hatte sich bereits im November bei der Polizei Emden nach einer Behandlung in der Psychiatrie als Pädophiler angezeigt. "Er wollte gegen diese Krankheit ankämpfen. Teil dieser Therapie war die Selbstanzeige", sagte Landespolizeidirektor Volker Kluwe in Hannover.
Neben dem Besitz von Kinderpornos hatte der 18-Jährige zugegeben, bereits 2010 zu Hause ein siebenjähriges Mädchen ausgezogen und fotografiert zu haben. Die Mutter hatte ihn dabei ertappt und das Jugendamt informiert. Wenn der junge Mann damals rechtzeitig intensiver überprüft worden wäre, hätte der Mord an der elfjährigen Lena vielleicht verhindert werden können.
Der 18-Jährige hatte die Tötung Lenas bei seiner Vernehmung am Wochenende zugegeben. Seitdem schweigt der in Untersuchungshaft sitzende Mann. Das Mädchen war am 24. März in einem Parkhaus umgebracht worden, vermutlich zur Verdeckung eines vorangegangenen Sexualverbrechens. Ursprünglich war ein 17-Jähriger verdächtigt worden. Am Abend versammelten sich in Emden rund 200 Menschen aus Solidarität für den zu Unrecht Festgenommenen, der inzwischen volljährig ist.
Außerdem gibt es Disziplinarverfahren gegen diese beiden und weitere Beamte. Niedersachsens Innenminister Uwe Schünemann spricht von individuellen Fehlern.
Es besteht dringender Klärungsbedarf: Der tatverdächtige 18-Jährige hatte sich bereits im November bei der Polizei Emden nach einer Behandlung in der Psychiatrie als Pädophiler angezeigt. "Er wollte gegen diese Krankheit ankämpfen. Teil dieser Therapie war die Selbstanzeige", sagte Landespolizeidirektor Volker Kluwe in Hannover.
Neben dem Besitz von Kinderpornos hatte der 18-Jährige zugegeben, bereits 2010 zu Hause ein siebenjähriges Mädchen ausgezogen und fotografiert zu haben. Die Mutter hatte ihn dabei ertappt und das Jugendamt informiert. Wenn der junge Mann damals rechtzeitig intensiver überprüft worden wäre, hätte der Mord an der elfjährigen Lena vielleicht verhindert werden können.
Der 18-Jährige hatte die Tötung Lenas bei seiner Vernehmung am Wochenende zugegeben. Seitdem schweigt der in Untersuchungshaft sitzende Mann. Das Mädchen war am 24. März in einem Parkhaus umgebracht worden, vermutlich zur Verdeckung eines vorangegangenen Sexualverbrechens. Ursprünglich war ein 17-Jähriger verdächtigt worden. Am Abend versammelten sich in Emden rund 200 Menschen aus Solidarität für den zu Unrecht Festgenommenen, der inzwischen volljährig ist.
Anwalt von Lenas Familie ruft zu Besonnenheit auf
Innenminister Schünemann (CDU) räumte unterdessen schwere Fehler der Beamten ein. Bei der Polizei Aurich habe es offensichtlich Versäumnisse und eine schleppende Sachbearbeitung gegeben. "Das ist etwas, was mich auch persönlich sehr berührt", sagte Schünemann.So wurde die Selbstanzeige wegen sexuellen Missbrauchs lediglich einem Kinderpornografie-Verfahren untergeordnet, obwohl die Nacktaufnahme der Siebenjährigen das schwerere Vergehen war. Wie jetzt erst bekanntwurde, hatte den 18-Jährigen sein Stiefvater bereits im September 2011 angezeigt, weil er Kinderpornos auf dessen Computer heruntergeladen hatte.
Angesichts der Ermittlungspannen rief der Anwalt von Lenas Familie der 'Neuen Osnabrücker Zeitung' zufolge zur Besonnenheit auf. Bernhard Weiner sagte dem Blatt: "Versäumnisse sollten zunächst gründlich aufgeklärt werden, um dann auf sicherer Informationsbasis Schlüsse zu ziehen und über Konsequenzen zu entscheiden."
Zugleich forderte der Anwalt aus dem emsländischen Meppen, die Privatsphäre von Lenas Familie zu respektieren. "Ihre Wohnung ist von Neugierigen und Medienvertretern belagert", sagte er. Wer die Familie unterstützen wolle, solle sich "zurück- und fernhalten oder für Lena und ihre Familie beten".
Die Fehler in dem Fall wiegen umso schwerer, weil nur einen Tag nach der Selbstanzeige eine Joggerin knapp einer Vergewaltigung in den Emder Wallanlagen entkam. Die Polizei ordnete die Tat nach der Aufklärung des Mordes an Lena mit Hilfe einer DNA-Untersuchung dann dem 18-Jährigen zu. Jetzt prüfen die Fahnder auch einen weiteren Übergriff auf einen Jungen in Emden vom 1. März.
Mit Tauchern suchten die Ermittler bis zum Abend in den Kanälen der Wallanlagen der ostfriesischen Stadt nach der Tatwaffe. Es wurden keine relevanten Gegenstände gefunden, wie die Polizei mitteilte.





