Schwindet Assads Rückhalt in der Armee?
11.02.12
Bei einem Doppelanschlag starben in der syrischen Stadt Aleppo mindestens 90 Menschen.Foto: Reuters
Homs liegt unter heftigem Feuer
Die Gefechte zwischen Anhängern und Gegnern von Präsident Baschar al-Assad haben nun auch die syrische Hauptstadt erreicht. Nach Angaben von Oppositionellen kam es nahe Damaskus zu Kampfhandlungen zwischen Regierungstruppen des Regimes und Deserteuren der Armee.
Im Vorort Reef Damaskus seien Granateneinschläge und das Feuer schwerer Maschinengewehre zu hören, sagte der Aktivist Hani Abdullah. Informationen über mögliche Opfer lagen zunächst nicht vor. Auch aus Al-Kusair an der syrisch-libanesischen Grenze wurden Kämpfe gemeldet. "Syrische Truppen nehmen Al-Kusair seit dem frühen Morgen unter schweren Beschuss, weil dorthin viele Aktivisten und Deserteure aus Al-Khalidijeh und Baba Amro (in der Unruheprovinz Homs) geflohen sind", sagte der Aktivist Abu Raad.
Wegen der Gewalt des syrischen Regimes gegen Demonstranten setzen sich nach türkischen Angaben immer mehr Soldaten von der Armee ab. Inzwischen seien schätzungsweise 40.000 Armeeangehörige desertiert, zitierten türkische Medien den türkischen Außenminister Ahmet Davutoglu. Die Türkei steht in engem Kontakt zu den Aufständischen in Syrien und hat politischen Vertretern der Opposition und desertierten Offizieren Unterschlupf gewährt.
Rund um die Rebellenhochburg Homs wird die Lage auch immer dramatischer: Nach Oppositionsangaben haben Assads Truppen ihre Angriffe auf Homs verstärkt. Regierungsgegner sprachen von mindestens 20 Toten nach starkem Panzer- und Raketenbeschuss. "Das ist das heftigste Feuer seit dem Angriff auf Homs, der vor sechs Tagen begann", berichtete der Aktivisten-Vertreter Mohammad al-Hassan der Nachrichtenagentur Reuters über Satellitentelefon aus der Stadt.
Wie die staatliche syrische Nachrichtenagentur berichtete, kündigte das Innenministerium an, den "Terrorismus auszulöschen" und "diejenigen zur Strecke zu bringen, die die Sicherheit des Landes und der Bürger aufs Spiel setzen".
Am Freitag waren in Syrien mindestens 90 Menschen getötet worden, darunter 28, die nach offiziellen Angaben einem Doppelanschlag in der nördlichen Stadt Aleppo zum Opfer fielen. Wie das Gesundheitsministerium mitteilte, wurden in Aleppo 235 Menschen verletzt. Während die staatlichen Medien "terroristische Gruppen" für die Anschläge in der bis dato von den Unruhen weitgehend verschonten Stadt verantwortlich machten, beschuldigte die Opposition das Regime von Präsident Baschar al-Assad, hinter der Tat zu stecken.
Im Vorort Reef Damaskus seien Granateneinschläge und das Feuer schwerer Maschinengewehre zu hören, sagte der Aktivist Hani Abdullah. Informationen über mögliche Opfer lagen zunächst nicht vor. Auch aus Al-Kusair an der syrisch-libanesischen Grenze wurden Kämpfe gemeldet. "Syrische Truppen nehmen Al-Kusair seit dem frühen Morgen unter schweren Beschuss, weil dorthin viele Aktivisten und Deserteure aus Al-Khalidijeh und Baba Amro (in der Unruheprovinz Homs) geflohen sind", sagte der Aktivist Abu Raad.
Wegen der Gewalt des syrischen Regimes gegen Demonstranten setzen sich nach türkischen Angaben immer mehr Soldaten von der Armee ab. Inzwischen seien schätzungsweise 40.000 Armeeangehörige desertiert, zitierten türkische Medien den türkischen Außenminister Ahmet Davutoglu. Die Türkei steht in engem Kontakt zu den Aufständischen in Syrien und hat politischen Vertretern der Opposition und desertierten Offizieren Unterschlupf gewährt.
Rund um die Rebellenhochburg Homs wird die Lage auch immer dramatischer: Nach Oppositionsangaben haben Assads Truppen ihre Angriffe auf Homs verstärkt. Regierungsgegner sprachen von mindestens 20 Toten nach starkem Panzer- und Raketenbeschuss. "Das ist das heftigste Feuer seit dem Angriff auf Homs, der vor sechs Tagen begann", berichtete der Aktivisten-Vertreter Mohammad al-Hassan der Nachrichtenagentur Reuters über Satellitentelefon aus der Stadt.
Wie die staatliche syrische Nachrichtenagentur berichtete, kündigte das Innenministerium an, den "Terrorismus auszulöschen" und "diejenigen zur Strecke zu bringen, die die Sicherheit des Landes und der Bürger aufs Spiel setzen".
Am Freitag waren in Syrien mindestens 90 Menschen getötet worden, darunter 28, die nach offiziellen Angaben einem Doppelanschlag in der nördlichen Stadt Aleppo zum Opfer fielen. Wie das Gesundheitsministerium mitteilte, wurden in Aleppo 235 Menschen verletzt. Während die staatlichen Medien "terroristische Gruppen" für die Anschläge in der bis dato von den Unruhen weitgehend verschonten Stadt verantwortlich machten, beschuldigte die Opposition das Regime von Präsident Baschar al-Assad, hinter der Tat zu stecken.
UN-Vollversammlung tagt zu Syrien
Nach der gescheiterten Syrien-Resolution im UN-Sicherheitsrat soll sich die UN-Vollversammlung mit der Lage in dem arabischen Land befassen. Wie der US-Fernsehsender CNN berichtete, will Saudi-Arabien ein ähnlich formuliertes Dokument vorlegen.Die Vollversammlung kann zwar offiziell Verurteilungen aussprechen, Sanktionen obliegen allein dem Sicherheitsrat. Das Gremium der 15 Staaten, darunter in diesem Jahr noch Deutschland, hatte sich aber nicht auf eine Resolution einigen können. Ein Entwurf, der keine Strafmaßnahmen enthielt, war am vergangenen Samstag am Veto Russlands und Chinas gescheitert.
Der dreiseitige saudische Entwurf verurteilt nach CNN-Angaben scharf die Verletzung von Menschenrechten durch das syrische Regime. In dem Papier sei die Rede von dem Einsatz von Gewalt gegen Zivilisten, willkürlichen Hinrichtungen, der Tötung und Verfolgung von Protestierenden, Verteidigern von Menschenrechten und Journalisten. Zudem enthalte der Entwurf Begriffe wie willkürliche Festnahmen, Folter, sexuelle Gewalt und Misshandlungen. Der Sender erklärte, er habe den Text von einer diplomatischen Quelle erhalten.
In der Protesthochburg Homs ging der Dauerbeschuss durch Regimetruppen weiter. Am Freitag starben nach Angaben von Aktivisten im ganzen Land etwa 110 Menschen, berichtete CNN. Die Vereinten Nationen schätzen, dass etwa 6.000 in dem fast einjährigen Konflikt ums Leben gekommen sind. Örtliche Koordinierungskomitees gehen dagegen von mehr als 7.300 Toten aus.






