Vettel triumphiert in der Wüste von Bahrain

22.04.2013 | 12:02
Kimi Räikkönen, Lotus, und Sebastian Vettel, Red Bull (rechts) Hatten Spaß in Bahrain: Kimi Räikkönen und Sebastian Vettel

Sebastian Vettel bleibt der PS-König der Wüste. Eine Woche nach dem verpassten Podium in Shanghai hat sich der dreimalige Weltmeister mit einem souveränen Sieg beim Großen Preis von Bahrain eindrucksvoll zurückgemeldet. Mit seinem überlegenen Red Bull sicherte sich der dreimalige Champion mit großen Vorsprung zum zweiten Mal in Folge den Triumph beim Wüsten-Grand-Prix.

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Platz 2 "erschlich" sich "Reifenflüsterer" Kimi Räikkönen. Dank einer starken Zwei-Stopp-Strategie kämpfte sich der Finne von Startposition 8 aufs Podium vor. Sein Lotus-Teamkollege Romain Grosjean wurde Dritter und machte damit das gleiche Podium wie im Vorjahr perfekt. Vettel jedoch durfte am Ende eines gemütlichen Arbeitstages über seinen 2. Saison-Sieg jubeln. "Das war ein Rennen ohne Fehler und Probleme", freute sich der 25-Jährige. "Ich musste schnell nach vorne kommen und dann nur noch auf meine Reifen achten."

Hinter den drei Renault befeuerten Podiumsbesuchern war überraschend Paul di Resta bester "Mercedes-Mann" und verwies Werkspilot Lewis Hamilton auf Rang 5. Die beiden deutschen Teamkollegen von di Resta und Hamilton erwischten dagegen einen rabenschwarzen Sonntag: Adrian Sutil landet mit dem zweiten Force India nach einer Startkollision mit Ferrari-Pilot Felipe Massa hinter Sauber-Mann Nico Hülkenberg nur auf Platz 13. Ganz bitter lief der 4. Saison-Lauf für Nico Rosberg: Von der zweiten Pole Position seiner Karriere wurde der Silberpfeil-Fahrer bis auf Rang 9 durchgereicht.

Alonso von DRS ausgebremst

Fernando Alonso, Ferrari Bei Alonso hing der DRS-Flügel fest.

Schon am Start musste Rosberg mit harten Bandagen kämpfen, um den von Position 2 gestarteten Vettel hinter sich zu halten. Das Duell der beiden deutschen Piloten nutzte Ferrari-Ass Fernando Alonso, um sich in Kurve 1 an Vettel vorbei zu quetschen. Doch zwei Kurven später korrigierte der dreimalige Weltmeister den Positionsverlust wieder.

"Am Anfang war es kritisch", berichtete Alonso später. "Mit Fernando war es in der ersten Runde ziemlich knapp auf der Außenbahn und Nico war eine harte Nuss." Nach der ersten Runde lautete die Reihenfolge: Rosberg vor Vettel, Alonso und di Resta. Der Force-India-Pilot profitierte von einer Kollision zwischen Massa und seinem Stallgefährten Sutil, bei der sich der Deutsche einen Reifen aufschlitzte und bis ans Ende des Feldes zurückfiel.

An der Spitze durfte sich Rosberg nicht lange über den Platz an der Sonne freuen. Schon in Umlauf 3 war es so weit: Selbst ohne DRS kassierte Vettel den Silberpfeil-Piloten. Schnell ging es noch weit er nach hinten für Rosberg: In Umlauf 5 musste er sich zunächst Alonso geschlagen geben, dann nacheinander auch noch di Resta und Massa, und bei seinem ersten Stopp in Runde 10 verlor Rosberg eine weitere Position an Mark Webber im zweiten Red Bull.

Auch die Siegchancen von Alonso waren zu diesem Zeitpunkt schon dahin. Ein defektes DRS-System zwang den Spanier bereits in Runde 8 zu einem außerplanmäßigen Stopp, bei dem das Problem jedoch nicht behoben werden konnte: Der aufklappbare DRS-Flügel am Heckspoiler ließ sich nicht mehr schließen, wodurch Alonso in den Kurven der notwendige Abtrieb fehlte. Als Achter rettete der Shanghai-Sieger immerhin noch vier WM-Punkte. Leer ging Teamkollege Massa aus, der nach zwei Reifenschäden am Ende nur auf Platz 15 landete.

Für Vettel dagegen lief alles nach Plan: In Umlauf 11 wechselte der Titelverteidiger von Medium-Reifen auf die harte Mischung. Für vier Runden durfte di Resta Führungsluft schnuppern. Als der Brite zu seinem ersten Service in die Boxengasse abbog, überholte Vettel zeitgleich auf der Strecke Räikkönen und übernahm wieder die Führung, die er bei seinen weiteren Stopps in den Runden 26 und 42 erst gar nicht mehr abgab.

Vettel gewann nach 308,238 Kilometern ungefährdet mit 9,111 Sekunden Vorsprung vor Räikkönen und baute damit in der WM seinen Vorsprung vor dem 'Iceman' (67 Punkte) auf zehn Zähler aus. Alonso (47) fiel in der Gesamtwertung hinter Hamilton (50) auf Rang vier zurück.

Der Mercedes-Neuzugang blieb auch im vierten WM-Lauf vor Teamkollege Rosberg, der sich nicht nur vier Mal neue Reifen holen musste, sondern bereits kurz vor Rennmitte von seinem Renningenieur auch noch zum Spritsparen aufgefordert wurde. Glück im Unglück hatte Rosberg bei einer Kollision mit Webber, die für beide glimpflich verlief. "Das ist sowas von ernüchternd. Grausam", klagte Rosberg nach dem Rennen. "Ich bin nur rumgerutscht, von Runde eins an."

Wie auf Schienen fuhr dagegen Vettel dem 28. Sieg seiner Karriere entgegen. Erst im letzten Rennviertel nahm Vettel, der zu diesem Zeitpunkt über 25 Sekunden Vorsprung auf seinen nächsten Verfolger hatte, etwas Tempo heraus. "Unser Speed war phänomenal. Wir waren teilweise eine Sekunde schneller als der Rest des Feldes", konstatierte Vettel, der den Speed seiner 'Hungry Heidi' nutzte, um kurz vor Schluss auch noch die schnellste Rennrunde (1:36,961 Minuten) in den Asphalt zu brennen.

Bildquelle: Reuters / xpb.cc

WM-Stand 2016

Ganzer WM-Stand
Platz Fahrer Team Land Punkte A B S S C C C B R S H H C A M S S C A A Y
1 GER N. Rosberg MER GER 100 25 25 25 25 A - - - - - - - - - - - - - - - -
2 FIN K. Räikkönen FER FIN 61 A 18 10 15 18 - - - - - - - - - - - - - - - -
3 GBR L. Hamilton MER GBR 57 18 15 6 18 A - - - - - - - - - - - - - - - -
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