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Rising Star
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Auf der Suche nach einem Freund fürs Ende der Welt

06.09.12 16:06
3 von 5 Punkten

3 von 5 Punkten

Was würde man tun, wenn man weiß, dass in drei Wochen ein unaufhaltsamer riesiger Asteroid die Erde in Schutt und Asche legen wird? In „Armageddon“ schickte man Bruce Willis ins All, um das Ding auf eine andere Umlaufbahn zu sprengen, in Lars von Triers „Melancholia“ warteten die Protagonisten depressiv darauf, dass es endlich rumst. Auf so ein Ende stellt sich auch Versicherungsvertreter Dodge (Steve Carell) ein und sucht nach einem „Freund fürs Ende der Welt“. Denn die Aussicht auf den baldigen Tod hat seine Frau (hübsche Idee: Kurzauftritt von Carells Ehefrau Nancy) zu der Überzeugung gebracht, dass sie nach all den vergeudeten Jahren an der Seite eines Langweilers nicht noch weitere 21 Tage mit ihm verbringen will. Auf seine Freunde kann Dodge auch nicht zählen. Die feiern wilde Orgien mit ungeschütztem Sex und allem, was sie an Drogen kriegen können – wenn man einmal keine Angst vor den Folgen haben muss. Nichts für Langweiler Dodge.

Aus lauter Hilfslosigkeit versucht er nicht – wie Millionen andere – eine kopflose Flucht, sondern geht als einer der wenigen weiter zu seiner öden Arbeit. Doch dann lernt er seine niedliche Nachbarin Penny (Keira Knightley) kennen, die ebenfalls Liebeskummer hat, und sie stellt die letzten Tage seines Lebens gehörig auf den Kopf. Das extrovertierte Mädchen nimmt leider alles auf die leichte Schulter – und hat deshalb Dodges falsch eingeworfene Post auch nicht ein Stockwerk höher getragen. Als Dodge nun doch noch den Brief von seiner Jugendliebe Olivia erhält, wähnt er es schon zu spät. Aber Penny in ihrem unerschütterlichen Optimismus zerrt ihn aus dem Haus, um der Frau seines Lebens doch noch einen Besuch abzustatten.

Etwas oberflächlich, aber gut gespielt

Ab da wird aus der Endzeit-Komödie plötzlich ein Roadmovie, das zunehmend zerfasert. Während die beiden Hauptfiguren zwar nicht perfekt harmonieren, aber zumindest überzeugend gespielt sind, hakt die Story eine Station nach der anderen ab und bietet oberflächliche und typisierte Nebenfiguren. Auch das Weltuntergangsszenario wird eher plump eingeführt, es fehlt an originellen Ideen für dieses an sich ja interessante Gedankenspiel. Hier merkt man, dass Autorin und Regiedebütantin Lorene Scafaria die Routine und das kombinatorische Geschick fehlen, um ein paar nette Einfälle auf durchweg unterhaltsame 101 Minuten aufzublasen. Gut, dass sie für ihren ersten Spielfilm gleich zwei Allroundtalente wie Keira Knightley und Steve Carell verpflichten konnte, die beide sowohl lustig sein können als auch ernsthafte Nuancen glaubhaft verkörpern. Die reißen einiges wieder heraus und sorgen dafür, dass dem Zuschauer am Ende doch nicht so egal ist, ob die Welt nun untergeht oder nicht.

Von Mireilla Zirpins