SA | 24.09. | 22:30

Boxen

Tyson Fury: "Ich bin der Auserwählte"

Tyson Fury
Tyson Fury ist sich seines Sieges über Wladimir Klitschko gewiss © REUTERS, Lee Smith

Am kommenden Samstag fordert der Brite Tyson Fury, Pflichtherausforderer der Verbände WBA und WBO, den amtierenden IBF- und IBO-Schwergewichtsweltmeister und WBA- und WBO-Superchampion Wladimir Klitschko in einem WM-Kampf in Düsseldorf heraus.

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Der 27-Jährige, der im Vorfeld mit markigen Sprüchen und einer Batman-Einlage für reichlich Schlagzeilen sorgte, sprach im Vorfeld des Kampfes im RTL-Interview über Gott und die Welt.

Tyson Fury über seinen Glauben:

“Ich würde nicht unbedingt sagen, dass ich religiös bin. Ich folge Gott, aber keiner bestimmten religiösen Gruppe. Das fühlt sich für mich nicht richtig an. Mein Onkel war Pfarrer, also bin ich schon als Kind mit der Thematik aufgewachsen – genauso wie ich in meiner Familie auch mit dem Boxen großgeworden bin. Gott ist also immer da gewesen. Mein Glaube aber wurde erst in den letzten Jahren konkreter.“

…über Gott:

“Man kann für irdische Dinge leben und für das, was diese Welt zu bieten hat. Aber wenn du das tust, wirst du unglücklich. Egal, wie viel Geld du verdienst, wohin du gehst, welches Auto du fährst oder in welchem Haus du lebst: Du bist nie zufrieden. Weil du immer mehr willst. Du hast immer das Gefühl, dass du etwas verpasst. Aber wenn du Gott in deinem Leben hast, dann bist du glücklich und zufrieden und du realisiert, dass es dort immer jemanden gibt, für den es wert ist zu leben. So ziehe ich meine Kraft aus meinem Glauben an den Allmächtigen. Denn ich weiß, dass es nach dieser Welt ein Leben gibt. Und ich werde in den Himmel kommen und meine Belohnung entgegennehmen.“

…über das ewige Leben:

“In der Bibel steht: ‘Was bringt es einem Mann, die Welt zu besitzen, wenn er seine Seele verliert‘? Was bringt es dir? Nichts. Falls wir 20, 50, 70 oder sogar 80 Jahre auf dieser Erde leben sollten und dann bloß sterben, wäre es eine sinnlose Lebenszeit. Es wäre sinnlos, einfach geboren zu werden, alt und weise und gebildet zu werden und dann einfach so zu sterben, als ob man einfach das Licht ausmachen würde. Das wäre eine sinnlose Existenz für mich. Ich bin sicher, dass es einen Himmel gibt und ein Leben nach dem Tod. Zu 1000 Prozent.“

... über den göttlichen Willen beim Klitschko-Kampf

“Ich verspüre keinen Druck, denn ich weiß, dass alles in Gottes Händen liegt. Und wenn es bestimmt ist und es mein Lebensweg ist, den Gott für mich vorgesehen hat, dann werde ich ihm folgen und ihn erreichen. Aber wenn es nicht der richtige Weg ist, dann schaue ich nach dem richtigen. Deshalb mache ich mir vor dem Kampf keinen Druck. Es ist ziemlich einfach: Das hier ist ein weiterer Kampf, den ich natürlich gewinnen will, den ich gewinnen muss, aber es ist alles der Wille Gottes. Wenn es so sein soll, dass ich gewinne, dann wird es auch so kommen. Wenn es nicht so sein soll, dann werde ich eben kein Champion werden. Alles, wofür ich bete, ist, dass beide Boxer heile aus dem Ring steigen werden und heile zu ihren Familien zurückkehren werden.“

… über Batman und das Verhältnis zum Self-Entertainment

“Die Leute haben mich gefragt, ob es eine psychologische Sache war, die ich dort geplant hatte, um Wladimir zu beeinflussen. „War es dies? War es das?“ Eigentlich hatte ich nur Spaß und wollte unterhalten. Denn Boxen ist nicht nur ein Sport, ich versuche auch zu unterhalten. Denn wenn ich die Fans nicht unterhalte, werden sie nicht wirklich Interesse daran haben, meinen Boxkampf zu sehen. Auch wenn ich mir außerhalb des Rings Späße erlaube, um zu unterhalten, nehme ich meinen Job definitiv ernst. Dies ist meine Berufung, es ist mehr als ein Sport für mich, es ist mein Leben und ich möchte noch für eine ganze Weile damit weitermachen.“

… über den Schlüssel zum Sieg gegen Wladimir Klitschko:

“Die Leute fragen sich, ob es die Größe ist, das Alter, das Gewicht. Aber das größte Ass im Ärmel, das ich habe, ist der Glaube an mich selbst. Was auch immer du in deinem Leben erreichen möchtest, du musst es zunächst tief in deinem Kopf einpflanzen und dann muss dieser Gedanke wachsen. Damit er wächst, musst du daran glauben. Und meiner ist nun vollkommen erblüht. Ich glaube zu 1.000 Prozent daran. Ich glaube daran, dass ich der Auserwählte bin, um Wladimir zu besiegen.“

… über Wladimirs nahendes Ende:

“Wladimir Klitschko gehört zu den Top 5 der besten Schwergewichtsboxer, die es je gab. Aber für jeden Profisportler ist die Zeit irgendwann gekommen, wo es vorbei ist. Egal, wie jung er zu sein glaubt - der Kopf ist bereit, aber der Körper wird irgendwann nicht mehr folgen können. Das Alter holt jeden irgendwann ein. Wladimir kommt langsam zum Ende seiner Karriere. Ich weiß, dass er gerne noch weitermachen möchte und dass er auch seinen Vertrag mit RTL verlängert hat, aber hoffentlich werde ich den übernehmen können, wenn ich ihn am 28. November besiege.“