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Team Wallraff

Team Wallraff: Undercover in "Burger King"-Filialen

28.04.2014 | 18:29

Fragwürdige Arbeitsbedingungen bei Franchisenehmer von Burger King.

Burger gibt es inzwischen fast an jeder Ecker, aber wie schaut es hinter den Kulissen aus? Enthüllungsjournalist Günter Wallraff schickt den Reporter Alexander Römer, verwandelt in Küchenhilfe Tobias, undercover in eine der Filialen des Franchisenehmers Ergün Yildiz. Vorkenntnisse braucht er dort nicht. Leidensfähigkeit, wie sich zeigen wird, umso mehr.

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Brötchen, Sauce, Paprika, Fleisch aufeinander legen, zuklappen, fertig. Maximal 20 Sekunden lässt der Produktionsplan hier Zeit für einen Burger. Doch der neue Mitarbeiter „Tobias“ ist viel zu langsam, wird direkt von seiner Vorgesetzten angemahnt. Doch nicht nur die Arbeitsbedingungen sind fragwürdig, sondern auch die Lagerung der frischen Zutaten: Salat, Tomaten Zwiebeln liegen geschnitten in Schalen. Nach vier Stunden müssten sie nach „Burger King“- Richtlinien eigentlich entsorgt werden. Im Yildiz-Imperium passiert das aber offenbar nicht. Stattdessen wird umetikettiert und die Haltezeit der Zutaten einfach verlängert.

Für Fachleute wie den Gastronomie-Experten Ronny Loll ist die Grenze eindeutig überschritten: „Keime, Bakterien wachsen explosionsartig und vier Stunden ist schon eine sehr lange Zeit." Doch es kommt noch schlimmer. Eine Küchenkraft muss zwischendurch Toiletten putzen. Offenbar wird auch am Reinigungspersonal gespart. Und nach der Toilettenreinigung wird das rohe Fleisch einfach mit bloßen Händen angefasst.

Für Günter Wallraff steht fest: "Da wird es einem am Bildschirm schon schlecht. Zumindest möchte man das Zeug nicht essen." Der Undercover-Reporter wird schließlich auch noch als Müllpresse missbraucht: Weil die Mülltonnen bereits voll sind, muss er mit einer Leiter den Müllschlucker hoch. Den Müll klein stampfen in Küchenkleidung – auch hier wird offenbar an zusätzlichen Container gespart.

Schließlich gelingt es dem Undercover-Reporter trotz allgegenwärtiger Video-Überwachung, Proben aus der Filiale zu schmuggeln. Die Ergebnisse sind eindeutig. Trotz der Recherche und Belege: Zu einer Stellungnahme war der Franchisenehmer nicht bereit.