Staatsanwalt im Gerichtssaal erschossen: Lebenslang für Dachauer Todesschützen

Besondere Schwere der Schuld

Der unfassbare Mord geschieht inmitten einer Verhandlung um einen Bagatellfall im Amtsgericht Dachau. Der Richter begründet gerade, warum er einen Spediteur wegen nicht bezahlter Sozialversicherungsbeiträge zu einem Jahr Haft auf Bewährung verurteilt hat. Plötzlich zieht dieser Angeklagte eine Pistole und zielt auf die Richterbank. Drei Schüsse gehen ins Leere. Danach feuert er drei weitere Male auf den Staatsanwalt. Der 31-Jährige - jung verheiratet - stirbt eine Stunde später im Krankenhaus.

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Der Todesschütze aus dem Dachauer Amtsgericht ist wegen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt worden. © dpa, Marc Müller

Jetzt wurde der Todesschütze wegen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt. Das Münchner Landgericht sprach den 55-Jährigen auch wegen dreifachen Mordversuchs schuldig und sah zudem eine besondere Schwere der Schuld.Damit kann der Mann auch bei guter Führung nicht nach 15 Jahren aus dem Gefängnis entlassen werden.

Vor dem Landgericht hatte der Angeklagte zugegeben, dass er auch den Richter töten wollte, der zusammen mit dem Protokollführer und der damaligen Anwältin des Mannes hinter der Richterbank Schutz gesucht hatte. Darin sah das Gericht Mordversuche.

Das Gericht folgte mit dem Urteil dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Der 55-Jährige habe die Tat eingeräumt, allerdings ohne jede Einsicht und Reue, hatte die Staatsanwältin gesagt. Wenn er die Möglichkeit dazu bekäme, sei ein weiterer "Rachefeldzug gegen die Justiz" nicht auszuschließen. Der Pflichtverteidiger hatte ebenfalls auf lebenslange Haft plädiert, aber keine besondere Schwere der Schuld gesehen.

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