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13. - 15. April: Großer Preis von China - Shanghai

19.03.12

Groß, größer, gigantisch! Der Formel-1-Kurs in Shanghai, der 2004 seine Premiere feierte, stellt die meisten GP-Strecken in den Schatten. Der 40 Kilometer vor den Toren der ostchinesischen Hafenmetropole vom deutschen Streckenarchitekt Hermann Tilke gebaute Kurs bietet 200.000 Zuschauern Platz und passt irgendwie perfekt zum 23-Millionen-Einwohner-Molloch Shanghai: gigantisch, modern und technisch anspruchsvoll.

Das China-Projekt war für Tilke und seine Mitarbeiter eine besondere Herausforderung. In einem Sumpfgebiet mit 17 Flüssen im Jiading-Distrikt wurden 40.000 Betonpfähle mit einer Länge zwischen 40 und 80 Metern in den Boden gerammt, um Piste und Gebäuden die nötige Standfestigkeit zu geben. Darüber wurde meterdick Styropor gelegt.18 Monate dauerten die Bauarbeiten, an denen bis zu 8.000 Menschen beteiligt waren. Mit 5,451 Kilometern ist der Kurs einer der längsten in der Formel 1. Der Streckenverlauf ähnelt dem chinesischen Zeichen 'shang', der Bestandteil des Stadtnamens Shanghai ist und "aufstrebend" bedeutet. "Aber das war gar nicht so gewollt, sondern ist zufällig entstanden", verriet Tilke.

China-GP: 1 Runde in Shanghai

Zick-Zack gegen böse Geister

Besonderheiten sind unter anderen zwei lange Geraden, drei Überholmöglichkeiten und zwei sehr anspruchsvolle Kurven: Eine sich verengende "Schnecke" und ihr Gegenstück, eine sich öffnende Kurve mit acht Prozent Quersteigung. "Die erste Kurve wird ganz langsam immer enger, das Tempo reduziert sich von 300 bis auf 100 km/h", erläutert Tilke. "Danach geht's in Serpentinen steil bergab. Auch das ist eine Besonderheit."

Bei der Gestaltung der futuristischen Bauten rund um die Strecke hat der Streckenbauer bewusst landestypische Symbolik in seinen Entwurf aufgenommen. "Wir haben sowohl in Bahrain als auch in Shanghai versucht, dass man erkennt, in welchem Land man ist. Man sollte erkennen, dass man in China ist", beschrieb Tilke seine Planungs-Philosophie.

So bricht sich im Dach der Tribüne mit rund 30.000 Plätzen Licht in den Macht und Glück symbolisierenden Farben gelb und rot. Für die Teamgebäude wurde ein chinesischer Garten nachgebaut. Zick-Zack-Stege, mit denen böse Geister abgeschreckt werden sollen, führen über die Seen. Rund 260 Millionen Euro kostete der Streckenneubau, das gesamte Projekt soll rund 500 Millionen Euro verschlungen haben.

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