TV HIGHLIGHT
Deutschland sucht den Superstar
TV-PROGRAMM
FR SA HEUTE MO DI MI DO JETZTColombiana
presenter

Haug: Ich musste die Verantwortung übernehmen

19.12.12 11:03
Norbert Haug (links) und Michael Schumacher Wollen künftig ihren Vorruhestand genießen: Norbert Haug und Michael Schumacher
Foto: dpa bildfunk

Die Trennung zwischen Mercedes und Motorsportchef Norbert Haug kam selbst für den neuen Mercedes-F1-Aufsichtsrat Niki Lauda "völlig überraschend". Für viele Experte ist Haug lediglich ein Bauernopfer-– nach drei erfolglosen Jahren als Werksteam in der Königsklasse musste die Konzernchef Dieter Zetsche einen "Sündenbock" präsentieren.

"Das bin ich keineswegs", wehrte sich Haug in der 'Bild' gegen Spekulationen, er sei gefeuert worden. Vielmehr habe er die Verantwortung dafür übernommen, dass Mercedes die gesetzten Ziele in der Formel 1 verfehlt habe: "Im Spitzensport wie in der Industrie muss einer die Verantwortung haben, das hat man zu akzeptieren, was ich mit voller Überzeugung tue", machte Haug auch gegenüber 'Sport Bild' deutlich.

"Wenn ich mit unseren Niederlagen in den letzten drei Jahren nicht zu tun hätte, dann hätte ich auch mit unserem Sieg in China dieses Jahr nichts zu tun gehabt. Und das würde mir nicht gefallen", betonte Haug und gestand auch persönliche Fehler ein: "Die Weiterentwicklung war schlecht bis sehr schlecht. Dann muss man als Chef ein Zeichen setzen - in das Unternehmen hinein und nach draußen", sagte Haug.

Der ehemalige Journalist gab zu, dass er das Team gerne "zum großen Erfolg“ geführt hätte. "Doch Mercedes wird auch ohne mich Weltmeister", ist Haug überzeugt. "Und wenn es nächstes Jahr einen guten Schritt vorangeht, denke ich schon, dass ich da dann auch noch einen Anteil daran haben werde." Zumal Haug bis kurz vor Saisonbeginn die Position des Mercedes-Motorsportchefs weiter kommissarisch begleiten wird.

Haug zieht positive Bilanz: Bin stolz

Wer sein Nachfolger wird, weiß Haug angeblich noch nicht, heizte jedoch die Spekulationen weiter an. "Vielleicht kommt ja ein sehr fähiger Fachmann, der sehr viel mehr kann als ich" sagte der Schwabe. Dass ein Ex-Rennfahrer wie Michael oder Ralf Schumacher oder etwa Mika Häkkinen seinen Job übernimmt, kann sich Haug dagegen nicht vorstellen. "Ich habe da ehrlich gesagt meine Zweifel, ob das die geborenen Büroarbeiter sind", so Haug.

Möglicherweise wird Haugs Position überhaupt nicht mehr besetzt. Denn mit Teamchef Ross Brawn gibt es ja einen Verantwortlichen für das Formel-1-Team und mit Niki Lauda einen starken und erfahrenen Mann im Aufsichtsrat. Mercedes benötigt somit lediglich einen Rennleiter für das Deutsche Tourenwagen Master (DTM).

Auch wenn seine Arbeit am Ende ungekrönt bleibt, zieht Haug ein positives Fazit von seiner Zeit bei Mercedes. "Ich bin durchaus stolz auf die großen Erfolg, die wir hatten", sagte Haug. "Kein anderer Hersteller hat diese Fülle an Erfolgen, ein halbes Dutzend Formel-1-WM-Titel, 32 in der DTM, Le-Mans-Sieg, Indianapolis-500-Sieg, GT-Weltmeister, um einige zu nennen."

Ein Comeback bei einem anderen Team kann sich Haug derzeit ebenso wenig vorstellen wie eine Rückkehr in seinen alten Job als Journalist. Wie Rekord-Champion Michael Schumacher will Haug seinen Ruhestand genießen. "Erst gibt’s vielleicht ein Comeback am Klavier", scherzte Haug. "Ich will mir viel Zeit für mich nehmen, mein Sportprogramm absolvieren, viel Ski fahren. Ich tippe eher auf Unruhestand."

Meinen Leuten bei wer-kennt-wen.de empfehlen

Waßer und Danner analysieren den China-GP

Renn-Analyse: Hinter Mercedes ist Bewegung  [02:50]