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So lief die wüste Prügelei: Haye schlug zuerst zu

19.02.12 13:04
Im Nahkampf: Dereck Chisora und David Hayes Trainer Adam Booth
Foto: dpa bildfunk

Die Prügelei mit David Haye im Anschluss an den WM-Fight gegen Vitali Klitschko hat für Dereck Chisora und seinen britischen Landsmann ein Nachspiel. Die Polizei ermittelt wegen gefährlicher Körperverletzung gegen Chisora. Gegen seinen Trainer werde ebenfalls wegen Körperverletzung ermittelt, teilten die Beamten in München am Sonntagnachmittag mit.

Nach seiner Prügelei mit Ex-Weltmeister Haye bei der Pressekonferenz im Anschluss an den WM-Kampf gegen Klitschko war Chisora am Sonntagmittag von der Polizei in München festgenommen worden. "Er wird von der Kriminalpolizei zu den Vorfällen gestern Abend befragt", sagte ein Polizeisprecher. Mittlerweile ist er wieder auf freiem Fuß. Auch Haye soll befragt werden, er wurde von der Polizei bislang aber nicht aufgefunden. Sein Aufenthaltsort war auch am Sonntagabend noch unbekannt. Die Polizei hatte in seinem Hotelzimmer nach dem Briten gesucht, ihn aber dort nicht angetroffen.

Der Bund Deutscher Berufsboxer (BDB) erwägt nach Angaben seines Präsidenten Thomas Pütz ein lebenslanges Box-Verbot für Chisora und Haye in Deutschland. Allerdings besitzt Haye nach seinem Rücktritt ohnehin keine Boxlizenz mehr.

Weit nach Mitternacht hatte Klitschko-Provokateur Chisora den endgültigen Beweis angetreten, warum er, wie vom BDB gefordert, aus dem Box-Business gezogen gehört. Bei der abschließenden Pressekonferenz nach seiner Niederlage gegen Vitali Klitschko fielen Chisora und sein Landsmann Haye plötzlich wie Kampfhunde übereinander her und prügelten sich quer durch den voll besetzten Raum in der Münchner Olympiahalle.

Was war vorgefallen? Haye, der als Co-Kommentator für einen britischen Fernsehsender in München im Einsatz war, fragte Vitali Klitschko, warum dieser nicht gegen ihn kämpfen wolle. Nachdem Haye jedoch zuletzt einen Kampf gegen Vitali platzen ließ, kam aus der Klitschko-Ecke nur ein kurzes "No". Daraufhin polterte Chisora, Haye solle erst einmal gegen ihn kämpfen. Mit diesem Vorschlag war Haye überhaupt nicht einverstanden. "Chisora, du hast dreimal verloren, du bist ein Verlierer!" Das war für den 'Del Boy' zu viel. Chisora stand sofort auf und wollte Haye an die Wäsche. Doch der agierte schneller und schlug sofort brutal zu.

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Chisora: "Ich erschieße dich"

Als sich die derzeit wohl größten Enfant terribles des Berufsboxens miteinander verkeilt hatten und Flaschen flogen, räumte Champion Klitschko entsetzt das Podium. Bruder Wladimir, der Haye im vergangenen Sommer einstimmig nach Punkten besiegt und ihm den WBA-Titel abgenommen hatte, stand kopfschüttelnd da. "Blutige Gesichter bei einer Pressekonferenz? Das ist eine Schande für das Boxen. Das sollen Vorbilder für die Jugend sein? Das ist unglaublich", schimpfte Wladimir Klitschko auf das britische Duo.

Die Bilanz nach der unübersichtlichen Keilerei: Chisora war an der Lippe verletzt, weil ihn Haye mit einer Flasche attackiert hatte; Hayes Trainer Adam Booth trug eine blutende Platzwunde auf dem Kopf davon. Chisoras Trainer Don Charles hatte Glück, dass er nicht getroffen wurde, als Haye mit einem Kamerastativ auf ihn losging. Chisora krönte den Gossenauftritt mit der Drohung: "David, ich erschieße dich. Ich meine das ernst. Ich erschieße dich. Ich verbrenne dich."

Die Ausraster haben Methode. Chisora hatte einen Tag zuvor Klitschko beim Wiegen mit einer wuchtigen Schelle geohrfeigt. Das war erst seine Aufwärmphase. Tags darauf, unmittelbar vor Kampfbeginn, nahm er einen großen Schluck aus seiner Wasserflasche und spukte diesen Vitalis Bruder Wladimir ins Gesicht. Allein nach dieser widerlichen Aktion, bei der sich der jüngere Klitschko-Bruder zu erstaunlicher Zurückhaltung zwang, obwohl Blick und Muskelzucken das Gegenteil verrieten, hätte der Kampf eigentlich gar nicht freigeben werden dürfen. "Vor deinen sportlichen Leistungen habe ich Respekt, vor dir als Mensch nicht", herrschte Klitschko den Rivalen an.

50.000 Dollar Strafe hat der Weltverband WBC Chisora für die Ohrfeige bereits aufgebrummt; für das Spucken und die Schlägerei reichen Geldbußen indes nicht mehr aus. Auch Haye steht am Pranger. Er führte den ersten Schlag bei der nächtlichen Prügelei, nachdem er sich mit Chisora bepöbelt hatte. Zudem sei an die Foto-Montagen mit abgetrennten Klitschko-Köpfen auf T-Shirts und in Zeitschriften erinnert, für die Haye vor Monaten verantwortlich zeichnete. Der britische Verband täte gut daran, beide Hitzköpfe für ihre abartigen Inszenierungen zu suspendieren.

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