Das war Pitsche-Patsche
04.07.12
Tony Thompson beim Pitsche PatscheFoto: Reuters
Muskelspielchen vor historischer Kulisse: Auf dem Bundesplatz im Herzen Berns fand das öffentliche Training vor dem WM-Kampf zwischen Wladimir Klitschko und seinem Herausforderer Tony Thompson statt. Im Schatten des Bundeshauses war eigens dazu ein Ring mit gewaltiger Überdachung aufgebaut worden, die sich jedoch bei strahlendem Wetter als überflüssig erwies.
Als erster betrat der amerikanische Herausforderer den Ring und reckte dabei immer wieder mit Jubelpose die Arme in die Höhe. Als der Applaus verebbt war, entpuppte sich der Auftritt jedoch als gut inszenierter Fake. Anstelle des Herausforderers war, mit Kopfschutz bedeckt und deshalb nicht richtig erkennbar, sein Bruder Keith ins Seilgeviert gestiegen. Da sich die beiden von der Statur und vom Aussehen her sehr ähneln, blieb der Spaß bis zur Auflösung unbemerkt.
"Keith wollte immer ein Filmstar werden, jetzt habe ich ihm mal eine Chance gegeben“, erklärte Tony Thompson den spontanen Gag. Doch hatte er damit die Lacher zunächst auf seine Seite gebracht, erwies sich sein Auftritt im Ring danach jedoch als äußerst dröge. Ein bisschen verhaltene Pratzenarbeit und ein wenig Schattenboxen – das Workout war ebenso sparsam wie schon das wortkarge Auftreten Thompsons am Dienstag bei der Pressekonferenz. "Wir wollen doch so kurz vor dem Kampf nicht viel über uns verraten“, begründete der 40-Jährige seinen nur 8-minütigen Auftritt später.
Als erster betrat der amerikanische Herausforderer den Ring und reckte dabei immer wieder mit Jubelpose die Arme in die Höhe. Als der Applaus verebbt war, entpuppte sich der Auftritt jedoch als gut inszenierter Fake. Anstelle des Herausforderers war, mit Kopfschutz bedeckt und deshalb nicht richtig erkennbar, sein Bruder Keith ins Seilgeviert gestiegen. Da sich die beiden von der Statur und vom Aussehen her sehr ähneln, blieb der Spaß bis zur Auflösung unbemerkt.
"Keith wollte immer ein Filmstar werden, jetzt habe ich ihm mal eine Chance gegeben“, erklärte Tony Thompson den spontanen Gag. Doch hatte er damit die Lacher zunächst auf seine Seite gebracht, erwies sich sein Auftritt im Ring danach jedoch als äußerst dröge. Ein bisschen verhaltene Pratzenarbeit und ein wenig Schattenboxen – das Workout war ebenso sparsam wie schon das wortkarge Auftreten Thompsons am Dienstag bei der Pressekonferenz. "Wir wollen doch so kurz vor dem Kampf nicht viel über uns verraten“, begründete der 40-Jährige seinen nur 8-minütigen Auftritt später.
Klitschko-Manager vom Herausforderer entsetzt
"Das war Pitsche-Patsche“ – mehr hatte KMG-Geschäftsführer Bernd Bönte für diese Schonkost-Darbietung nicht übrig, um danach eine komplette Trainingssession seines Schützlings anzukündigen. Und Wladimir Klitschko ging dann zur Freude der rund 2.500 Berner Zuschauer tatsächlich zur Sache und schonte mit knallharten Schlägen auch seinen Trainer Emanuel Steward nicht. Nach rund 25 Minuten beendete er sein Training und rief den jubelnden Bernern zu: „Verpasst es nicht, am Samstag dabei zu sein. Ihr werdet einen richtig harten Kampf erleben.“Im RTL-Interview gaben sich beide Kontrahenten anschließend zuversichtlich, das Stade de Suisse am Samstag als Sieger zu verlassen. Dabei gingen sie auch auf die Prognose von Klitschko-Trainer Emanuel Steward ein, der bei RTL einen K.O. seines Schützlings in der 5. Runde vorhergesagt hatte. „Das wird meine letzte Chance sein, den WM-Titel zu holen, und die werde ich nutzen“, so Tony Thompson, der sein fortgeschrittenes Alter von 40 Jahren keineswegs als Nachteil empfindet: "Ich bin weiser, erfahrener und weiß noch besser, was ich zu tun habe. Ich bin hierhergekommen, um mir die Gürtel zu holen. Und wenn Emanuel Steward meint, Wladimir werde mich K.O. schlagen, dann entgegne ich, dass ich Wladimir ausknocken werde. Schauen wir doch, wer von uns am Ende recht behält.“
Wladimir Klitschko: "Ich werde meinem Trainer nicht widersprechen. Wenn er das so sieht, dann muss es auch so sein. Ich selbst mag eigentlich nach dem Haye-Kampf nicht so viel versprechen, weil es immer schade ist, wenn man dann nicht liefert. Deshalb lasse ich am besten meine Fäuste im Ring sprechen. Und da werde ich natürlich alles dafür tun, dass Tony Thompson K.O. geht.“










