Wo ist Eman al Obeidy?
16.07.11
RTL-Reporterin Antonia Rados bloggt aus Libyen.Auf der Suche nach Obeidy
Vor unseren Augen wurde Freitag morgen Eman al Obeidy aus dem Frühstücksraum unseres Hotel abgeführt. Männer, angeblich zu unserem Schutze da, behandelten die Frau brutal. Dabei hatte die Frau nur erzählen wollen, wie sie von Gaddafis- Schergen vergewaltigt wurde. Unsere Sicherheitsleute essen immer noch im selben Restaurant mit uns. Die Frau hingegen ist verschwunden.
Fragt man den Regierungssprecher nach ihr, bekommt man folgende Antwort: "Warum kümmern sie sich nicht um die hunderten Opfer der Luftangriffe?" schrie er mich heute an.
Reporter dürfen nicht aus dem Hotel. Auf organisierten Touren zeigt man uns keine zivilen Toten oder Verletzte. Wo sind die also? Und wo ist Eman Al Obeidy? Laut Regierungssprecher ist sie bei ihrer Familie. Sie muss beschützt werden, denn "die libysche Gesellschaft ist sehr konservativ". Es sei also nicht sicher, dass sie uns nochmals sehen wolle.
Fragt man den Regierungssprecher nach ihr, bekommt man folgende Antwort: "Warum kümmern sie sich nicht um die hunderten Opfer der Luftangriffe?" schrie er mich heute an.
Reporter dürfen nicht aus dem Hotel. Auf organisierten Touren zeigt man uns keine zivilen Toten oder Verletzte. Wo sind die also? Und wo ist Eman Al Obeidy? Laut Regierungssprecher ist sie bei ihrer Familie. Sie muss beschützt werden, denn "die libysche Gesellschaft ist sehr konservativ". Es sei also nicht sicher, dass sie uns nochmals sehen wolle.
Eine Frau sagt aus
Eine amerikanische Reporterin hat die Familie gefunden. Die lebt in der ost-libyschen Stadt Tobruk, weit entfernt. Die Mutter sagte, ihre Tochter sei Jura-Studentin. Sie sei stolz auf das, was die Tochter gemacht hatte. Das Regime entlarven.Gestern nacht hätte man die Familie angerufen, Geld angeboten, wenn die Tochter ihre Geschichte zurückzieht. Die Familie lehnte ab. Die Tochter sei nicht bei der Familie.
Nachmittags sagte der Regierungssprecher einer Kollegin, Obeidy sei eine Prostituierte- sie sei nach einer Party vergewaltigt worden. Gestern sagte er, sie sei Alkoholikerin. Drogensüchtig. Hätte ein uneheliches Kind.
Heute nacht will das libysche Fernsehen einen Film über die Frau zeigen. Was immer dort noch erzählt wird, es wird eines nicht ungeschehen machen: Eman al Obeidys' Mut. In unser Hotel zu kommen. Dort vor allem Kameras zu reden. Der Welt zu zeigen, wie ein Polizeistaat funktioniert.






