Sechs Monate nach der Loveparade: Viele Fragen offen
24.01.11
Bei der Loveparade 2010 in Duisburg verloren viele Menschen ihr Leben - ein halbes Jahr nach der Katastrophe sind noch viele Fragen offen.Foto: deutsche presse agentur
Hunderte an der Seele verletzt
Vor genau einem halben Jahr starben bei der Loveparade in Duisburg 19 junge Menschen. Zu Tode gedrückt im Gedränge am einzigen Ein- und Ausgang. Zwei weitere verloren wenig später im Krankenhaus ihr Leben. Mehrere hundert wurden an Körper und Seele verletzt.
Wer hat Schuld an dem Unglück?
Das wüssten alle gerne. Drei Beteiligte stehen im Zentrum der Ermittlungen: die Stadt Duisburg, der Veranstalter Lopavent und die Polizei. Die Staatsanwaltschaft Duisburg ermittelt gegen elf Mitarbeiter der Stadtverwaltung, vier von Lopavent und einen Polizeibeamten. Der Verdacht lautet: fahrlässige Tötung und fahrlässige Körperverletzung. Duisburgs Oberbürgermeister Adolf Sauerland (CDU) und der Inhaber der Fitnesskette McFit Rainer Schaller als Lopavent-Chef sind derzeit nicht darunter. Kommen die 16 vor Gericht? Wann beginnt der Prozess? Beides ist noch völlig offen. Die 16 gelten im Moment als Beschuldigte. Ob und wann Anklage erhoben wird, wird sich zeigen. Experten halten es für möglich, dass ein Prozess erst im kommenden Jahr beginnt.
Wer hat Schuld an dem Unglück?
Das wüssten alle gerne. Drei Beteiligte stehen im Zentrum der Ermittlungen: die Stadt Duisburg, der Veranstalter Lopavent und die Polizei. Die Staatsanwaltschaft Duisburg ermittelt gegen elf Mitarbeiter der Stadtverwaltung, vier von Lopavent und einen Polizeibeamten. Der Verdacht lautet: fahrlässige Tötung und fahrlässige Körperverletzung. Duisburgs Oberbürgermeister Adolf Sauerland (CDU) und der Inhaber der Fitnesskette McFit Rainer Schaller als Lopavent-Chef sind derzeit nicht darunter. Kommen die 16 vor Gericht? Wann beginnt der Prozess? Beides ist noch völlig offen. Die 16 gelten im Moment als Beschuldigte. Ob und wann Anklage erhoben wird, wird sich zeigen. Experten halten es für möglich, dass ein Prozess erst im kommenden Jahr beginnt.
Weil es ungeheuer kompliziert ist, die genauen Umstände des Unglücks nachzuvollziehen. Knapp 90 Beamte arbeiten seit einem halben Jahr daran, sich ein Bild zu machen und die Abläufe zu rekonstruieren, die zu dem tödlichen Gedränge führten. Mehr als 2.200 Menschen wurden vernommen. Hinzu kommen Fotos, Handyvideos, Filme von Überwachungskameras und jede Menge Akten. Was genau untersuchen die Ermittler? Antworten werden etwa auf folgende Fragen erwartet: War das Gelände mit nur einem gemeinsamen Aus- und Eingang über einen Tunnel von vorneherein völlig ungeeignet? Hätte die Stadt die Umsetzung des Sicherheitskonzepts besser kontrollieren müssen? Hatte der Veranstalter Lopavent zu wenig Ordner an den entscheidenden Stellen im Einsatz? Sperrte die Polizei möglicherweise zu lange an der falschen Stelle ab?
Wie geht es den Überlebenden?
Sie haben weiter schwer mit dem Erlebten zu kämpfen. Noch immer stehen mehrere Dutzend Menschen mit Notfallseelsorgern in Kontakt. Einige sind nach wie vor in ärztlicher Behandlung - auch stationär - oder haben noch vor, eine Klinik aufzusuchen. Einige Schüler haben seit dem qualvollen Gedränge Schwierigkeiten in der Schule und Angst vor Enge im Schulgebäude oder in der Straßenbahn. Auch Hinterbliebene werden nach wie vor von Notfallseelsorgern betreut. Wann können die Verletzten mit Schmerzensgeld rechnen? Auch das ist völlig unklar, weil eben noch nicht feststeht, wer verantwortlich gemacht werden kann. Ein Anwalt hat sich für die Einrichtung einer unabhängigen Stiftung ausgesprochen, damit die Opfer nicht mehrere Jahre auf Geld warten müssen. Dazu will er die Stadt, das Land und die Versicherung des Veranstalters Lopavent, Axa, an einen Tisch bekommen.






