Einspruch! Die Show der Rechtsirrtümer
11.01.10

Foto: deutsche presse agentur
Dr. Ralf Höcker: "Viele Leute lassen sich verarschen"
Wie würden Sie sich selbst bezeichnen: Anwalt, Autor, Schauspieler?
Ich bin in erster Linie natürlich Anwalt und in dieser Funktion versuche ich durch meine tägliche Arbeit in meiner Kanzlei etwas für andere Menschen zu erreichen. Mit meinen Büchern und auch im Rahmen meiner Tournee, habe ich natürlich die Möglichkeit, dies auch auf eine andere, ausgesprochen unterhaltsame Weise zu tun.
Wie kamen Sie überhaupt auf die Idee, das "Lexikon der Rechtsirrtümer" zu schreiben?
Mir war das ein persönliches Anliegen, weil mich diese Rechtsirrtümer selbst gestört haben. Das hat mich einfach irgendwann genervt, dass man immer wieder mitbekommt, welcher Unsinn verbreitet wird. Ich hab mir gedacht das kann doch nicht sein, dass sich so viele Leute auf Deutsch gesagt von irgendwelchen Schildern verarschen lassen müssen, auf denen absoluter Blödsinn steht. Unter Juristen ist das alles ja seit langem bekannt. Ich habe da nicht das Rad neu erfunden. Jeder Jurist weiß, dass "Eltern haften für ihre Kinder"-Schilder im Grunde keine Bedeutung haben. Ich habe nur irgendwann gemerkt, dass dieses Wissen auf die Juristen beschränkt ist und dass ein riesiger Bedarf besteht, das auch den Nichtjuristen in möglichst verständlicher Form mitzuteilen.
Ich bin in erster Linie natürlich Anwalt und in dieser Funktion versuche ich durch meine tägliche Arbeit in meiner Kanzlei etwas für andere Menschen zu erreichen. Mit meinen Büchern und auch im Rahmen meiner Tournee, habe ich natürlich die Möglichkeit, dies auch auf eine andere, ausgesprochen unterhaltsame Weise zu tun.
Wie kamen Sie überhaupt auf die Idee, das "Lexikon der Rechtsirrtümer" zu schreiben?
Mir war das ein persönliches Anliegen, weil mich diese Rechtsirrtümer selbst gestört haben. Das hat mich einfach irgendwann genervt, dass man immer wieder mitbekommt, welcher Unsinn verbreitet wird. Ich hab mir gedacht das kann doch nicht sein, dass sich so viele Leute auf Deutsch gesagt von irgendwelchen Schildern verarschen lassen müssen, auf denen absoluter Blödsinn steht. Unter Juristen ist das alles ja seit langem bekannt. Ich habe da nicht das Rad neu erfunden. Jeder Jurist weiß, dass "Eltern haften für ihre Kinder"-Schilder im Grunde keine Bedeutung haben. Ich habe nur irgendwann gemerkt, dass dieses Wissen auf die Juristen beschränkt ist und dass ein riesiger Bedarf besteht, das auch den Nichtjuristen in möglichst verständlicher Form mitzuteilen.
"Ich wäre kein guter Richter"
Hatten Sie wegen Ihrer Bücher schon Ärger?Es kommt tatsächlich vor, dass sich Händler bei mir beschweren. Es passiert inzwischen nämlich immer öfter, dass Kunden sogar mit meinem Buch unter dem Arm in ein Geschäft gehen und sagen "ich hab aber das Recht auch ohne Kassenbon zu reklamieren". Oder sie setzen sich durch, indem sie den Verkäufer bei einer Reklamation darauf hinweisen, dass sie nicht ihr Gerät einschicken lassen müssen, sondern dass sie sich gleich vor Ort ein neues aussuchen dürfen. Da bekomme ich schon mal wütende Zuschriften von Händlern, die sich darüber aufregen, was ich den Leuten für Flöhe ins Ohr setze und dass sie den ganzen Ärger nun ausbaden müssen. Aber dafür bin ich der falsche Ansprechpartner. Ich mache ja nicht die Gesetze, sondern erkläre den Verbrauchern nur ihre Rechte.
Wollten Sie schon immer Anwalt werden?
Nicht schon immer, aber schon viele Jahre vor meinem Abitur. Es machte mir da schon Spaß, mich für die Interessen anderer einzusetzen. Ich wäre kein guter Richter, der immer neutral sein muss. Ich möchte ein Ziel haben und dafür kämpfen. Das ist meine Natur, und deswegen ist Anwalt genau der richtige Job für mich.
Welches Gesetz würden Sie ändern, wenn Sie könnten?
Ich würde dafür sorgen, dass Schmerzensgeld- oder Entschädigungszahlungen höher werden, wenn Persönlichkeitsrechte oder sonstige Rechte verletzt wurden. Nicht so wahnsinnig hoch wie in Amerika aber auf jeden Fall höher, als sie im Moment sind. Es geht bei uns schon in die richtige Richtung, aber im internationalen Vergleich sind die Zahlungen einfach noch nicht hoch genug.






