Teenager außer Kontrolle: Interview mit Cheftherapeutin Annegret Noble
16.10.11

Foto: AUTOIMPORT
Streiten Sie noch oder erziehen Sie schon?
Türknallen, Schuleschwänzen, Alkohol - Eltern von Teenagern erkennen ihre Kinder in der Pubertät kaum wieder. Streit und Provokation sind an der Tagesordnung.
Der Rat der Erziehungsexpertin Annegret Noble an die Eltern hört sich erstmal leicht an: "Halte die Fehler deiner Kinder aus!" Wer selbst Kinder hat, weiß, wie schwierig das sein kann. Aber genau das ist es, was Kinder und Jugendliche reifen lässt: eigene Erfahrungen machen. Im Gespräch mit RTLratgeber.de gibt die Familientherapeutin aus der TV-Dokumentation Teenager außer Kontrolle eine Vielzahl von Denkanstößen und Tipps, wie man Jugendlichen in Krisensituationen begegnet.
Frau Noble, was ist das Wichtigste im Umgang mit Teenagern?
Annegret Noble: Das Wichtigste für Eltern ist es zuzulassen, dass ihre Kinder Fehler machen, damit sie aus ihnen lernen können - das ganze mit einem liebevollen Blick begleitet. Kinder können aus diesen Erfahrungen lernen, dass sie imstande sind, selbst Probleme zu lösen. Unangenehme Gefühle müssen Eltern dabei aushalten und dürfen auf keinen Fall eingreifen. Wer eingreift, vermittelt seinem Kind die Botschaft: Du kannst das nicht.
Wie sollen Eltern reagieren, wenn ihr Kind ausflippt?
Annegret Noble: Wenn das Kind zum Beispiel eine Tür eintritt, ist es enorm wichtig, dass Eltern nicht schreien. Dann schaltet das Kind nur auf Durchzug und wartet, bis das Donnerwetter vorbei ist. Eltern sollten dem Kind das Problem der kaputten Tür übertragen, damit es selbst die Lösung dafür findet und die Konsequenzen trägt. Es könnte von seinem Taschengeld den Schaden bezahlen. Vielleicht fällt ihm aber auch etwas Außergewöhnliches ein. Meine Erfahrung mit Jugendlichen ist, dass ich oft überrascht über deren Kreativität bin. Mein Tipp für Eltern ist: Niemals schreien, nicht alles persönlich nehmen. Es geht hier nicht um die Eltern.
Der Rat der Erziehungsexpertin Annegret Noble an die Eltern hört sich erstmal leicht an: "Halte die Fehler deiner Kinder aus!" Wer selbst Kinder hat, weiß, wie schwierig das sein kann. Aber genau das ist es, was Kinder und Jugendliche reifen lässt: eigene Erfahrungen machen. Im Gespräch mit RTLratgeber.de gibt die Familientherapeutin aus der TV-Dokumentation Teenager außer Kontrolle eine Vielzahl von Denkanstößen und Tipps, wie man Jugendlichen in Krisensituationen begegnet.
Frau Noble, was ist das Wichtigste im Umgang mit Teenagern?
Annegret Noble: Das Wichtigste für Eltern ist es zuzulassen, dass ihre Kinder Fehler machen, damit sie aus ihnen lernen können - das ganze mit einem liebevollen Blick begleitet. Kinder können aus diesen Erfahrungen lernen, dass sie imstande sind, selbst Probleme zu lösen. Unangenehme Gefühle müssen Eltern dabei aushalten und dürfen auf keinen Fall eingreifen. Wer eingreift, vermittelt seinem Kind die Botschaft: Du kannst das nicht.
Wie sollen Eltern reagieren, wenn ihr Kind ausflippt?
Annegret Noble: Wenn das Kind zum Beispiel eine Tür eintritt, ist es enorm wichtig, dass Eltern nicht schreien. Dann schaltet das Kind nur auf Durchzug und wartet, bis das Donnerwetter vorbei ist. Eltern sollten dem Kind das Problem der kaputten Tür übertragen, damit es selbst die Lösung dafür findet und die Konsequenzen trägt. Es könnte von seinem Taschengeld den Schaden bezahlen. Vielleicht fällt ihm aber auch etwas Außergewöhnliches ein. Meine Erfahrung mit Jugendlichen ist, dass ich oft überrascht über deren Kreativität bin. Mein Tipp für Eltern ist: Niemals schreien, nicht alles persönlich nehmen. Es geht hier nicht um die Eltern.
Annegret Noble: Eltern verlieren natürlich das Vertrauen. Dem Kind wird nicht mehr geglaubt. Die Konsequenz mit der das Kind jetzt leben muss, ist, dass alles auf Herz und Nieren geprüft wird. So lange bis das Vertrauen wieder aufgebaut ist. Auch hier geht es wieder darum, dass das Kind das Problem selbst lösen muss und die Konsequenzen spürt.
Wenn Kinder die Schule verweigern sind Eltern in einer heiklen Situation. Einen 16-Jährigen kann man nicht an der Hand in den Klassenraum bringen - andererseits besteht Schulpflicht und sogar eine Geldstrafe droht. Wie begegnet man einem Schulverweigerer?
Annegret Noble: Schule ist so etwas wie Arbeit. Wenn ein Kind nicht in die Schule geht, wird es seiner sozialen Aufgabe in unserer Gesellschaft nicht gerecht. Hier kann die Konsequenz sein, dass das Kind die Privilegien einer Rundumversorgung nicht mehr bekommt: Kein Taschengeld, die Wäsche wird nicht mehr gewaschen, die Lieblingsspeisen werden nicht mehr gekauft. Kommt es so weit, dass die Eltern eine Strafe zahlen müssen, besteht die Möglichkeit, zu dem zuständigen Richter zu gehen. Dort können Eltern erklären, dass nicht sie die Schule verweigern, sondern das Kind. Der Richter hat die Möglichkeit einen Beschluss zu erwirken, damit das Kind mit Sozialstunden seine Strafe bezahlt.









