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Made in Germany: Unternehmerin Sina Trinkwalder im Interview

03.01.14 12:25
Made in Germany Sina TrinkwalderDie 35-Jährige möchte Arbeitslosen eine berufliche Chance bieten.

"Ich bin stolz, alles in Deutschland zu produzieren"

Unternehmerin Sina Trinkwalder erklärt im Interview die Beweggründe für ihre Teilnahme am Projekt "Made in Germany".

Frau Trinkwalder, von einfachen Baumwolltaschen zur richtigen Bekleidung. Wie stolz sind Sie auf das Geschaffte?
Sina Trinkwalder: Ich bin nicht stolz auf das Geschaffte, sondern stolz auf die Schaffenden. Das, was alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gemeinsam erreicht haben, ist wahrlich ein Wunder. Es zeigt aber auch, dass vermeintlich Schwache in unserer Gesellschaft sehr wohl stark sein können. Wenn man sie lässt.

Der Weg ist oft das Ziel, doch in Ihrem Fall war dieser oft steinig und ziemlich kräfteraubend. Was waren die größten Hindernisse, die man Ihnen in den Weg gelegt hat und würden Sie es noch mal genauso machen?
Sina Trinkwalder: Die größten Hindernisse waren rückblickend sicherlich politische Institutionen. Zu lange habe ich mich auf Versprechen und Zusicherungen verlassen, die dann niemals erfolgten. Das hat viel Zeit gekostet. Ich kann heute, drei Jahre nach Grundsteinlegung behaupten, 140 Arbeitsplätze für benachteiligte Menschen geschaffen zu haben. Nicht mithilfe der Politik, sondern trotz ihr.

Wo glauben Sie steht die Deutsche Textilindustrie in zehn Jahren?
Sina Trinkwalder: Erst kürzlich ließ der Verbandspräsident textil+mode verlauten, dass „wer heute noch stolz darauf ist, in Deutschland zu produzieren, hat die Glocke nicht gehört!“. Ich kann nur sagen, dass ich stolz darauf bin, vom Garn bis zur Naht alles in Deutschland zu produzieren und stelle infrage, wer die Glocke nicht gehört hat. Ich glaube aber (leider), dass die wenigen Textiler, die es noch gibt, eher einem Verbandspräsidenten zuhören und auf Verlagerung ins Auslang setzen als auf einen textilen Streetworker der Wirtschaft.

Ihr früheres Leben als Chefin einer Werbeagentur unterscheidet sich erheblich vom Ihrem heutigen. Was genau hat Sie damals zum Umdenken gebracht?
Sina Trinkwalder: Es war die Frage nach dem Sinn meiner Arbeit. Als ich mich fragte, welche Auswirkung meine Arbeit auf die Gesellschaft hat, und dies mit „Null“ beantworten musste, bin ich ausgestiegen aus der überzogenen und überheblichen Werbewelt.

Gibt es auch Luxus im Hause Trinkwalder?
Sina Trinkwalder: Ab und zu: Zeit. Frühstück mit der Familie im Cafe. Das ist wahrer Luxus für mich. Heute.

Sina Trinkwalder träumt vom eigenen Unternehmen
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