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Interview mit Dr. Christoph Heck

25.05.10
Der Therapeut der RTL-Doku Der Therapeut der RTL-Doku "Süchtig", Dr. Heck, erhält einen Hilferuf aus Berlin: Ralf Ruck (49) leidet seit mehr als 20 Jahren unter seiner Alkoholsucht.
Foto: RTL / Andreas Friese / AUTOIMPORT

Wird es Dr. Christoph Heck schaffen Ralf Ruck von seiner Alkoholsucht zu heilen?

Wie erkenne ich, ob ich alkoholkrank bin?

Dr. Christoph Heck: Entzugserscheinungen wie z. B. Herzrasen, innere Unruhe, Schwitzen und morgendliches Würgegefühl mit Brechreiz sind Zeichen einer körperlichen Abhängigkeit und eines schon fortgeschrittenen Alkoholismus.
Wer diese körperlichen Entzugserscheinungen bei sich selbst noch nicht beobachten kann, ist daher noch lange nicht automatisch auf der sicheren Seite. Alkoholismus entwickelt sich schleichend über Jahre des riskanten Konsums. Zeichen einer solchen Suchtentwicklung sind zum Beispiel tägliches Trinken, vergebliche Versuche weniger zu trinken, Gewissensbisse wegen des Trinkens, gezieltes Trinken aufgrund persönlicher Probleme, Trinken während der Arbeitszeit unter Inkaufnahme von Problemen am Arbeitsplatz, vermehrte gedankliche Beschäftigung mit Alkohol.
Wer den Führerschein wegen Alkohol am Steuer verliert, hat selten nur Pech, sondern meist ein ernstes Alkoholproblem.

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Kann Dr.Heck dem Alkoholkranken helfen?
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Dr. Heck im Studiogespräch
Ratschläge vom Fachmann
Dr. Heck im Studiogespräch  

Wie schütze ich meine Kinder?

Wie kann ich meine Kinder vor Alkoholismus schützen?

- Seelische Widerstandskraft und Belastbarkeit fördern!
Kinder werden stark fürs Leben, wenn es Eltern gelingt, ihre Kinder zu lieben, die Persönlichkeit des Kindes anzunehmen und sich für ihre Kinder zu interessieren. Dies ist nicht so selbstverständlich wie es scheint. Eltern, welche selbst als Kind vernachlässigt oder misshandelt wurden, kämpfen oft mit eigenen Selbstwert-problemen und haben es deshalb schwerer, ihre Kinder mit ihren zum Teil anstrengenden Eigenschaften lieben und annehmen zu können.
- Vorbild sein (Lernen am Modell)!
Kinder lernen durch Nachahmung. Wir sind unseren Kindern Vorbild – im Guten wie im Schlechten, also auch im Umgang mit Suchtmitteln. Je mehr Alkohol wir vor den Augen unserer Kinder trinken, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass diese später selbst mehr und häufiger trinken. Eine kritische Auseinandersetzung und Bewältigung unseres eigenen Suchtanteils ist also gefordert. Dort, wo Eltern dieses nicht gelingt, sollten sie ihr eigenes Suchtverhalten wenigstens ehrlich als Problem benennen und dem Kind nicht als das normale Erwachsenenverhalten verkaufen (beispielsweise beim Rauchen).
- Erster Alkohol so spät wie möglich!
Es ist nicht harmlos, Kindern z. B. bei Familienfeiern kleine Mengen Alkohol zu trinken zu geben und ihnen auf diese Weise früh das Trinken beizubringen.
- Frust, Ärger, Zweifel und Kränkung kommen in jedem Leben vor, also auch im Leben unserer Töchter und Söhne. Wir alle benötigen zur Bewältigung dieser Zustände die richtige Mischung aus Frustrationstoleranz, also der Fähigkeit, unangenehme Zustände auch mal ertragen zu können, und aktiver Problemlösefähigkeiten.

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