"Ich bin ein Star - Holt mich hier raus!": Rainer Langhans im Dschungelcamp 2011
26.01.11
Rainer Langhans wurde 1967 als Mitbegründer der Kommune I zu einer der wichtigsten Symbolfiguren der 68er-BewegungFoto: RTL / Stefan Gregorowius
Rainer Langhans: Von der Kommune I ins Dschungelcamp
Der Mitbegründer der Kommune I Rainer Langhans hat das Dschungelcamp der fünften Staffel von "Ich bin ein Star - Holt mich hier raus!" am 12 Tag verlassen. Er konnte nicht genug Stimmen der Zuschauer auf sich vereinen.
Rainer Langhans wurde 1967 als Mitbegründer der Kommune I zu einer der wichtigsten Symbolfiguren der 68er-Bewegung. Die Kommune erfand das Leben neu - als Gegenmodell zu Mord und Gewalt der verstummten Täter-Eltern und ihrer bürgerlichen Kleinfamilie: Liebe und Gemeinschaft mit allen, kein Besitz an Menschen und Dingen. Die "Horror-Kommune" (so die Springer-Presse) setzte für ihre Generation mit Witz und Spiel ihrer Aktionen das Zeichen des richtigen Lebens im falschen.
Er wurde am 19. Juni 1940 in Oschersleben/Bode bei Magdeburg geboren.
Familie Langhans floh 1945 dann vor der Roten Armee nach Jena, wo die Großeltern lebten. Er wurde dort eingeschult und in der DDR junger Pionier. 1953 zog die Familie nach Westdeutschland. 1960 machte Rainer Langhans im Internat der "Herrnhuter Brüdergemeine" in Königsfeld/Schwarzwald sein Abitur. Anschließend meldete er sich freiwillig zur Bundeswehr und wurde nach einer Offiziersausbildung wegen einer Befehlsverweigerung nur Fähnrich der Reserve. 1962/63 Immatrikulation an der Freien Universität Berlin: Zunächst zwei Semester Jura, dann Wechsel zu Psychologie. 1969 Abbruch, um "Kommunarde" zu bleiben.
Seit 1965 war Langhans nach dem Argumentclub im Sozialistischen Deutschen Studentenbund (SDS) aktiv. 1967 wurde er Mitglied des Landesvorstands des SDS und wechselte dann in die entstehende Kommune I. Sie wurde durch ihr "Pudding-Attentat“ auf den amerikanischen Vizepräsidenten berühmt. Es folgten die Freilassungskampagne für Fritz Teufel sowie der Brandstifterprozess. 1968 erschien von beiden der Bestseller "Klau mich". Mit dem Scheitern der Bewegung zog sich die Kommune in den Untergrund zurück. Auf den "1. Essener Songtagen", dem deutschen Woodstock 1968, lernt Langhans Uschi Obermaier kennen. Sie zieht zu Langhans in die Kommune und erscheint als schönstes Gesicht der Revolte auf internationalen Titelseiten. "Das schönste Paar der APO" titelt auch die deutsche Presse. 1969 löst sich die Kommune I auf und Langhans zieht mit Uschi zur Frauenkommune nach München – statt mit Freund Andreas Baader den Weg in die Gewalt zu beschreiten. 1970 gründet er mit der Frauenkommune und Anderen die "Highfish-Kommune". Ab 1969 arbeitet Langhans mit Super-8-Kameras und dann mit den ersten Videokameras. 1972 findet er zum Surat-Shabd-Yoga und beginnt damit einen anspruchsvollen Weg nach innen. Uschi und Langhans trennen sich, sein "Leben in Besenkammern", sein zehnjähriger Rückzug aus der Gesellschaft, beginnt: Fasten, Meditation, spirituelle Studien.
Dazwischen (1974/75) arbeitet Rainer Langhans an vier verschiedenen Filmen von Rainer Werner Fassbinder wie "Effi Briest" und "Angst essen Seele auf" als Schauspieler und Regieassistent mit. Frauen suchen nun seine ständige Nähe: Dazu gehören: Brigitte Streubel, Jutta Winkelmann, Gisela Getty und Anna Werner. Für kurze Zeit auch Irm Hermann oder Hanna Schygulla. Mit Jutta Winkelmann spielt Langhans in dem ZDF-Film "Das Tal der Blinden". 1976 zieht Rainer Langhans in ein kleines Apartment in Schwabing, in dem er noch heute wohnt.
Rainer Langhans wurde 1967 als Mitbegründer der Kommune I zu einer der wichtigsten Symbolfiguren der 68er-Bewegung. Die Kommune erfand das Leben neu - als Gegenmodell zu Mord und Gewalt der verstummten Täter-Eltern und ihrer bürgerlichen Kleinfamilie: Liebe und Gemeinschaft mit allen, kein Besitz an Menschen und Dingen. Die "Horror-Kommune" (so die Springer-Presse) setzte für ihre Generation mit Witz und Spiel ihrer Aktionen das Zeichen des richtigen Lebens im falschen.
Er wurde am 19. Juni 1940 in Oschersleben/Bode bei Magdeburg geboren.
Familie Langhans floh 1945 dann vor der Roten Armee nach Jena, wo die Großeltern lebten. Er wurde dort eingeschult und in der DDR junger Pionier. 1953 zog die Familie nach Westdeutschland. 1960 machte Rainer Langhans im Internat der "Herrnhuter Brüdergemeine" in Königsfeld/Schwarzwald sein Abitur. Anschließend meldete er sich freiwillig zur Bundeswehr und wurde nach einer Offiziersausbildung wegen einer Befehlsverweigerung nur Fähnrich der Reserve. 1962/63 Immatrikulation an der Freien Universität Berlin: Zunächst zwei Semester Jura, dann Wechsel zu Psychologie. 1969 Abbruch, um "Kommunarde" zu bleiben.
Seit 1965 war Langhans nach dem Argumentclub im Sozialistischen Deutschen Studentenbund (SDS) aktiv. 1967 wurde er Mitglied des Landesvorstands des SDS und wechselte dann in die entstehende Kommune I. Sie wurde durch ihr "Pudding-Attentat“ auf den amerikanischen Vizepräsidenten berühmt. Es folgten die Freilassungskampagne für Fritz Teufel sowie der Brandstifterprozess. 1968 erschien von beiden der Bestseller "Klau mich". Mit dem Scheitern der Bewegung zog sich die Kommune in den Untergrund zurück. Auf den "1. Essener Songtagen", dem deutschen Woodstock 1968, lernt Langhans Uschi Obermaier kennen. Sie zieht zu Langhans in die Kommune und erscheint als schönstes Gesicht der Revolte auf internationalen Titelseiten. "Das schönste Paar der APO" titelt auch die deutsche Presse. 1969 löst sich die Kommune I auf und Langhans zieht mit Uschi zur Frauenkommune nach München – statt mit Freund Andreas Baader den Weg in die Gewalt zu beschreiten. 1970 gründet er mit der Frauenkommune und Anderen die "Highfish-Kommune". Ab 1969 arbeitet Langhans mit Super-8-Kameras und dann mit den ersten Videokameras. 1972 findet er zum Surat-Shabd-Yoga und beginnt damit einen anspruchsvollen Weg nach innen. Uschi und Langhans trennen sich, sein "Leben in Besenkammern", sein zehnjähriger Rückzug aus der Gesellschaft, beginnt: Fasten, Meditation, spirituelle Studien.
Dazwischen (1974/75) arbeitet Rainer Langhans an vier verschiedenen Filmen von Rainer Werner Fassbinder wie "Effi Briest" und "Angst essen Seele auf" als Schauspieler und Regieassistent mit. Frauen suchen nun seine ständige Nähe: Dazu gehören: Brigitte Streubel, Jutta Winkelmann, Gisela Getty und Anna Werner. Für kurze Zeit auch Irm Hermann oder Hanna Schygulla. Mit Jutta Winkelmann spielt Langhans in dem ZDF-Film "Das Tal der Blinden". 1976 zieht Rainer Langhans in ein kleines Apartment in Schwabing, in dem er noch heute wohnt.
"Von der Kommune I zu den communities"
Nach gemeinsamen Dreharbeiten an "Die Hamburger Krankheit" (1978) kommt Christa Ritter dazu. Bis 1981 folgen weitere Filmrollen. Unter Mitarbeit der Frauen kommt im Selbstverlag sein Buch "In der Mitte der Dunkelheit" heraus. Ab 1982 engagiert sich Langhans bei den Grünen. 1986 erscheint sein Buch "Theoria diffusa". Ab 1988 arbeitet er an TV-Dokumentationen vor allem mit Christa Ritter, seltener auch mit den anderen Frauen. 1990 wird der TV-Film (WDR) "Von wegen Liebe: Das schönste Paar der APO" für den Grimme-Preis nominiert. Es folgen weitere Filmprojekte und Fernsehauftritte sowie eine längere Zusammenarbeit mit Rudolf Bahro: "Kommune wagen". Er wird Mitbegründer der Heinrich-Böll-Stiftung der Grünen. 1994 erhalten Langhans und Ritter für ihren Film "Schneeweißrosenrot" (WDR) den Adolf-Grimme-Preis, ihre Doku „Fisch mit Fahrrad“ (ZDF) wird ein Jahr später für den Grimme-Preis nominiert. Die Münchner Kommune "Harem", wie Langhans und die Frauen inzwischen von der Öffentlichkeit genannt werden, veranstaltet im August 1998 in Berlin das 3-tägige Event "Ready to Ruck?" und stellt spielerisch, musikalisch und diskutierend in Kongresshalle und Tempodrom dem Generationen-Mix die Fragen: "Wo stehen wir? Wie lebt man gut?" Der Sender Phoenix beendet nach einer Stunde kreativen Chaos seine Aufzeichnung. Der "Harem“ stellt sich auch in der Sendung "Einspruch" von Ulrich Meyer, einer Art "Heißer Stuhl", im Fernsehen vor.2003 zieht er mit dem "Harem" für tv-münchen in eine angemietete Altbauwohnung (jede/r der „Harem-Kommune“ wohnt allein, aber in gegenseitiger Nähe). Sieben Tage lang beobachten 9 Kameras rund um die Uhr als Reality-Show die mühsame Arbeit dieser Unentwegten an sich selbst. Langhans wirkt 2004 für einige Zeit als Berater am Uschi Obermaier-Film "Das wilde Leben" mit. Mit dem "Harem" dreht Langhans für SPIEGEL TV die Reportage "R-Evolution", in der er unterhaltsam die Verbindung zwischen der Kommune I und den heutigen Jungen im Netz herzustellen versucht: "Von der Kommune I zu den communities". Mit der digitalen Bohème treffen sie sich an mehreren Tagen im Radialsystem in Berlin zu "9 to 5: Wir nennen es Arbeit". Zum 40-jährigen 68er Jubiläum erscheinen im Blumenbar-Verlag seine Autobiografie "Ich bin’s – die ersten 68 Jahre" und der Bildband (mit Christa Ritter) "K I – Das Bilderbuch der Kommune". 2009 entwickelt Langhans mit jungen Journalisten die Internet-Plattform www.philibuster.de und veröffentlicht dort sein Manifest "Das Netz“. Die Verbindung Jung + Alt gelingt zunächst nicht: 2010 trennt man sich. Der "Harem" versucht derzeit, sein eigenes Portal zu entwickeln.
Im Januar 2011 zog Rainer Langhans für die fünfte Staffel von "Ich bin ein Star - Holt mich hier raus!" in das RTL-Dschungelcamp. Vorher erschien er widerwillig in der Werbung des Online-Shops Zalando.






