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Interview mit Hauptdarstellerin Diana Amft

19.10.11

"Mir wird schlecht bei dem Gedanken an eine Spritze!"

Frau Amft, nachdem Sie schon in "Mädchen, Mädchen" oder "Knallharte Jungs" überzeugten und klar das junge Publikum begeisterten, sind Sie mit "Doctor's Diary" jetzt "erwachsen" geworden?

Die Figuren, die ich in "Mädchen Mädchen" und "Knallharte Jungs" gespielt habe, waren Teenager, Gretchen Haase ist fast 30, natürlich ist dieser Charakter erwachsener. Ich selber habe mich auch sehr verändert in den letzten Jahren. "Mädchen Mädchen" war eine meiner ersten Rollen - ich habe seitdem wesentlich mehr Erfahrung gesammelt, im Beruf - sowie auch Lebenserfahrung.


Wieviel Diana Amft steckt denn in Dr. Gretchen Haase?

Ich versuche in alle meine Figuren einen Teil von mir einzubringen, dabei muss ich (als Diana) nicht alles 1:1 genauso empfinden oder der gleichen Meinung sein, aber ich muss die Figur verstehen können. Gretchen war mir von Anfang an sehr sympathisch und ich kann sie sehr gut verstehen. Privat jedoch unterscheiden wir uns schon in einigen Punkten. Was Gretchen und mich jedoch sehr verbindet, ist, dass ich mich auch immer mal wieder in einem "gesunden Lebens-Chaos" befinde.


Was glauben Sie, wie viele Frauen sich mit den Problemen von Gretchen Haase tatsächlich identifizieren?

Ich denke sehr viele! Gretchen ist eine ganz normale junge Frau mit ihren alltäglichen Problemen. Sie hat ein großes Herz und meint es gut, auch wenn sie sich dadurch in viele chaotische Situationen bringt, aber genau das ist ja auch so liebenswert an ihr: dass sie eben nicht perfekt ist.
Spannend finde ich auch ihre berufliche und private Suche nach ihrem Platz im Leben. Sie ist fast dreißig und Ärztin und trotzdem noch nicht ganz erwachsen. Ich denke, damit identifizieren sich nicht nur Frauen!


Der Humor steht klar im Vordergrund bei "Doctor's Diary". Geht es denn auch mal dramatisch zur Sache?

"Doctor´s Diary" erzählt aus dem Leben junger Ärzte und deren Erfahrungen im Krankenhaus, somit wird man auch des Öfteren dramatische, traurige und emotionale Situation erleben. Viele berufliche Situationen passieren ja auch Gretchen als Assistenzärztin das erste Mal, wie z.B. der Tod eines Patienten. Auch privat steht nicht nur der Humor im Vordergrund, es nicht wirklich lustig mit 29 Jahren ins Kinderzimmer zurück zu ziehen…


Glauben Sie, dass sich junge Ärztinnen im richtigen Leben ähnlichen Situationen aussetzen müssen, z.B. sich den Avancen eines Vorgesetzten ausgesetzt sehen?

Ich glaube, diesen Situationen ist man vermutlich in jedem Beruf hin und wieder ausgesetzt. Wir haben uns mit vielen Ärzten unterhalten und es war sehr spannend, die Geschichten "hinter den Kulissen" zu hören. Die absurdesten Geschichten schreibt ja bekanntlich auch das Leben, und der Autor Bora Dagtekin hat sehr intensiv recherchiert. Letztendlich sind Ärzte ja auch nur Menschen, mit einem verantwortungsvollen Beruf, aber dennoch haben auch sie die eine oder andere Schwäche.

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Gretchen Haase ist alles andere als perfekt, was sie eben auch so sympathisch macht. Welche Meinung haben Sie z.B. zum vorherrschenden Schlankheitswahn junger Frauen?

Ich denke, das sollte jeder für sich selbst herausfinden. Wenn man sich quälen muss um dünn zu sein, sehe ich keinen Sinn darin, da ich der Meinung bin, dass es einen großen Teil der Lebensqualität in Anspruch nimmt, wenn sich alles nur um Kalorien dreht - und man beim romantischen Abendessen ein schlechtes Gewissen bekommen muss, weil man den Salat nicht ohne Dressing bestellt hat. Ich finde man sollte glücklich sein wenn man gesund ist - und wenn dieser gesunde Körper ein paar Kilo zuviel hat… da denke ich, gibt es wesentlich schlimmere Sorgen.


Haben Sie eigentlich (Vor-)Kenntnisse in Sachen Medizin?

Mittlerweile habe ich durch die Serie einiges dazu gelernt. Es ist schon erstaunlich, zu was der menschliche Körper alles in der Lage ist, und was er fähig ist zu überleben. Das ist sehr beruhigend. Vor der Serie jedoch würde ich mich eher zur Kategorie Hypochonder zählen. Mir wird schlecht bei dem Gedanken an eine Spritze, das hat auch bei den Dreharbeiten des Öfteren zu Gänsehaut geführt.


Haben Sie schon mal tatsächlich zwischen zwei Männern gestanden wie in der Serie?

Ich bin der Meinung, wenn man zwischen zwei Männern steht, ist es vielleicht ein Zeichen, dass keiner von beiden "Mr. Right" ist.


Was mögen Sie an Ihrem Charakter Gretchen Haase am liebsten, was gar nicht?

Ich mag sehr, dass sie sich immer wieder mit vollem Enthusiasmus in neue Situationen stürzt. Es gibt eigentlich nichts, was ich nicht an ihr mag. Ich schätze sehr ihre Offenheit und Ehrlichkeit, wobei Sie aber auch immer wieder dadurch ein Risiko eingeht, verletzt zu werden, und trotzdem bleibt sie sich treu! Ich würde ihr nur manchmal etwas mehr Klarheit bei ihren Handlungen wünschen.


"Dr. House" oder "Grey's Anatomy" - Was ist Ihre bevorzugte US-Ärzteserie im Moment (wenn überhaupt)?

Die beiden Serien sind meiner Meinung nach so unterschiedlich, dass ich beide auf ihre Art und Weise gleich mag.


Was hat Sie überzeugt bei diesem Projekt mitzumachen?

Das war die Gesamtkonstellation aus guten Büchern, tollen Kollegen, wie z. B. Florian David Fitz und Kai Schumann, und einem gesamten Produktions-Team, das viel Liebe in das Projekt gesteckt hat.

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