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Das Supertalent 2012: Thomas Gottschalk über sein Verhältnis zu Bohlen

20.09.12
Das Supertalent 2012: Thomas Gottschalk im InterviewSupertalent-Juror Gottschalk will manchmal Dieter Bohlen schlagen
Foto: (c) RTL / Jens Hartmann

Supertalent-Juror Thomas Gottschalk könnte manchmal Dieter Bohlen schlagen

In der sechsten Staffel von "Das Supertalent" sitzt nun der Showgigant Thomas Gottschalk in der Jury neben Poptitan Dieter Bohlen und Michelle Hunziker. In einem Interview verrät der Supertalent-Juror, warum er Dieter manchmal schlagen könnte und das er selbst nicht gedacht hätte, dass er von Chefjuror Bohlen tatsächlich noch etwas lernen kann.

Thomas Gottschalk jetzt bei „Das Supertalent“. Wie kam es zu der Entscheidung?

Thomas Gottschalk: Ich saß ja nach meiner Vorabendpleite gerade ohne Job in Berlin und fand das Angebot neben Dieter Bohlen in der Jury zu sitzen erstmal als riskant, aber auch faszinierend. Natürlich haben einige sofort aufgejault, auch in meiner Umgebung, aber ein Angsthase war ich nie. Und ich habe das Format früher in erster Linie deswegen beschimpft, weil es mir bei “Wetten Dass” die Zuschauer geklaut hat. Das war immer ein bisschen “old school” gegen modernes Unterhaltungsfernsehen.

Wie gefällt dir dein neuer Job?

Thomas Gottschalk: Auch wenn man eine große Klappe hat, sollte man sie nicht sofort überall aufreißen, vor allem wenn man irgendwo neu anfängt. Ich musste mir den Platz in der Jury erst mal warm sitzen. Da haben einige gleich geplärrt, der Bohlen schwingt den Hammer und der Gottschalk sitzt belämmert in der Ecke. Ich war ja bisher auch gewöhnt, allen Menschen die mir vor der Kamera begegnet sind zu erzählen, dass sie die größten sind. Beim Supertalent steht aber zwischendurch auch mal einer auf der Bühne, der nur glaubt, dass er ein Talent besitzt. Dem das auszureden ist nicht ganz einfach und da muss mal auch erst mal die richtigen Worte finden. Der Dieter hat da schon ein paar Jahre Vorsprung und, im Vertrauen, die richtigen Worte findet er manchmal immer noch nicht. Aber dafür hat er ja jetzt mich.

Auf was können sich die Zuschauer ab 15. September freuen?

Thomas Gottschalk: Das wichtigste sind natürlich beim Supertalent die Leute, die da auf der Bühne stehen. Und da habe ich tatsächlich ein paar Sachen gesehen, die ich in 30 Jahren Showbiz noch nicht erlebt habe. Das hat wirklich Spass gemacht. Und dann ist da die Jury, die sich bei jeder Performance zusammenraufen muss. Mal ist das ganz einfach, und dann sieht das mal jeder ganz anders. Man hat ja die Michelle zwischen Dieter und mich gesetzt, damit wir uns nicht an die Gurgel gehen. Aber es gab auch Fälle, da sind wir beide auf die Michelle losgegangen. Man hat als Juror natürlich auch immer das Interesse des Publikums im Kopf, und die haben uns ja lautstark wissen lassen, was sie denken. Mir macht das alles großen Spaß, und so geht das hoffentlich auch den Zuschauern.

Alle warten ja gespannt, wie sich die zwei Dickköpfe, die ehemaligen Konkurrenten verstehen. Was können wir erwarten?

Thomas Gottschalk: Dieter ist Dieter, und ich bin ich. Das wird auch so bleiben. Wir haben uns in der Vergangenheit beschimpft, aber auch geküsst. Das Knutschen haben wir diesmal gelassen, aber ansonsten kann man das ganze Spektrum einer Männerbeziehung besichtigen, wenn man uns bei der Arbeit zuschaut. Manchmal sagt der Dieter Sachen, für die ich ihn schlagen könnte. Was er sagt, ist meistens richtig, wie er es sagt ist das Problem.

Was schätzt du an deinen Kollegen, Michelle und Dieter?

Thomas Gottschalk: Die Michelle ist noch harmoniesüchtiger als ich, und das will was heißen. Der Dieter schießt aus der Hüfte, ich versuche ein salomonisches Urteil, wo jeder ein bisschen Recht bekommt, und Michelle macht die pure Seelenmassage. Die kann überhaupt niemandem wehtun. Aber ich finde schon, dass man manchen Leuten deutlich klar machen muss, dass sie nicht auf einen eine Bühne gehören, auch wenn sie sich das einbilden. Da hat der Dieter einfach schon die längere Berufserfahrung, und dass ich von Bohlen noch was lernen kann, hätte ich auch nicht gedacht. Aber was uns alle verbindet, ist die Tatsache, dass wir wirklich wissen, was Showgeschäft ist und wie man es macht. Man kann uns einiges absprechen, aber nicht die Kompetenz ein Supertalent zu erkennen, wenn es uns gegenübersteht.

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"Ich habe ein einziges Talent, und das ist zu reden bis mir einer ins Wort fällt"

Wie würdest du deine Rolle in der Jury beschreiben?

Thomas Gottschalk: Wenn Dieter seine Entscheidungen aus dem Bauch fällt und Michelle dann mit dem Herzen dagegen hält, bin ich derjenige, der versucht sein Urteil mit dem Kopf zu fällen.

Welche Art von Talenten gefällt dir besonders gut?

Thomas Gottschalk: Ich freue mich auf Überraschungen. Das muss auch nicht immer was ganz Großes sein. Ich war auf dem Zirkusfestival in Monte Carlo, ich habe so ziemlich jede Show in Las Vegas gesehen und kenne den Broadway und das Londoner West End. Da gibt es wenig, das einen noch überraschen kann. Trotzdem hat es mich beim Supertalent ein paarmal vom Stuhl gerissen. Ich hätte nie gedacht, dass ich mich nochmal von einem Menschen begeistern lassen würde, der mit einer Dose Rasierspray auf die Bühne kommt. Ist aber beim Supertalent genauso passiert.

Welche Art von Talenten gefällt dir weniger?

Thomas Gottschalk: Jonglierer und Akkordeonspieler haben es bei mir nicht leicht. Diese in Luft geworfenen Keulen langweilen mich, egal wie viele es sind und wie schnell sie gewirbelt werden. Und diese traurigen Quetschkommoden erinnern mich immer an diese Clowns, die mit silbernen Anzügen und diesen Tüten auf dem Kopf durch die Zirkusarena schlurfen. Die mochte ich schon als Kind nicht, und beim Supertalent kann ich auch auf sie verzichten.

Gibt es ein Talent, das du gerne gehabt hättest?

Thomas Gottschalk: Ich habe ein einziges Talent, und das ist zu reden bis mir einer ins Wort fällt. Natürlich ist es ein ausgesprochener Glücksfall, dass ich mir damit mein Leben finanzieren konnte. Da können andere mehr, die ich jetzt beim Supertalent auf der Bühne gesehen habe. Gerecht ist das sicher nicht.

Es gibt auch viel Kritik daran, dass du jetzt bei RTL beim „Supertalent“ sitzt. Was entgegnest du deinen Kritikern?

Thomas Gottschalk: Ich habe es lange genug versucht es allen recht zu machen und habe nun endlich eingesehen, dass es mir ohnehin nie gelingen wird. Ich muss niemandem mehr was beweisen. Solange das Publikum mit mir seinen Spass hat und ich Spass habe an dem, was ich mache, sehe ich keinen Grund mich zu verabschieden. Und ich habe Spass beim Supertalent.

Du wirst jetzt mit „Das Supertalent“ gegen „Wetten, dass...?“ antreten. Was für ein Gefühl hast du dabei?

Thomas Gottschalk: Ich weiß, wie es sich anfühlt gegen das Supertalent anzutreten und gucke jetzt von der anderen Seite über den Zaun. Aber ich habe mich nicht von "Wetten, dass...?" verabschiedet, um meinem Nachfolger gönnerhafte Ratschläge zu geben oder ihn kritisch zu begutachten. Ich habe Markus Lanz kürzlich angerufen und habe ihm für den Start alles Gute gewünscht. Wir bleiben Kollegen und wissen, dass Konkurrenz zum Geschäft gehört. Das ZDF hat ja auch nicht daran gedacht die "Rosenheim Cops" zurück zu pfeifen, um mir den Start im Vorabend der ARD zu erleichtern. Hätten Sie's getan, würde ich Ihnen jetzt wahrscheinlich nicht am Samstagabend in die Quere kommen.

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