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Zu viele Milchfette verlangsamen die Gehirnaktivität

04.06.12
Ernährung, Gesundheit, Milchfette, StudieNeue Studie zeigt auf: Zu viele Milchfette können großen Schaden anrichten

Die Fettqualität beeinflusst unseren Schlaf, Fitness und unser Gehirn

Zu viel tierisches Fett in der Nahrung führt zu einer verlangsamten Gehirnaktivität. Dies sind neue Ergebnisse einer Studie der Medizinischen Universitätsklinik Tübingen. Versuche an Labormäusen ergaben, dass eine erhöhte Aufnahme von Milchfett ihre Blutzuckerwerte drastisch ansteigen ließen und auf Grund dessen zu verminderter Gehirnaktivität führten. Milchfette finden sich vor allem in Produkten wie Milch, Joghurt, Quark und Käse.

Neben den Schäden für das Gehirn konnten die Forscher zudem feststellen, dass die Fette Auswirkung auf den Bewegungsdrang haben und zu einem geänderten Schlafverhalten führen können. Bettina Witsch, Ernährungsberaterin: „Es konnte nachgewiesen werden, dass die in der tierischen Milch zum größten Teil enthaltenen gesättigten Fettsäuren der Grund dafür sind, dass Gehirnaktivitäten reduziert und das Schlafverhalten verändert werden können.“

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Auch das Sättigungsgefühl wird beeinflusst

Auch die Forscher der Medizinischen Universitätsklinik Tübingen kamen zu dem Ergebnis, dass die Folgen des Verzehrs von zu viel Michfetten mit dem hohen Anteil an gesättigten Fettsäuren im Milchfett zusammenhängen. Eine Forscherin, die an der Studie beteiligt war, erklärt: „Diese (in der Studie untersuchten, Anmerkung der Redaktion) übergewichtigen Mäuse zeigen ein reduziertes Bewegungsverhalten, eine Beeinträchtigung der Gehirnaktivität und ein verändertes Schlafmuster. Dahingegen führen ungesättigte Fettsäuren zu keinen Veränderungen im Blutzuckerprofil, obwohl auch diese Mäuse übergewichtig sind. Sie bleiben dennoch körperlich aktiv und haben keinen gestörten Schlaf".

Auch weitere Studien, wie eine dreimonatige Untersuchung mit Menschen, wiesen ähnliche Effekte nach. Die Teilnehmer einer Studie aßen Joghurt, welcher mit Milchfett oder Rapsöl angereichert war. Zwar konnten keine Veränderungen im Körpergewicht oder beim Blutzucker, ähnlich wie bei den Labormäusen, nachgewiesen werden, dennoch war die Gehirnaktivität bei den Teilnehmern, die vermehrt gesättigte Fettsäuren gegessen hatten, reduziert. Vor allem betroffen waren davon die Gehirnregionen, die für das Sättigungsgefühl, das Gedächtnis und das Bewegungsverhalten verantwortlich sind. Die Ernährungsberaterin Bettina Witsch kennt auch dieses Problem: „Gesättigte Fette verschlechtern im Gehirn die Insulinwirkung. Das Signal ,ich bin satt oder ich habe keinen Hunger‘ wird unterdrückt.“

Also Vorsicht! Nicht immer gilt der alte Werbespruch: Milch macht müde Männer munter. Wer seinen Milchkonsum verringern will, sollte auf Sojamilch umsteigen. Diese enthält vor allem ungesättigte Fettsäuren und weder Cholesterin noch Laktose. Dennoch ist hier zu beachten, dass Sojaprodukte ein hohes allergenes Potential bieten und somit mit Vorsicht verzehrt werden sollten.

Julia Rosicki (mit Material von: dpa/Uniklinik Tübingen)

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