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Was passiert bei Hitze im Körper?

22.07.13 09:54
Was passiert bei Hitze, Sonne und Extremtemperaturen in unserem Körper?So schön warme Temperaturen und Sonne auch sind - wenn Extremwerte von über 35 Grad herrschen, sind Schweißausbrüche das geringste Problem. Denn dann drohen Hitzschlag und Kreislaufkollaps.
Foto: dpa bildfunk

Schwitzen, Hitzschlag und Sonnenstich - das Droht dem Körper bei Hitze

Tropennächte und hohe Tagestemperaturen bringen uns ins Schwitzen. Nicht nur ältere Menschen oder Schwangere kämpfen mit Kreislauf- und Schlafproblemen. Temperaturen über 38 Grad können tatsächlich tödlich sein, wie der Sommer 2003 gezeigt hat: 70.000 Menschen kamen damals durch eine Hitzewelle in Europa ums Leben. Was passiert bei Extremtemperaturen in unserem Körper?

Ab einer gefühlten Temperatur von 32 Grad gibt der Deutsche Wetterdienst eine Hitzewarnung heraus. Und diese ist auch angebracht, denn zu viel Wärme belastet den Organismus. Unsere biologischen Abläufe funktionieren am besten, wenn die Körpertemperatur bei etwa 37 Grad liegt. Deshalb ist der Körper bemüht, diese Temperatur möglichst stabil zu halten.

Stufe 1: Wir schwitzen. Der Schweiß verdunstet an der Hautoberfläche, wodurch die Haut abgekühlt wird. Stufe 2: Die Hautarterien und Blutgefäße weiten sich, um möglichst viel warmes Blut zur Abkühlung an die Hautoberfläche zu leiten - unsere Haut wird rot (die Finger sind bei Wärme bis zu 600-fach stärker durchblutet), der Blutdruck sinkt und wir atmen schneller.

Problematisch wird es, wenn die Außentemperatur genauso hoch oder sogar höher ist als die Körpertemperatur (ab 37 Grad Celsius). Dann muss der Körper gegensteuern. Wir schwitzen weiter und verlieren dadurch wichtige Körperflüssigkeit. Aber wir kühlen nicht mehr ab, weil kaum noch Schweiß verdunstet. Auch das an die Hautoberfläche geleitete Blut wird durch die hohe Außentemperatur nicht kälter.

Im Gegenteil: Unsere Körpertemperatur steigt schnell auf fieberähnliche 39 Grad, der Blutdruck sinkt weiter und wir verlieren durch das Schwitzen immer mehr Wasser. Ein Teufelskreis. Nach wenigen Stunden versagt der Kreislauf, unsere Zellen und Organe nehmen Schaden - es droht Todesgefahr. Gleichzeitig schadet die UV-Strahlung der Sonne unserer Haut, dem wichtigsten Organ zur Wärmeregulierung.

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So vermeiden Sie einen Hitzschlag

Warum sind Saunagänge nicht gefährlich?
Schon komisch: Im Sommer stöhnen wir über 40 Grad Hitze, aber im Winter setzen wir uns voller Genuss in die 90 Grad heiße Sauna und nennen das Ganze 'Wellness'. Regelmäßige Saunagänge sind sogar gesund. Dabei wird das Gehirn - rein biologisch gesehen - ab einer Körpertemperatur von 40,5 Grad arbeitsunfähig, ab 41 Grad verformen sich die Eiweiß- und Gewebestrukturen des Körpers. Ein Saunagang wirkt wie ein künstlicher Fieberschub: Dabei sorgt der Körper unter extremem Energieaufwand dafür, dass die Körperkerntemperatur nicht über 39 Grad steigt. Um den Kreislauf nicht zu überfordern, sollte ein Saunagang daher auch nicht länger als 20 Minuten dauern.

Was ist ein Hitzschlag?
Extreme Kopfschmerzen, Übelkeit und Erbrechen, Schwindelgefühl - all das sind Symptome für einen drohenden Hitzschlag. Wer sich bei hohen Temperaturen zu lange in der Sonne aufhält, bekommt ernsthafte Kreislaufprobleme, denn der Wasserverlust durch das Schwitzen und der schwächer werdende Blutdruck führen zu Durchblutungsstörungen des Gehirns. Wenn unsere Schaltzentrale im Kopf nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt wird, fallen wir in Ohnmacht. Wer sich trotz Kollaps nicht schont, spielt mit seinem Leben: Denn der Kollaps ist die Vorstufe des Hitzschlags, der die Organe teilweise lebensbedrohlich schädigt.

Fast genauso gefährlich ist der Sonnenstich. Dabei heizt sich das Gehirn durch die Sonneneinstrahlung so stark auf, dass das Hirngewebe anschwillt und sich die Hirnhaut entzündet. In dem Fall hilft nur noch ein Notarzt.

Wie schütze ich mich vor der Hitze?
Luftige Baumwoll oder Leinenkleidung sowie eine Kopfbedeckung sind auf alle Fälle ratsam, wenn Sie sich längere Zeit draußen aufhalten. Auch eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr ist wichtig. Greifen Sie regelmäßig zur Trinkflasche: Laut Weltgesundheitsorganisation sind 2 Liter Wasser pro Tag das Minimum, um die körpereigene Klimaanlage am Laufen zu halten. Von Alkohol sollten Sie lieber die Finger lassen - er trägt zur Dehydrierung bei und belastet den Kreislauf zusätzlich. Auf dem Speiseplan sollten bestenfalls Gemüse und Früchte mit hohem Wasseranteil stehen, wie Gurken, Tomaten, Wassermelonen oder Ananas.

Vor allem ältere Menschen, aber auch Kinder, Herzkranke und Menschen mit Diabetes mellitus sollten sich in Hitzeperioden möglichst nicht im Freien aufhalten und anstrengende Aktivitäten in die Morgen- oder Abendstunden verlegen oder ganz vermeiden.