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Was passiert im Körper bei Hitze?

14.01.13
Dschungelcamp 2013Abgekämpft und von der Hitze gezeichnet: Helmut Berger musste das Dschungelcamp aus gesundheitlichen Gründen vorzeitig verlassen.

48 Grad im Schatten - die Dschungel-Camper stöhnen seit Tagen über die australische Hitze, Schauspiel-Legende Helmut Berger musste das Camp sogar verlassen. Dschungel-Arzt Dr. Bob holte den 69-Jährigen vorsorglich aus der Gefahrenzone. Temperaturen über 40 Grad können tatsächlich tödlich sein, das hat der Sommer 2003 gezeigt: 70.000 Menschen kamen damals durch eine Hitzewelle in Europa ums Leben.

Was passiert bei Hitze im Körper?
Ab einer gefühlten Temperatur von 32 Grad gibt der Deutsche Wetterdienst eine Hitzewarnung heraus. Und das ist auch angebracht, denn zu viel Wärme belastet den Organismus. Unsere biologischen Abläufe funktionieren am besten, wenn die Körpertemperatur bei etwa 37 Grad liegt. Deshalb ist der Körper bemüht, diese Temperatur zu halten - und zwar möglichst stabil. Steigt die Außentemperatur, muss der Körper seine Klimaanlage anwerfen. Stufe 1: Wir schwitzen, der Schweiß verdunstet an der Hautoberfläche, dadurch wird die Haut abgekühlt. Stufe 2: Die Hautarterien und Blutgefäße weiten sich, um möglichst viel warmes Blut zur Abkühlung an die Hautoberfläche zu leiten - unsere Haut wird rot (die Finger sind bei Wärme bis zu 600-fach stärker durchblutet), der Blutdruck sinkt und wir atmen schneller.

Problematisch wird es, wenn die Außentemperatur genauso hoch ist wie die Körpertemperatur (ab 37 Grad Celsius). Wir schwitzen weiter (und verlieren dadurch wichtige Körperflüssigkeit), aber wir kühlen nicht mehr ab, weil kaum noch Schweiß verdunstet. Auch das an die Hautoberfläche geleitete Blut wird durch die hohe Außentemperatur nicht kälter. Im Gegenteil: Unsere Körpertemperatur steigt schnell auf fieberähnliche 39 Grad, der Blutdruck sinkt weiter und wir verlieren durch das Schwitzen immer mehr Wasser. Ein Teufelskreis. Nach wenigen Stunden versagt der Kreislauf, unsere Zellen und Organe nehmen Schaden - es droht Todesgefahr. Gleichzeitig schadet die UV-Strahlung der Sonne unserer Haut, dem wichtigsten Organ zur Wärmeregulierung.

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Warum sind Saunagänge nicht gefährlich?
Schon komisch: Im Sommer stöhnen wir über 40 Grad Hitze, aber im Winter setzen wir uns voller Genuss in die 90 Grad heiße Sauna und nennen das Ganze 'Wellness'. Regelmäßige Saunagänge sind sogar gesund. Dabei wird das Gehirn - rein biologisch gesehen - ab einer Körpertemperatur von 40,5 Grad arbeitsunfähig, ab 41 Grad verformen sich die Eiweiß- und Gewebestrukturen des Körpers. Ein Saunagang wirkt wie ein künstlicher Fieberschub: Dabei sorgt der Körper unter extremem Energieaufwand dafür, dass die Körperkerntemperatur nicht über 39 Grad steigt. Um den Kreislauf nicht zu überfordern, sollte ein Saunagang daher auch nicht länger als 20 Minuten dauern.

Was ist ein Hitzschlag?
Extreme Kopfschmerzen, Übelkeit und Erbrechen, Schwindelgefühl - all das sind Symptome für Hitzeschäden. Wer sich zu lange in der Hitze aufhält, bekommt ernsthafte Kreislaufprobleme, denn der Wasserverlust durch das Schwitzen und der schwächer werdende Blutdruck führen zu Durchblutungsproblemen im Gehirn. Wenn unsere Schaltzentrale im Kopf nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt wird, fallen wir in Ohnmacht. Wer sich trotz Kollaps nicht schont, spielt mit seinem Leben: Denn der Kollaps ist die Vorstufe des Hitzschlags, der die Organe teilweise lebensbedrohlich schädigt.

Fast genauso gefährlich ist der Sonnenstich. Dabei heizt sich das Gehirn durch die Sonneneinstrahlung so stark auf, dass Hirngewebe anschwillt und sich die Hirnhaut entzündet. In dem Fall hilft nur noch ein Notarzt.

Wie schütze ich mich vor der Hitze?
Den Dschungelcampern möchte man zurufen: "Immer schön einen Sonnenhut aufsetzen!" Luftige Baumwollkleidung tragen sie ja schon. Außerdem sollten die Promis regelmäßig zur Trinkflasche greifen: Laut Weltgesundheitsorganisation sind 2 Liter Wasser pro Tag das Minimum, um die körpereigene Klimaanlage am Laufen zu halten (Kaffee und Alkohol lieber weglassen). Auf dem Speiseplan stehen im besten Falle nicht Kakerlaken oder Känguru-Hoden, sondern süße Früchte mit hohem Wasseranteil wie Melonen oder Ananas.

Dass Dr. Bob Helmut Berger aus dem Dschungel-Verkehr gezogen hat, ist nachvollziehbar. Denn der 69-Jährige gehört als gesundheitlich angeschlagener Senior zur Hitze-Risikogruppe. Auch Kinder, Herzkranke und Menschen mit Diabetes mellitus sollten sich in Hitzeperioden möglichst nicht im Freien aufhalten und anstrengende Aktivitäten in die Morgen- oder Abendstunden verlegen oder ganz vermeiden.

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