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Studie: Facebook macht uns total neidisch

23.01.13 10:04
Facebook-ProblemeFacebook-Posts spiegeln nicht das echte wider - auch wenn es oft so aussieht. Viele User reagieren mit Neid auf Protz-Posts ihrer Freunde, wie eine Studie belegt.
Foto: dpa bildfunk

Nutzer versuchen sich gegenseitig zu toppen

Ob tolle Urlaubsbilder oder die Statusmeldung aus dem angesagten Club - auf Facebook werden vor allem Aktivitäten gepostet, die einen gewissen Coolness-Faktor haben. Doch genau das löst bei vielen Nutzern auch Frust, Unzufriedenheit und Neid aus, wie eine aktuelle Studie belegt.

Über ein Drittel der User fühlen sich während und nach der Facebook-Nutzung schlecht. Das haben Forscher der Technischen Universität Darmstadt (TU) und der Humboldt-Universität zu Berlin (HU) herausgefunden. Die befragten Facebook-Nutzer fühlten sich einsam, müde, traurig oder frustriert. Als wesentlichen Grund sehen Forscher den Neid auf die positiven Nachrichten der Facebook-Freunde.

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"Normalerweise beneidet man Leute, die einem ähnlich sind", so die Wissenschaftler. Auf Facebook erfahren Nutzer mehr über andere, ihnen ähnliche Menschen, mit denen sie sich vergleichen könnten. Man kann auf diese Weise besser sehen, wie man abschneidet. Besonders Urlaubsbilder machten neidisch.

Neidische Nutzer würden deshalb besonders positive Dinge über sich schreiben. Diese Nachrichten sind teilweise übertrieben oder negative Erlebnisse werden einfach weggelassen. So werde eine bestandene Prüfung gefeiert, ein Durchfallen aber stillschweigend übergangen. Die Nutzer stellten ihr Leben auf diese Weise in ein besseres Licht und riefen somit wiederum Neidgefühle bei Anderen hervor - die Forscher sprechen von einer "Neidspirale".

Dabei kann man der miesen Laune mit einfachen Tricks vorbeugen. So sollte jeder hinterfragen, was die Freunde überhaupt posten. Denn schön darstellen kann sich schließlich jeder. Ob der Traumurlaub aber tatsächlich so toll war, wie es auf den Fotos aussieht, weiß nur der Poster selbst.

Experten raten außerdem, auch negative Erlebnisse zu veröffentlichen. Denn auch für Missgeschicke gibt es Feedback - und das kann den Pechvogel sogar aufmuntern. Der User sieht: Ich bin Teil der Community und sozial akzeptiert.

Eine weitere Lösung ist aber auch, weniger auf Facebook zu achten. 55 Minuten treibt sich der durchschnittliche Nutzer täglich auf der Plattform rum. Die Formel zum Glück ist also einfach: Ein bisschen weniger Facebook - und schon sinkt der Neidfaktor.