Sorgerechtsstreit: Mutter entführt Kinder
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Deutsch-Italienisches Medienspektakel
Dass eine Mutter ihre eigenen Kinder entführt und ins Ausland bringt, ist leider nichts Ungewöhnliches mehr. Dass dies aber gleich zweimal hintereinander geschieht, ist bemerkenswert und auch tragisch. Ein erbitterter Sorgerechtsstreit zwischen dem deutschen Vater und der italienischen Mutter.Seit Februar hat Tobias Ritter aus Unterhaching bei München keinen Kontakt mehr zu seinen Kindern Leonardo und Nicoló. Einen Tag vor Leonardos Einschulung flüchtete die Mutter mit den beiden Jungen in ihr Heimatland Italien.
Die deutsche Justiz hatte der Mutter das Sorgerecht für den Zwölf- und Achtjährigen entzogen. Marinella Colombo nahm sie trotzdem mit nach Italien. Beim ersten Mal brachte die Polizei die Kinder nach Bayern zurück. Dann verschleppte sie die Jungen ein zweites Mal. Für Marinella war dies aber keine Entführung: "Ich habe niemanden entführt, ich habe mich immer gesetzmäßig verhalten, nur dass in Deutschland die Gesetze anders ausgelegt werden als im Rest Europas."
Tobias Ritter sieht die Situation ganz anders. Jetzt versucht er seine Rechte vor der italienischen Justiz durchzusetzen. Vor dem Gericht wandte er sich an die Medien: “Ich habe seit neun Monaten nichts von den Kindern gehört. Ich bin in großer Sorge. Helft mir als verzweifeltem Vater die Kinder zu finden."
Viele italienische Zeitungen geben der 40-jährigen Mutter Recht. Der Fall wurde längst zum Medienspektakel. "Unserer Meinung nach ist das ein Fall von Ungerechtigkeit. Die Kinder werden der Mutter entzogen und man versteht den Grund dafür nicht. Wir haben uns viel mit dem Fall befasst, weil wir uns alle in sie hineinversetzen und uns fragen, wie wir uns an ihrer Stelle verhalten würden", beschreibt die italienische Reporterin Fausta Chiesa das Verhalten der Medien.
Juristisches Gezerre auf den Rücken der Kinder
So war das Sorgerecht für die Kinder nach ihrer Scheidung 2006 zunächst der damals noch in Deutschland lebenden Mutter zugesprochen worden. Als ihr Arbeitgeber der Italienerin eine Stelle in Mailand offerierte, begannen jedoch die Probleme. Die Mutter zog nach Italien, der Vater erwirkte - unterstützt vom Jugendamt - ein Urteil, demzufolge die Söhne Leonardo und Nicolò nach Deutschland gehörten. Im Herbst 2008 brachte die Mutter die Jungen trotzdem nach Mailand und galt in Deutschland seitdem als gesucht.
Im Mai 2009 wurden die Kinder auf der Grundlage des deutschen Gerichtsbeschlusses in Mailand von den Carabinieri aus der Schule geholt und nach Bayern zum Vater zurückgebracht. Die Jungen blieben in Bayern, bis ihrer Mutter sie Anfang 2010 kurzerhand entführte. Sie habe damals von gemeinsamen Bekannten erfahren, dass der jüngere Sohn mit Psychopharmaka behandelt werde, berichteten italienische Medien.
Beide Eltern argumentieren, dass sie nur das Beste für ihre Kinder wollen. Doch der erbitterte Streit geht weiter. Der Vater kämpft vom fernen München aus. Ein juristisches Gezerre, das auf dem Rücken von Leonardo und Nicoló ausgetragen wird.
So war das Sorgerecht für die Kinder nach ihrer Scheidung 2006 zunächst der damals noch in Deutschland lebenden Mutter zugesprochen worden. Als ihr Arbeitgeber der Italienerin eine Stelle in Mailand offerierte, begannen jedoch die Probleme. Die Mutter zog nach Italien, der Vater erwirkte - unterstützt vom Jugendamt - ein Urteil, demzufolge die Söhne Leonardo und Nicolò nach Deutschland gehörten. Im Herbst 2008 brachte die Mutter die Jungen trotzdem nach Mailand und galt in Deutschland seitdem als gesucht.
Im Mai 2009 wurden die Kinder auf der Grundlage des deutschen Gerichtsbeschlusses in Mailand von den Carabinieri aus der Schule geholt und nach Bayern zum Vater zurückgebracht. Die Jungen blieben in Bayern, bis ihrer Mutter sie Anfang 2010 kurzerhand entführte. Sie habe damals von gemeinsamen Bekannten erfahren, dass der jüngere Sohn mit Psychopharmaka behandelt werde, berichteten italienische Medien.
Beide Eltern argumentieren, dass sie nur das Beste für ihre Kinder wollen. Doch der erbitterte Streit geht weiter. Der Vater kämpft vom fernen München aus. Ein juristisches Gezerre, das auf dem Rücken von Leonardo und Nicoló ausgetragen wird.












