Sechs Waschbärbabys aus Kamin gerettet
19.04.11
Diese putzigen Waschbärbabys wurden von der hessischen Polizei aus einem Kamin gerettet.Foto: dpa bildfunk
Ungewisse Zukunft für Waschbärbabys
Die hessische Polizei hat sechs Waschbärbabys aus einem Kamin gerettet. Die von der Mutter verlassenen Jungtiere hatten am Sonntag so laut auf sich aufmerksam gemacht, dass die Bewohnerin des Hauses, Evelyne Whone, die Beamten alarmierte. "Das einzige was ich nicht wollte: ich wollt's nicht rausholen, weil ich nicht wusste, was da auf mich zugestürmt kommt", erzählt Frau Whone. Da die Waschbärmutter auch nach mehreren Stunden nicht mehr auftauchte, wurden die etwa zwei Wochen alten Jungen zu einer Aufzucht-Station in Bergen-Enkheim gebracht.
Die putzigen Winzlinge werden jetzt im Verein “Wildtierfreunde“ von Sonja Niebergall, Leiterin der Station, aufgepäppelt: “Den sechs geht es gut bei uns“, sagte sie. "Alle drei Stunden kriegen sie ihr Fläschchen, dann muss ihnen der Bauch massiert werden, das macht ja sonst alles die Mutter", erklärt Niebergall.
Doch die sechs Geschwister blicken in eine ungewisse Zukunft: Sie wurden zwar in eine Aufzuchtstation gebracht. Bald gibt es das nächste Problem, denn Waschbären sind vielerorts zur Plage geworden - kaum ein Wildpark will sie jetzt aufnehmen.
Die putzigen Winzlinge werden jetzt im Verein “Wildtierfreunde“ von Sonja Niebergall, Leiterin der Station, aufgepäppelt: “Den sechs geht es gut bei uns“, sagte sie. "Alle drei Stunden kriegen sie ihr Fläschchen, dann muss ihnen der Bauch massiert werden, das macht ja sonst alles die Mutter", erklärt Niebergall.
Doch die sechs Geschwister blicken in eine ungewisse Zukunft: Sie wurden zwar in eine Aufzuchtstation gebracht. Bald gibt es das nächste Problem, denn Waschbären sind vielerorts zur Plage geworden - kaum ein Wildpark will sie jetzt aufnehmen.
Waschbären: Ungeliebte Nachbarn
Die sechs liebevoll betreuten Welpen können sich glücklich schätzen, denn ihre Artgenossen sind vielerorts eher ungebetene Gäste. “Waschbären sind überhaupt nicht beliebt. Sie haben keine natürlichen Feinde und können sich stark vermehren“, sagte Niebergall: “So leicht werden wir sie aber auch nicht mehr los.“ Viele Wildparks seien schon überfüllt mit Waschbären.Gerade bei Hausbesitzern sind Waschbären gefürchtet.Frank Becker, Jagdaufseher "Wenn der einmal auf dem Dach ist, kann der Ziegel an-heben. das erste wäre ein Wasserschaden, das wäre der geringste Schaden, aber wenn er in die Dämmung geht, kann er die komplette Hausdämmung zerstören", erklärt Jagdaufseher Frank Becker.
Im Moment seien die sechs Babys noch pflegeleicht erzählt Tierpflegerin Niebergall. Gerade erst öffnen sich bei ihnen die Augen. “Aber wenn sie groß sind, geht der Ärger los.“ In zehn Wochen sollen die pelzigen Geschwister in einen Wildpark umziehen.
Die Tiere mit dem markanten schwarz-weißen Gesicht und dem gestreiften, buschigen Schwanz kommen ursprünglich aus Nordamerika. Am Edersee in Nordhessen waren am 12. April 1934 zwei Männchen und zwei Weibchen ausgesetzt worden, von denen die deutschen Waschbären abstammen. Seitdem haben sie sich enorm vermehrt und ausgebreitet. Inzwischen gibt es in Deutschland nach Schätzung von Wissenschaftlern bis zu einer halben Million Waschbären. Allein im Stadtgebiet von Kassel sollen es 2.000 bis 3.000 sein.











