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Red Bull: Stallorder wird "von Mathematik diktiert"

31.10.10
Christian Horner, Teamchef Red Bull RacingSteht vor einer "mathematischen" Entscheidung: Red-Bull-Teamchef Christian Horner.
Foto: xpb.cc

Red Bull will im Kampf um den Fahrer-WM-Titel, die Möglichkeit einer Stallorder nicht mehr ausschließen. Zwar betonte Teamchef Christian Horner gebetsmühlenartig, dass „besonders in diesem Jahr beide Fahrer gleich unterstützt werden“, doch bei nur noch zwei ausstehenden Rennen ist der 36-Jährige mittlerweile ins Grübeln gekommen.

„Unweigerlich gibt es einen Punkt, an dem die Mathematik diktiert, was potenziell der beste Ausgang für das Team wäre, aber derzeit liegt nur ein Sieg zwischen Sebastian und dem Führenden. 25 Punkte klingen nach viel, aber in den vergangenen Jahren wären das nur zehn gewesen. Mark ist sogar noch ein Stück näher dran, bei ihm sind es nur elf Punkte. Da ist bei zwei noch zu fahrenden Rennen alles offen“, erklärte der Brite bei BBC RADIO 5 LIVE die Ausgangslage seiner beiden Piloten vielsagend.

„Wenn einer von beiden realistisch gesehen keine Chance mehr hat, dann werden sie natürlich versuchen, das Teamergebnis zu optimieren, denn beide sind Teamplayer", so Horner.

Wenn Alonso in Brasilien vor Vettel und Webber führt, dann kann Vettel nicht mehr Champion werden. Aber Webber würden die zusätzlichen Punkte helfen. Dies wäre laut Horner ein mögliches Szenario, bei dem ein Eingriff des Kommandostands ins Renngeschehen nicht mehr ausschließen sei.

Stallorder ist in der Formel 1 nach wie vor verboten. Aber was hat Red Bull zu verlieren? Ferrari ist für seine Stallregie auf dem Hockenheimring, als Felipe Massa seinen Kollegen Alonso passieren lassen musste, mit einer Strafe von 80.000 Euro davongekommen. Im Millionen-Zirkus Formel 1 gleicht dies einem Taschengeld. Die Red-Bull-Chefs wären also fahrlässig, wenn sie nicht mit allen Mitteln auf die Karte Webber setzen würden.

Alonso, Massa, FerrariAm Hockenheimring musste Felipe Massa seinen Teamkollegen Fernando Alonso passieren lassen
Foto: xpb.cc
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Ferrari hat es vorgemacht

Alle Experten außerhalb des Red-Bull-Universums raten dem Rennstall schon lange dazu, sich auf eine Nummer 1 festzulegen. Bisher vertrat Red-Bull-Teamchef Chris Horner jedoch standhaft die Devise, bei den ’Roten Bullen’ gebe es keine Bevorzugung.

Eine Stallorder zu seinen Ungunsten will Sebastian Vettel mit allen Mitteln verhindern. „Ich bin der Letzte, der aufgibt. Ich kämpfe bis zum Schluss", sagte er nach dem Großen Preis von Südkorea. Sein Kampfgeist ehrt ihn, aber nüchtern betrachtet muss auch der junge Red-Bull-Piot zu dem Ergebnis kommen: Das war’s! 25 Punkte Rückstand auf den WM-Führenden Fernando Alonso wird der 23-Jährige trotz seines überlegenen Autos wohl nicht mehr aufholen. Vettels Teamkollege Mark Webber liegt mit nur 11 Punkten Rückstand auf den Ferrari-Star deutlich aussichtsreicher. Auch wenn es noch niemand deutlich ausgesprochen hat: Vettel muss ab sofort für Webber fahren!

Vettel ist zwar der bessere Qualifyier. Neun Pole Positions holte der WM-Vierte in dieser Saison, Webber dagegen nur fünf. Red Bull wird jedoch Mittel und Wege finden (müssen), in den verbleibenden zwei Rennen in Brasilien und Abu Dhabi Webber an Vettel vorbeizuwinken – vielleicht sogar etwas weniger offensichtlich als Ferrari. Dann könnte es doch noch klappen mit dem Gewinn der ersten Weltmeisterschaft für Red Bull - zum Spottpreis von 80.000 Euro. Ferrari hat es vorgemacht.

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