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Psychische Probleme verursachen Rückenschmerzen

24.01.12 10:18
Psychische Probleme verursachen RückenschmerzenPsychische Probleme sind sehr häufig Ursache von Rückenschmerzen.

Rückenschmerzen beginnen häufig im Kopf

Zweidrittel aller Menschen in Deutschland klagen mindestens einmal im Jahr über Rückenschmerzen. Doch bei etwa 85 Prozent der Patienten gibt es keinen Befund, der Arzt kann trotz Beschwerden keine Probleme am Kreuz finden. Gleichzeitig kann es passieren, dass sich bei Menschen, die völlig beschwerdefrei sind, auf Röntgen- und CT-Bildern Schäden an der Wirbelsäule zeigen.

Die Hälfte aller über 50-Jährigen hat einen Bandscheibenvorfall ohne es zu merken - das zeigen Studien. Und das ist wohl auch der Grund, warum zu häufig zum Messer gegriffen wird. Experten sprechen davon, dass mindestens jede zweite Operation am Kreuz überflüssig ist. Allein die Zahl der Eingriffe an der Bandscheibe ist zwischen 2004 und 2009 um 43 Prozent gestiegen. Häufig bringt eine Operation noch nicht einmal die gewünschte Linderung, sondern Patienten sind nicht viel schmerzfreier als vorher. Doch warum das so ist, können auch Chirurgen nicht wirklich erklären. Deshalb soll der Schmerz intensiver erforscht werden. Wo genau kommt er her, wie entwickelt er sich, warum passen Befunde und Beschwerden oft nicht zusammen?

Dabei zeigt sich, dass auch der Kopf eine wichtige Rolle für das Leiden im Kreuz spielt. Gerade Menschen mit hohen Ansprüchen an sich selbst neigen zu Überforderung. Das bedeutet dann meist starke Muskelverspannungen, die Rückenschmerzen auslösen können ebenso wie Stress und Unzufriedenheit am Arbeitsplatz.

Stress kann Rückenschmerzen auslösen

Ein rückengerechter Bürostuhl ist sicherlich wichtig. Aber wenn die Atmosphäre nicht stimmt, steigt die Zahl der Kreuzkranken. Das hat eine Schweizer Studie gezeigt. Psychologen warnen, dass Arbeitgeber unterschätzen, wie sehr die Arbeitszufriedenheit auch die Gesundheit der Mitarbeiter beeinflusst. Zu viel Druck, wenig Anerkennung und geringe Aufstiegschancen - all das erhöht das Risiko für Rückenleiden.

Und auch bei privaten Problemen können Angst, Stress und Depressionen die Muskeln verkrampfen lassen und Schmerzen auslösen. Dazu kommt als Folge ein gestörtes Schmerzgedächtnis. Nervenzellen, die ständig auf Schmerz reagieren müssen, werden auf Dauer immer empfindlicher und gereizter - ein Teufelskreis.

Diesen zu durchbrechen gelingt vielen schon mit Bewegung statt mit Bettruhe, die jahrelang von Orthopäden empfohlen wurde. Je schneller Patienten wieder auf die Beine kommen, desto besser. Wer sich schont, den plagen schon bald durch eine verkümmerte Muskulatur und Schonhaltung neue Schmerzen.

Wer sich aber bewegt, sorgt für Durchblutung im Kreuz, stärkt den Rücken und auch die Psyche, denn er bekämpft den Schmerz aktiv und liefert sich ihm nicht aus. Vielen hilft es zusätzlich, wenn sie lernen die Muskeln gezielt zu entspannen. Bei chronischen Beschwerden muss von mehreren Seiten das Kreuzleiden bekämpft werden: neben körperlicher Aktivität und Stressbewältigungsübungen gehören auch die Gabe von Medikamenten dazu und möglicherweise eine Psychotherapie.

Rückenschmerzen hören nicht an der Halswirbelsäule auf, auch die Psyche steuert Nerven und Muskeln. Und deshalb muss alles trainiert werden: Der Rücken sollte stark sein, aber auch die Seele, um das Kreuzleiden erfolgreich zu bekämpfen.