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Pille und Co.: Wie gefährlich sind Hormone wirklich?

01.02.13 14:20
Für viele Frauen gehört das Schlucken der Pille genauso selbstverständlich zum Alltag wie Zähne putzen.
Foto: dpa bildfunk

Frauen nehmen Hormone in der Regel zur Verhütung oder aber, um die Wechseljahrs-Beschwerden zu lindern. Immer wieder aber geraten sie in die Schlagzeilen – wie zuletzt die Pille „Diane 35“, die nun in Frankreich verboten ist. Sie soll bei mehreren Frauen eine Thrombose ausgelöst haben, in deren Folge einige Frauen gestorben sind. Dies wirft die Frage auf: Wie gefährlich sind Hormone wirklich?

Hormone sind wichtige Botenstoffe und steuern als solche viele Abläufe und Reaktionen im Körper: Ob Stress, Angst oder Lust: Alle diese Empfindungen werden durch Hormone ausgelöst. Hormone werden beispielsweise im Gehirn (wie das Stresshormon Adrenalin oder das Glückshormon Serotonin), Hypothalamus (wie das Kuschelhormon Oxytocin) oder den Nebennieren (wie die Sexualhormone Testosteron und Östrogen) gebildet. Ein ausgeglichener Hormonhaushalt ist eine entscheidende Voraussetzung für seelisches wie körperliches Wohlbefinden.

Ärzte verschreiben gesunden Frauen Hormone meist zur Schwangerschaftsverhütung oder aber, um Wechseljahrs-Beschwerden wie Hitzewallungen, Schlafstörungen und Stimmungsschwankungen zu reduzieren und dem Knochenschwund vorzubeugen.

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In Deutschland nehmen etwa 6 Millionen Frauen die Pille. Tatsache ist: Präparate, die Östrogen enthalten, verdoppeln das Risiko für Thrombosen. Das ist allerdings nicht problematisch, da das Thromboserisiko bei gesunden Frauen sehr gering ist. So bekommen pro Jahr statistisch nur 3 von 10.000 Frauen im gebärfähigen Alter zwischen 15 und 49 Jahren eine Venenthrombose. Frauen, in deren Familie es aber schon Thrombose-Fälle gab, sollten keine östrogenhaltigen Verhütungsmittel nehmen.

Die Pille erhöht auch das Herzinfarkt- und Schlaganfall-Risiko. Dies ist für junge Frauen bis 35 Jahren weitgehend unbedenklich. Bei Frauen, die älter sind als 35 Jahre und auch bei Risikopatienten ist Vorsicht geboten: Wer beispielsweise raucht und in wessen Familie es Fälle von Herzinfarkt oder Schlaganfall gab, sollte dies unbedingt dem Frauenarzt mitteilen – und auf die Pille verzichten. Das gilt auch für Frauen, die stark übergewichtig sind oder aber unter Bluthochdruck leiden. Denn diese Faktoren begünstigen Stoffwechsel- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen zusätzlich.

Immer wieder wird diskutiert, ob und inwieweit die Pille das Brustkrebs-Risiko erhöht. Tatsache ist, dass bislang keine Studie einen eindeutigen Zusammenhang zwischen Pilleneinnahme und Brustkrebs belegen konnte. Dies liegt auch daran, dass die modernen Antibabypillen den Östrogenspiegel nicht mehr signifikant erhöhen. Gesichert hingegen ist, dass die Pille das Risiko für Eierstock-Krebs reduziert.

Im Laufe des Lebens nimmt die körpereigene Hormonproduktion ab. Bei Frauen verursacht der Östrogenmangel ab einem durchschnittlichen Alter zwischen Mitte 40 und Mitte 50 die typischen Wechseljahrs-Beschwerden: Es kommt zu Hitzewallungen, Schlafstörungen, die Blutfette steigen und damit auch das Risiko für einen Herzinfarkt.

Viele Ärzte verschreiben gegen die Beschwerden Hormonersatzpräparate. Diese erhöhen ebenfalls das Thromboserisiko – und zwar um das Zwei- bis Dreifache. Daher sollten Frauen, die erblich vorbelastet sind, wenn überhaupt nur niedrig dosierte Östrogenpräparate einnehmen. Dazu eignen sich beispielsweise Gele oder Hormonpflaster. Für die Aufnahme über die Haut sind deutlich geringere Hormon-Konzentrationen nötig als bei der Hormonzufuhr über Tabletten. Aber auch hier ist es wichtig, im Vorfeld zu klären, ob es in der eigenen Familie Fälle von Brustkrebs, Gefäßerkrankungen, Lungenembolien und Herz-Kreislauf-Erkrankungen gibt oder gab.

Generell lässt sich sagen, dass eine Hormonersatztherapie nur bei starken Beschwerden und mit möglichst niedrig dosierten Präparaten durchgeführt werden sollte. Sie sollte nach Möglichkeit nicht länger als zwei Jahre lang dauern und so bald wie möglich abgebrochen werden, wenn die Beschwerden sich gebessert haben.

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