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Opel Astra GTC: Der Bad Guy soll die Szene rocken

14.11.11

Der neue Opel Astra GTC soll als automobiler Bad Guy die Szene rocken. Was sind denn das für Töne aus Rüsselsheim? Ja, ja, Sie hören und lesen richtig. Brav und solide war gestern.

Der neue Dreitürer der Astra-Familie wird völlig zurecht mit lautem Getöse ins sportliche Rennen der Kompaktcoupés geschickt. Er ist eben nicht nur der Astra mit fünf Türen weniger zwei Türen. Bis auf die Antenne, Rückspiegelgehäuse und Türgriffe hat die Karosserie des GTC nichts mit denen der Geschwister Astra oder Astra Sportstourer gemein.

Gut, Design ist Geschmackssache. Aber es wäre nicht verwunderlich, wenn der Astra GTC den Geschmack vieler Autofahrer - und Autofahrerinnen - träfe. Opel peilt nämlich einen Anteil von 40 % Frauen als Kundschaft an. Das hätten sie nur auch dem Marketing-Experten sagen sollen, der den Slogan "Man’s New Baby" kreiert hat. Naja, vielleicht fällt dieser Ausrutscher dank des attraktiven Designs und der Fahreigenschaften nicht auf. Muskulös und doch elegant treibt der GTC die Interpretaion der Opel-Designsprache seit der „Geburt“ des Insignia auf die Spitze. Besonders in der Sonderfarbe Mineralweiß kommen die Charakterlinien des GTC zur Geltung. Viel schnittiger, offensiver, dynamischer ist und wirkt der GTC gegenüber seinen Familienmitgliedern. Für die athletischen Proportionen und die satte Straßenlage wurde die Karosserie um 15 mm tiefer gelegt, der Radstand um 10 mm vergrößert und die Spurweite vorne um 40 mm und hinten um 30 mm verbreitert. Sportlich, sportlich!

Der Opel Astra GTC im Video
Romantischer Bad Guy
Der Opel Astra GTC im Video  
Fotoshow Opel Astra GTC
In voller Größe und im Detail
Fotoshow Opel Astra GTC  
Vorgestellt: Opel Meriva
Der neue Opel Meriva: Ein kleiner Revoluzzer
Vorgestellt: Opel Meriva  
Vorgestellt: Opel Zafira Tourer
Wer braucht da noch 'nen ICE?
Vorgestellt: Opel Zafira Tourer  

Damit der GTC auch hält, was sein Äußeres verspricht, wurde das Fahrwerk entsprechend aufgemotzt: HiPerStrut-Vorderradaufhängung, die bisher dem Insignia OPC vorbehalten war, Verbundlenker-Hinterachse mit Watt-Gestänge, eine Servolenkung, deren Elektromotor direkt an der Zahnstange und nicht wie üblich an der Lenksäule montiert ist, sagen jetzt wahrscheinlich den meisten Autofahrern wenig. Kann ihnen auch egal sein. Denn auch ohne Technik-Verständnis kommen sie in den Genuss eines ausgezeichnet einfachen Handlings in jeder Kurvenlage. Dennoch geht’s auch richtig ruppig. Denn im Modus „Sport“ der FlexRide-Fahrwerkseinstellung lockt ein dynamischeres, derberes Fahrverhalten. Und das mag der Kurvenliebhaber. Blöd nur, dass Beifahrers Hirn und Magen nicht so querstabil sind wie die Hinterachse und das minimierte Antriebszerren der Vorderräder trotzdem ausreichen, bei ihm für ordentlich Aufruhe zu sorgen. Um Schlimmeres zu verhindern, dann doch lieber auf die sanfte „Tour“ umschalten.

Fürs Ausreizen der sportlichen Vorlagen braucht’s jetzt noch eine passende Motorisierung. Der 180 PS starke 1.6-Liter-Turbobenziner mit Sechsgang-Schaltgetriebe ist sie nicht. Bei so einer beeindruckenden Zahl sollte mehr Power drin sein. Einige der PS müssen irgendwo zwischen Motor und Asphalt aus dem System fallen. Zum Vorschein kommen sie erst, wenn der Motor auf hohe Drehzahlen gebracht wird. Ob sportliche oder ökonomische Drehzahl, die Temposteigerung ist bei 220 km/h zu Ende. Den aggressiven Tritt aufs Gaspedal braucht’s beim 2.0 CDTI mit 165 PS nicht. Der Top-Diesel lässt gleich seine Durchzugskraft spüren, sprintet in 8,9 Sekunden auf 100 und kapituliert erst bei 210 km/h. Mit Start-Stop-Automatik soll er nur 4,8 Liter Diesel verbrauchen- natürlich bei reduziertem Fahrspaß.

Besonders stolz sind die Astra-Ingenieure auf die optionale Panorama-Frontscheibe. Denn wer hat’s erfunden? Nein, nicht die Schweizer warn’s, sondern die Opelaner. Schon für die erste Generation des Astra GTC war die Windschutzscheibe, die nahtlos vom Ende der Motorhaube bis zur B-Säule reicht, erhältlich. Mit einem Aufpreis ab 1.200 Euro bringt sie Flugzeug-Cockpit-Atmosphäre ins Auto. Kein Querholm behindert die Sicht der fünf Insassen. Auch das ist ungewöhnlich: Anders als bei vielen anderen Coupés können im Fond drei statt zwei Passagiere Platz nehmen. Bei durchschnittlicher Statue ist das immerhin für zwei Personen annehmbar, sofern sie seitliche Sehschlitze statt Fensterscheiben akzeptieren. Der Gepäckraum bietet passable 380 Liter Rauminhalt. Bei umgeklappter Rücksitzlehne und Ladung bis unters Dach stehen 1.165 Liter zur Verfügung.

Die Preise für den Astra GTC starten bei 19.900 Euro für den 100 PS starken 1,4-Liter-Benziner. Der dürfte aber etwas schwach unter der Haube sein - und natürlich nicht über die technischen Raffitücken wie Spur- und Verkehrsschildassistent, Abstandswarner, adaptives Fahrlicht und und und haben. Der Top-Diesel ist ab 25.055 Euro zu haben. Wer noch mehr Sportlichkeit haben will und noch mehr Geld hat, kann auf den Astra OPC warten und sich auf 280 PS freuen. Vielleicht wird der dann ja "Woman’s New Baby".

Claudia Träger, 11.11.2011

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