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Morbus Dschungel: Das macht die Stars zu nervlichen Wracks

25.01.12

Willkommen in der Dschungelklinik: Nach der ersten Woche wird das Camp für eine Weile zur betreuten Wohngruppe für chronisch Kranke und hochnervöse Patienten. Warum aber reagieren die Stars so heftig, wenn sie auf gewohntes Essen und ihre Alltagsdrogen verzichten müssen? Die Antwort kennt Extremsportler Joey Kelly.

Trotz des relativen Komforts im Camp haben die Kandidaten schon nach einer Woche im Busch ihren absoluten Tiefpunkt erreicht. Extremsportler Joey Kelly weiß, dass das eine normale Reaktion des Körpers und der Psyche auf die Entbehrungen ist: "Wenn man am Limit ist, dann zeigt man sein wahres Gesicht." Der noch amtierende Dschungelkönig Peer Kusmagk hat das alles auch mit gemacht und ausgehalten. "Das Camp ist so ein Mischung aus Fastenkur und Klassenfahrt", so Peer Kusmagk. Nur dass selbst eine abgerockte Jugendherberge im Vergleich zum Camp ein fünf Sterne Wellnesstempel ist.

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Joey Kelly erklärt, warum Kaffee, Milch und Zucker - die Belohnung für eine der Schatzsuchen im Dschungel - einen Freudentanz unter den Camp-Bewohnern auslöst: "Zuckerentzug ist das, was viele unterschätzen." Entsprechend groß ist der Jiper nach Schokolade. "Wenn der Zuckerspiegel fällt, dann ist dieser Tiefpunkt im Körper, sagt Kelly. Und ohne Bonussterne fällt der dauernd. Dann gibt es tatsächlich nur dieses bisschen zu essen: 70 Gramm Bohnen und 70 Gramm Reis pro Tag für jeden. Das reicht vielleicht zum Leben, aber nicht für gute Laune.

Nach einer Woche im Dschungel gibt es eigentlich immer Streit um und wegen des Essen, was nie reicht. Auch im letzten Jahr. "Man kann es positiv sehen als eine Art Ayurveda-Kur, aber es nagt schon an den Nerven", weiß Peer Kusmagk. Und manchmal nagt es die Nerven auch komplett durch. Genau das können wir derzeit vor dem Fernseher beobachten.

Laut Extremsportler Kelly braucht der Körper etwa fünf bis sechs Tage, bis er sich daran gewöhnt und auf die Verwertung von Eiweiß und Fett umgestellt hat. In diesem Grenzbereich fallen alle Masken, was für die Einzelnen nicht immer schmeichelhaft, für uns Zuschauer aber kurzweilig ist. Aber nicht nur das Essen ist Mangelware. Daneben leiden die Camp-Bewohner unter Vitamin N-Mangel - ihnen fehlt Nikotin, ausschließlich enthalten in Kippen.

"Wenn man normal eine Schachtel raucht und im Dschungel den ganzen Tag nur fünf Kippen hat, da geht man die Decke hoch. Man merkt, wie süchtig man ist, wenn man sich den ganzen Tag nur mit diesem Gedanken beschäftigt", erinnert sich Peer Kusmagk an seine Zeit der Entbehrung im Camp 2011.

Dieses Tief - der Morbus Dschungel – lässt sich nicht behandeln, das muss das man einfach nur aushalten. Doch ein Ende der entbehrungsreichen Zeit ist ja glücklicherweise absehbar - und für manchen wahrscheinlich schneller da, als er denkt oder insgeheim hofft.

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