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Mobile Payment: Bezahlen wir bald alle per App?

04.09.12
Bezahlen mit dem SmartphoneDie Firma 'Payleven' will mit einem Steckaufsatz fürs Handy das Bezahlen revolutionieren. Ob's klappt?
Foto: dpa bildfunk

Das sind die vielversprechendsten Technologien

Seit Jahren wird prophezeit, dass Smartphones bald die Brieftasche ersetzen werden - aber die Revolution lässt noch auf sich warten. Handys und Tablet-Computer sollen das Bezahlen für immer verändern und das lästige Kramen nach Geld an der Supermarktkasse überflüssig machen. Aber wie?

Kontaktloses Bezahlen per NFC-Funkchip
Die Technologie dahinter heißt 'Near Field Communication' (NFC) und Weltkonzerne wie Google oder die Telekom setzen auf die drahtlose Bezahlmöglichkeit.

Wie funktioniert’s? Handy hochhalten und abbuchen lassen. Klingt einfach, ist es auch. Ein Funkchip im Smartphone - praktisch eine Antenne - wird im Abstand von zwei bis vier Zentimetern an das Lesegerät gehalten, um die Daten zu übertragen. Verbraucherschützer kritisieren allerdings, dass die Funkchips nicht ausreichend vor Datendiebstahl geschützt seien.

Zukunftschancen? Sehr gut - falls die Sicherheitsprobleme gelöst werden. Im vergangenen Jahr hat Google seinen Funk-Bezahldienst 'Wallet' in einigen US-Regionen gestartet. Es wird zudem spekuliert, dass im iPhone 5 erstmals auch ein NFC-Chip stecken könnte. Bis die deutschen Supermärkte und Tankstellen ihre Kassen flächendeckend für NFC aufgerüstet haben, wird es aber wohl noch etwas dauern. Derzeit sind von einer Million Kassen erst 10.000 mit der Technik ausgestattet. Vorreiter sind die Flughäfen Frankfurt oder Hannover.

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Einsteckmodule mit Kartenleser
Die Aufsteck-Lösung: Mit Hilfe eines Steckaufsatzes und einer App von 'Payleven' oder 'SumUp' wird das Handy zum Kartenlesegerät.

Wie funktioniert`s? Kleinunternehmer laden einmalig die kostenlose App herunter, lassen sich den Steckaufsatz zuschicken und los geht’s. Steht der Pizzabote mit der Rechnung vor der Tür, gibt der Kunde den zu zahlenden Betrag ins Smartphone des Pizzaboten ein, zieht die EC-Karte durch den Aufsatz, unterschreibt auf dem Display und lässt so das Geld abbuchen - fast wie an der Ladentheke. Mastercard kooperiert mit 'Payleven', Visa und American Express sollen folgen.

Zukunftschancen? Mittelprächtig. Das 'Payleven'-Angebot nutzten in einer Testphase 1.000 Händler und Dienstleister in Berlin: unter anderem Friseure, Bäckereien, Restaurants, Anbieter von Hauskrankenpflege und IT-Schulungen. Zum Jahresende soll die Zahl der Partner im vielfachen Tausender-Bereich liegen. Die Zukunftschancen der Steckaufsätze hängt davon ab, ob die Kunden die Technik als sicher einstufen. Einem Pizzaboten an der Haustür die persönlichen Kontodaten samt Unterschriftsmuster auf das Smartphone zu überspielen, ist doch arg gewöhnungsbedürftig. 'Payleven' und 'SumUp' versprechen natürlich höchste Datensicherheit.

Wieso hat sich noch keine Technik durchgesetzt?
Es lauern technische Hindernisse beim Bezahlen mit dem Smartphone, wie zum Beispiel auch 'PayPal' lernen musste. "In Europa hat man nicht in jedem Laden einen guten Empfang mit dem Handy - die Wände der alten Gebäude sind oftmals zu dick", sagte der Entwickler John Lunn bei der Vorstellung des 'PayPal'-Bezahlsystems für Läden an. In den USA mit ihren vergleichsweise jungen Einkaufstempeln ist das kein Problem.

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