Hipp Kindertee die dreisteste Werbelüge des Jahres
20.06.12
Von den Verbrauchern zur dreistesten Werbelüge erklärt: Der Hipp Kindertee. Dafür gibt's den 'Goldenen Windbeutel' 2012 für Etikettenschwindel.Foto: dpa bildfunk
Zu viel Zucker, um den Tee als 'gesund' bewerben zu dürfen
Die 'dreisteste Werbelüge 2012' kommt vom Kindertee-Hersteller Hipp. Die zuckerhaltigen Instant-Tees für Kleinkinder der Firma Hipp wurden von Zehntausenden Verbrauchern in einer Online-Abstimmung auf Platz eins der Negativ-Liste gewählt.
Die Verbraucherorganisation Foodwatch zeichnete den Hersteller von Babynahrung dafür an dessen Firmensitz in Pfaffenhofen a.d. Ilm mit dem 'Goldenen Windbeutel' 2012 für Etikettenschwindel aus. Hipp wehrte sich gegen die Kritik: Für den Kindertee mache das Unternehmen gar keine Werbung und der Zuckergehalt sei klar auf der Verpackung angegeben.
Die Zuckergranulat-Tees 'Früchte', 'Waldfrüchte' und 'Apfel-Melisse' enthielten umgerechnet zweieinhalb Stück Würfelzucker je 200-Milliliter-Tasse, hatte Foodwatch zur Begründung erklärt. Dennoch würden die Tees als "kindgerecht" und "gesund" beworben.
Experten hingegen empfehlen, kleinen Kindern nur ungesüßte Getränke zu geben. "Zuckergranulat mit Wasser aufgegossen: Eltern ein solches Produkt für Kleinkinder zu empfehlen ist unverantwortlich und passt in keiner Weise zu dem so oft betonten Anspruch von Hipp, 'kindgerechte' und 'gesunde' Produkte anzubieten", kritisierte Oliver Huizinga von foodwatch.
Die Verbraucherorganisation Foodwatch zeichnete den Hersteller von Babynahrung dafür an dessen Firmensitz in Pfaffenhofen a.d. Ilm mit dem 'Goldenen Windbeutel' 2012 für Etikettenschwindel aus. Hipp wehrte sich gegen die Kritik: Für den Kindertee mache das Unternehmen gar keine Werbung und der Zuckergehalt sei klar auf der Verpackung angegeben.
Die Zuckergranulat-Tees 'Früchte', 'Waldfrüchte' und 'Apfel-Melisse' enthielten umgerechnet zweieinhalb Stück Würfelzucker je 200-Milliliter-Tasse, hatte Foodwatch zur Begründung erklärt. Dennoch würden die Tees als "kindgerecht" und "gesund" beworben.
Experten hingegen empfehlen, kleinen Kindern nur ungesüßte Getränke zu geben. "Zuckergranulat mit Wasser aufgegossen: Eltern ein solches Produkt für Kleinkinder zu empfehlen ist unverantwortlich und passt in keiner Weise zu dem so oft betonten Anspruch von Hipp, 'kindgerechte' und 'gesunde' Produkte anzubieten", kritisierte Oliver Huizinga von foodwatch.
Hipp wehrt sich - 'Goldenen Windbeutel' gibt es seit 2009
Auf den zweiten Platz wählten die Verbraucher die Viva Vital Hackfleisch-Zubereitung mit pflanzlichem Eiweiß von Netto-Markendiscount. Auf Rang drei folgt Becel pro.activ von Unilever, Vierter wurde das Bier Clausthaler von Radeberger und Fünfter die Landlust Mirabelle & Birne von Teekanne.Knapp 130.000 Verbraucher beteiligten sich laut Foodwatch an der Abstimmung. Auf die Hipp-Tees seien mehr als 44.000 Stimmen oder rund 34 Prozent entfallen. Der Organisation zufolge hat der Hersteller bereits nach der Bekanntgabe der Nominierung für den 'Goldenen Windbeutel' angekündigt, die kritisierten Zuckergranulat-Tees bis Ende des Jahres durch neue Produkte ohne Zuckerzusatz ersetzen zu wollen. "Eigentlich gibt es keine Notwendigkeit, andere Produkte zu entwickeln, denn Hipp hat geeignete Kleinkind-Getränke längst im Sortiment: die guten alten Teebeutel", erklärte Oliver Huizinga von Foodwatch.
Hipp teilte mit, dass das Unternehmen die kritisierten Produkte gar nicht bewerbe. Folglich könne sich der Vorwurf der Werbelüge allein auf die Angaben auf der Verpackung beziehen. Darauf werde aber "transparent und für den Verbraucher deutlich erkennbar" der Zuckergehalt angegeben, und zwar mit 3,8 Prozent im trinkfertigen Produkt. Hipp biete zudem ein breites Sortiment an zuckerfreien Tees an. Seit April sei Hipp weltweit das erste Unternehmen, das auch Granulat-Tees auf Isomaltulose-Basis anbietet, die aufgrund ihrer zahnschonenden Eigenschaften mit dem Zahnmännchen ausgezeichnet wurden.
Die Wahl zum 'Goldenen Windbeutel' lief vom 22. Mai bis zum 18. Juni 2012 auf www.abgespeist.de. Foodwatch vergab den Preis für die dreisteste Werbelüge des Jahres bereits zum vierten Mal. 2011 wählten die Verbraucher die "Milch-Schnitte" von Ferrero zum Windbeutel-Sieger, 2010 erhielt die Molkerei Zott die Negativ-Auszeichnung für ihren "Monte Drink", 2009 Danone für seinen probiotischen Joghurt "Actimel".













