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Graph Search: Facebook wird zur Suchmaschine

16.01.13 09:03
Neue Facebook-FunktionFotos, Kontakte, Interessen - Facebook macht mit der neuen Suchfunktion 'Graph Search' zahlreiche Daten der Nutzer wirklich öffentlich.
Foto: dpa bildfunk

Neue Funktion greift noch mehr User-Daten ab

Das größte soziale Netzwerk der Welt verfügt über Milliarden Informationsschnipsel seiner Mitglieder - und die will Facebook jetzt für eine neue Funktion namens 'Graph Search' nutzen. Die 'Soziale Suche' zeigt beispielsweise Vorlieben und Lieblingsorte der eigenen Kontakte an. So will Facebook Google Konkurrenz machen. Und mehr Geld verdienen.

Das Online-Netzwerk Facebook macht es einfacher, die vielen Informationen seiner mehr als eine Milliarde Nutzer zu durchstöbern. Egal ob Fotos, Lieblingsserien oder Verbindungen - all die Inhalte, die als 'öffentlich' markiert sind, können demnächst innerhalb von Facebook 'gegooglet' werden. Inhalte außerhalb der Facebook-Welt, werden mit Hilfe der Microsoft-Suchmaschine 'Bing' gefunden. Es sei "ein neuer Weg für Menschen, Informationen auf Facebook zu finden", erklärte Zuckerberg.

Um die Funktion zu nutzen, geben Nutzer ihre Suchanfrage in einen größeren Suchschlitz am oberen Ende der Facebook-Webseite ein. Die Antworten werden dann aus den Informationen von Freunden und Facebook-Kontakten herausgefiltert, erklärte Facebook-Gründer Mark Zuckerberg. Zuckerberg stellte die neue Funktion im kalifornischen Menlo Park vor. Anstelle der regulären Internetsuche solle 'Graph Search' Antworten auf spezielle Fragen liefern, sagte der Facebook-Chef. Als Beispiel für Anfragen nannte er "Fernsehserien, die meinen Freunden gefallen" und "Fotos meiner Freunde aus 2009". Damit greift Facebook verstärkt den Konkurrenten Google auf dessen Territorium an.

Bei den Ergebnissen sollen die Privatsphären-Einstellungen der Nutzer berücksichtigt werden. Es würden nur Ergebnisse angezeigt, die entweder als 'öffentlich' markiert oder mit dem jeweils Suchenden geteilt wurden, betonte Facebook. Somit sollen Nutzer nur die Ergebnisse sehen, die sie bereits an anderer Stelle in ihrem Facebook-Netzwerk auffinden könnten. Zunächst können Informationen über Kontakte, Fotos, Orte und Interessen durchsucht werden - weitere Kategorien sollen später folgen.

Für die Facebook-Nutzer bedeutet das: Sie sollten noch länger darüber nachdenken, ob sie bestimmte Informationen bei Facebook veröffentlichen oder Freundschaftsanfragen annehmen. Sobald sie beim Posten das Häkchen 'öffentlich' setzen, ist die Information tatsächlich veröffentlicht - also für sehr viele Menschen sichtbar (und für Facebook vermarktbar).

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Zuckerberg zufolge können die Such-Anfragen kombiniert werden, beispielsweise um Freunde zu finden, die in einer bestimmten Stadt leben. Bei Suchanfragen außerhalb der Facebook-Welt (zum Beispiel "das neue Album von Rihanna") springt die Microsoft-Suchmaschine Bing ein.

An der Funktion werde noch herumgeschraubt, sagte Zuckerberg. Sie steht daher vorerst nur wenigen Hunderttausend englischsprachigen Nutzern aus den USA zur Verfügung. Nach und nach soll sie für weitere Regionen freigeschaltet werden. Bis auch wirklich alle Nutzer darauf zugreifen können, kann es noch Monate dauern.

Facebook war im Mai vergangenen Jahres an die Börse gegangen und sucht seitdem verstärkt nach Wegen, mit seinem beliebten Netzwerk Geld zu verdienen. Suchmöglichkeiten nach Filmen oder Restaurants, die die eigenen Kontakte empfehlen, könnten auch für Werbekunden interessant sein. Zuckerberg stellte allerdings keine schnellen Einnahmen in Aussicht, sondern sagte nur, die Suche könne ein zukünftiges Geschäftsfeld sein. Die Börsianer hatten offenbar mehr erwartet: Die Facebook-Aktie verlor nach der Präsentation 2,74 Prozent auf 30,10 Dollar.

Das Online-Netzwerk hatte schon lange die Vorzüge einer "Sozialen Suche" betont, bei der die Informationen der eigenen Freunde ausgewertet werden. Doch die Suchfunktion bei Facebook war bisher sehr eingeschränkt. Die neuen Möglichkeiten könnten nun Suchanfragen der Nutzer von Google oder Bewertungsportalen wie Yelp abziehen - zum Beispiel, wenn sie lieber nach einem Restaurant suchen, dass ihre Freunde mögen.

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