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Wirbelsäulenbruch: Ist eine Heilung möglich?

10.02.11 15:12
Gibt es nach einem Wirbelsäulenbruch Heilungschancen?Ein Wirbelsäulenbruch kann schlimme Folgen haben.
Foto: deutsche presse agentur

Nicht immer kommt es nach einem Wirbelsäulenbruch zur Lähmung

Der Fall des verunglückten "Wetten dass...?"-Kandidaten Samuel Koch hat im Jahr 2011 ganz Deutschland in Atem gehalten. Er war bei dem Versuch, mehrere fahrende Autos zu überspringen, schwer gestürzt und ist seither gelähmt. Wie stehen die Chancen auf Heilung bei einer solch schwerwiegenden Wirbelsäulenverletzung?

Nach dem Sturz diagnostizierten die Ärzte einen Bruch des ersten und siebten Halswirbels. Die verhängnisvolle Folge: Lähmung. Doch was genau bedeutet die Diagnose?

Laut dem Aachener Orthopädie-Professor Fritz Uwe Niethard sind Halswirbelbrüche gar nicht selten. Allein durch missglückte Kopfsprünge in Schwimmbecken oder Badeseen erlitten jährlich 50 bis 100 Menschen Halswirbelbrüche. Zu den Patienten mit schweren Verletzungen im Hals- und Nackenbereich gehören laut Niethard aber auch Sportler, Fahrrad- und Motorradfahrer. Doch warum gehen manche dieser Unfälle glimpflich aus, während andere Menschen fortan gelähmt sind?

Tatsache ist, dass bei einer Halswirbelverletzung wenige Millimeter einen großen Unterschied ausmachen können. In der Wirbelsäule des Menschen befindet sich der Wirbelkanal. Dieser wiederum umschließt und schützt das Rückenmark und die Nerven, die für die Reizweiterleitung vom Gehirn zu den Muskeln und damit auch für die Bewegung verantwortlich sind. Wird das Rückenmark durch den Bruch eines Wirbelkörpers teilweise oder komplett durchtrennt, so verursacht dies eine Lähmung. Wird das Rückenmark nur teilweise durchtrennt, handelt es sich um eine "inkomplette Querschnittslähmung", bei der vollständigen Durchtrennung sprechen die Ärzte von einer "kompletten Querschnittslähmung". Je mehr Rückenmark durchtrennt wurde, desto schlimmer die Folgen. Generell kann man sagen, dass die Teile des Körpers unterhalb der Verletzungsstelle von der Querschnittslähmung betroffen sind.

Im günstigsten Fall drückt nur ein gebrochener Wirbel auf das Rückenmark, ohne dass es verletzt ist. In dem Fall bildet sich die Lähmung nach der Operation des Bruchs meist wieder zurück.

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Wirbelsäulenbruch: Behandlung und Therapie

Die Halswirbelsäule besteht aus sieben Wirbeln. Wenn die unteren, also der sechste und siebte Wirbel gebrochen sind, bleiben laut Niethard noch relativ viele Funktionen wie die Atmung über das Zwerchfell erhalten. Werden aber die oberen Wirbel geschädigt, ist ein Patient auf künstliche Beatmung angewiesen. Dies war beispielsweise bei dem US-Schauspieler Christopher Reeve der Fall. Die Verletzung der oberen Halswirbel zieht meist auch eine Querschnittslähmung nach sich.

Bei einer Querschnittslähmung ist der Patient vom Hals abwärts gelähmt. Er kann folglich seine Arme und Beine nicht mehr bewegen, da durch die Verletzung des Rückenmarks Informationen vom Gehirn nicht mehr an die Gliedmaßen weitergeleitet werden können.

Meist gibt eine Computertomographie Auskunft darüber, an welcher Stelle die Wirbelsäule genau gebrochen oder verletzt ist.

Doch so schockierend und trostlos die Diagnose "Querschnittslähmung" auch klingt: Sie muss kein unabänderliches Schicksal sein. Eine Querschnittslähmung kann zwar lebenslang andauern, aber sie kann auch nur vorübergehend sein.

Eine Querschnittslähmung kann neben einem Unfall auch andere Ursachen haben. Sie kann auch durch einen Bandscheibenvorfall, Kinderlähmung oder Multiple Sklerose ausgelöst werden. In diesen Fällen ist sie meist behandelbar.

Ist die Querschnittslähmung Folge eines Unfalls, werden die gebrochenen Wirbelkörper in der Regel in einer Operation mit Metall verstärkt und stabilisiert. Ist der Wirbelkörper gesplittet, werden die Knochensplitter aus dem Rückenmark entfernt. Mit Metallstangen wird der Wirbelsäule wieder mehr Halt verliehen. Im Anschluss an den stationären Aufenthalt im Krankenhaus wird die Behandlung dann meist in einer Rehabilitationsklinik fortgesetzt. Die Rehabilitation dauert oft mehrere Monate. Dabei werden physiotherapeutische und motorische Übungen durchgeführt, durch die der Patient langsam wieder die Bewegung von Fingern, Armen und Beinen erlernt. Allerdings ist ein komplette Heilung nur selten möglich.

Wichtig ist aber auch die innere Einstellung zu der Krankheit und dem eigenen Körper. Hoffnung und Optimismus steigern die Heilungschancen.

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