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Facebook-Gesichtsscanner: Privatsphäre adé?

20.06.12
Facebook hat das Unternehmen Face.com gekauftAutomatische Gesichtserkennung: Facebook hat das Unternehmen Face.com gekauft
Foto: dpa bildfunk

System arbeitet mit biometrischen Daten

Trotz aller Kritik treibt Facebook die automatische Gesichtserkennung weiter voran: Das weltweit größte Soziale Netzwerk hat das israelische Start-Up-Unternehmen 'Face.com' gekauft. Die Firma verfügt bis dato über die beste Technologie, um Personen auf Fotos zu identifizieren. Wie viel Geld bei der Übernahme den Besitzer gewechselt hat, ist nicht bekannt. Das Blog 'Techcrunch' bezifferte den Wert der Transaktion unter Berufung auf eingeweihte Personen zuletzt aber auf umgerechnet rund 48 Millionen Euro. Beide Unternehmen arbeiten schon länger zusammen.

Wer seine Freunde früher auf Fotos markieren wollte, musste das händisch machen - Bild für Bild. Diesen Job übernimmt bei Facebook schon seit geraumer Zeit die automatische Gesichtserkennung. Die Software von 'Face.com‘ läuft über Smartphones und Kameras, mit denen Fotos aufgenommen und hochgeladen werden, heißt es in einem Blog des Unternehmens. Dabei kann das System jedes Gesicht, das einmal eingegeben wurde, anhand biometrischer Daten auf allen anderen Fotos aufspüren.

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Gesichtserkennung "durch die Hintertür" eingeführt

Doch die Technologie ist umstritten. Rechtsanwalt Christian Solmecke kritisierte, dass die Gesichtserkennung quasi "durch die Hintertür" eingeführt wurde: Die Nutzer seien nie darüber in Kenntnis gesetzt worden. Stattdessen wurde die Einstellung pauschal für alle Accounts vorgenommen, ohne vorher um Erlaubnis zu fragen. Nach deutschem Datenschutzrecht ist das aber verboten und somit illegal.

Die Gesichtserkennung ist für Facebook wichtig, weil die Funktion das Soziale Netzwerk attraktiver machen und damit die Umsätze in die Höhe treiben könnte. Facebook braucht geschäftliche Erfolge: Beim Börsengang waren Zweifel daran laut geworden, dass das von Mark Zuckerberg gegründete Unternehmen sein enormes Wachstumstempo halten kann. Die Aktie notiert weiterhin unter dem Ausgabepreis.

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